Was vom Tage bleibt Ein Amt schafft sich ab

Wulffs Nachfolger wird es schwer haben zu beweisen, wofür das Amt gut ist. Und der Streik in Frankfurt ist erstmal vorbei, weil Wochenende ist.
16 Kommentare
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend Ihnen allen,

Ende einer unendlichen Geschichte


Bundespräsident Christian Wulff ist Geschichte - allerdings eine, die nur ein paar Zeilen lang ist. Wenn überhaupt. Denn als Präsident hat dieser Mann keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und das sich über Monate hinziehende Schauspiel seines Abgangs wird sich wie Mehltau über jenes Bisschen legen, was Wulff angestoßen hat. Selbst seine politische Freundin, die Kanzlerin, hatte heute Mühe, Wulffs Leistungen als Präsident so zu würdigen, dass es länger als ein paar Sekunden dauerte. Die überzeugendste Leistung besteht jedenfalls darin, dass Wulff deutlich gemacht hat, wie wenig es das Amt des Bundespräsidenten braucht, wenn es von jemandem besetzt wird, der es nicht ausfüllen kann. Es wird dann zum überflüssigsten Amt, das die Bundesrepublik zu vergeben hat. Nach einem Horst Köhler, der dem Amt aus nicht nachvollziehbaren Gründen abrupt den Rücken kehrte und nach einem Christian Wulff, der es durch persönliche Haltlosigkeit beschädigt hat, wird es nun die erste Aufgabe eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin sein, zu zeigen, wozu Deutschland diese Form des obersten Repräsentanten überhaupt noch braucht. Wir können gespannt sein und es schon mal in Klammern auf die Liste unserer Sparvorschläge setzen.

Streikfreies Wochenende

An so einem Tag gibt es fast keine anderen Nachrichten. Es sei denn, Sie sind vielleicht unterwegs gewesen und haben versucht, über den Flughafen Frankfurt ihr Ziel zu erreichen. Dann hatten Sie wahrscheinlich Pech, denn dort streiken noch immer die Vorfeldlotsen, weil sie mehr Geld wollen. Die gute Nachricht ist, dass sich diese Gruppe, deren Arbeit so entscheidend ist, doch ein ganz kleines bisschen überschätzt hat. Von einem Totalausfall konnte am Flughafen jedenfalls keine Rede sein. Für die Streikenden hat sich Ersatz gefunden. Die Bahn übernahm den Transport derer, die es nicht so weit hatten. Das ist zwar keine Dauerlösung, aber es beugt zumindest der Selbstüberschätzung vor. Interessant ist übrigens, dass am Wochenende wahrscheinlich nicht gestreikt wird. Ein Schelm, wer dabei an die Wochenendzuschläge denkt, die möglicherweise ausfallgefährdet wären.

Teures Tanken

Wer statt mit dem Flugzeug mit dem Auto unterwegs war, konnte heute an der Tankstelle tief in die Tasche greifen. Der Liter Superbenzin kostet mehr als 1,60 Euro. Da nutzt es nichts auf den Iran zu schimpfen, der Öl schon immer als politische Waffe einzusetzen verstand. Eher ist diesmal der Euro Schuld, der wegen der Schuldenkrise der europäischen Staaten vor sich hin schwächelt und Einfuhren wie die von Öl teurer macht. Das Thema Schuldenkrise aber heben wir uns für nächste Woche auf. Es gibt Anleger, die glauben, Montag komme der Befreiungsschlag. Auch darauf können wir gespannt sein.

Ein geruhsames Wochenende vor einer spannende Woche wünscht Ihnen


Oliver Stock

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16 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Ein Amt schafft sich ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @leser

    Die "wahre" Natur, der Vertipper, das Unbewußte das sich über das Bewußte legt um ihm Ausdruck zuverleihen und dann zweimal das verschwundene "n" bei dominant und das in Hinblick mit einer behaupteten Projektion, das läßt schon tief blicken, wenn man tief blicken will. Na gut ich ziehe es vor diesmal nicht zu blicken sondern lieber zu verdrängen, dass erscheint mir im Moment komfortabler zu sein. Außerdem muß ich jetzt wirklich schlafen gehen vielleicht träume ich etwas das mir Aufschluß verschafft über diesen Vertipper, der möglicherweise doch kein freudianischer ist sondern ganz banaler Natur, eben ein Vertipper. LOL
    Schaun wir mal Is schließlich schon wieder mal halb vier geworden. Nicht zu fassen dieses schludrige Zeitmangement.

  • @Anonymer Benutzer: Sapere_aude
    Zitat:Außer drei Kommentaren (ein um 9:30 schnell auf den Markt geworfener und ab 11 Uhr obsoleter Rücktrittsappell an den Bundespräsidenten mit einer Halbwertzeit von unglaublichen 90 Minuten, ein Nachruf auf den Bundespräsidenten, ein Werberuf für einen "überparteilichen" Bundespräsidenten III als ungeschickt verpackte Forderung nach einen Großen Koalition) hat Herr Stock schließlich zum Ende des Tages diesen unglaublichen deliranten Schwachsinn verzapft.
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    Sie haben recht.
    Es würde weniger mehr sein.
    Wenn Artikel am Fließband geschrieben werden, kann man nicht mehr erwarten. Sie können niemals mehr Qualität haben.
    Warum nicht einen kurzen Ereignisticker -2-3- Zeilen reicht und gut ist es. Dafür die Zeit für durchdachte Artikel verwenden. Man kann doch diese Masse an gelieferten Artikeln gar nicht mehr lesen. Ist doch immer nur eine laufende Wiederholung. Also, was soll das. Das ist sinnlose Energieverschwendung- und wird langweilig.

  • CochmaSapientia

    Reif für die Anstalt sein heißt nicht, schicken oder geschickt werden in die Anstalt, sondern lediglich reif für die Anstalt zu sein.

    Und was den freudschen Vertipper (oder Versprecher) anbelangt: der freudsche Vertipper, oder halt Versprecher würde zb. bedeuten, daß Ihr Unbewußtes sich mit dem Vertipper oder Versprecher über Ihr Bewußtsein gelegt hat, um Ihrer wahren Natur, was immer das sein mag, Ausdruck zu verleihen.

    Für so wichtig halte ich Vertipper oder Versprecher halt eben nicht.

    Deswegen Vertippe oder Verspreche ich die Sprache (Gott bewahre mich davor) halt eben mitunter.
    Meine "wahre" Natur geht mir sowieso schon lange auf die Nerven^^.

  • Ein Amt schafft sich ab
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    Kein Wunder. Verfolgt man die Debatten im TV, dann weiß eigentlich keiner was die wirklichen Aufgaben des Präsidenten sind. 10 Leute-10 Vorstellungen.
    Da ssit doch ein witz, da wird ein Amt vergeben, für das es keine klare Aufgabe gibt. Kein Politiker konnte bis jetzt klar sagen, was er zu tun und zu lassen hat. Wenn die das nicht mal wissen, ja du meine Güte, wie sollte es dann der Bürger noch verstehen. Somit begibt sich jeder auf eine Gradwanderung. Sagen wir doch klar, es ist der Ersatz für den nicht mehr vorhandenen König- er repräsentiert das Land. Dazu braucht es ein gewisses Format. Jeden Tölpel kann man dafür nicht nehmen.

  • Disziplin

    Werter Beobachter, falls Sie zukünftig an einem Tag, an dem medien bis zu 40 Kommentare über eine Person drucken, öffentliche Vor-urteile haben, begründen Sie bitte elegant Ihre Meinung, so dass andere demokratisch antworten können, oder, wenn Sie unterscheiden können, was öffentlich, dienstlich oder besser privat ist, benutzen Sie bitte das Telefon oder das Papier. Die Medien hype Wulff mit seiner schönen Begleitung hat tiefere Ursachen. Eine kann man veröffentlichen: Im Realismus des 21. Jahrhd. ist alles und jeder "Literaturfähig". Das hätte unser alter Fontane sich kaum träumen lassen, daß er in der geschichtsträächtigen 17. Legislaturperiode zum Streitobjekt wird. Heissa,nun dreschensie wieder aufeinander ein wie weiland die Askanier ohne die Voraussetzungen für den Konsens zu kennen. Auch die uckermärkische Alternativlosigkeit hat die Heissporne bis vor die letzte Tastatur getrieben. Das schlagendst Argument der "grünen" gesellschaftlichen "Komparsen" ist kaum reparbel das der "grünen" Beibehalter.Wenn die einen meinen,es sei patriotische Pflicht propositionale Inhalte mitzuteilen, wo nach der 33. Alternativlosigkeit der Königsgraben überschritten ist, fragen die anderen, warum nach der 33. Alternativlosigkeit nicht auch die 34.

    Achtung, Disziplin! Deutschland ist in vielen Institutionen seit der "Energiewende" im Ausnahmezustand.

  • @leser
    Ein freudscher Vertipper ist das, was früher mal ein freudscher Versprecher war. Dominant sind Sie wohl nicht, wie? Na muß auch nicht sein. Bescheidenheit ist immer angenehm und kann sogar nützlich sein. Es ist durchaus möglich als bescheidener Mensch Karriere zu machen und in gemäßigten Umgebungstemperaturen als guter Durchschnitt ein sehr zufriedenes Leben zu führen.
    Es gibt genügend Beispiele. LOL

  • W.Moritz, Worms
    Herr Wulff war seit seinem Interview bei Herrn Friedman, in welchem er die 60Mio-Abfindung des Herrn Esser verteidigte für mich zur Unperson geworden und nicht wählbar. Der Bundespräsident wird in unserem Land benötigt, da er der oberste Hüter unseres Grundgesetzes ist. Herrn Köhler zolle ich für seinen Rücktritt Respekt, denn er war als BP nicht bereit Gesetze durchzuwinken die nicht im Einklang mit unserer Verfassung stehen, was ihn schließlich in Bedrängnis brachte (Hut ab).

    W.Moritz

  • @leser
    Seien Sie doch nicht so humorlos. Und immer gleich in die Psychatrie schicken, wenn einem etwas nicht gefällt, das kannte und praktizierte man doch in der verflossenen UdSSR.
    Aber diese traurigen Verfahrensweisen sind Ihnen wohl unbekannt geblieben.

  • Ein was?
    Ein auch noch freudscher Vertipper?
    Machen Sie so weiter, dann sind Sie bald reif für die Anstalt.

  • Au Backe, zweimal vertippt bei dominant.Das kann nur ein freudscher Vertipper sein. Herr Stock ist nicht gemeint. Sebstverständlich nicht.

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