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Was vom Tage bleibt Kleines Geschäft

Blackberry bringt den neuen Passport, Pimco hat Probleme mit der Börsenaufsicht. Air-France-Piloten wollen mehr Geld, die Deutsche Welle wird zum Anti-Putin-Sender und der Metro-Chef darf bleiben. Der Tagesrückblick.
24.09.2014 - 19:02 Uhr Kommentieren
Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Abgefahren

Blackberry startet einen neuen Versuch. Wird es der Allerletzte sein? Das Unternehmen aus Kanada war einstmals der Vorreiter beim Smartphone, kaum ein Unternehmen wollte auf die kleinen Schwarzbeeren verzichten. Doch dann ist Blackberry in den Tiefschlaf gefallen und wurde von Konkurrenten wie Apple und Samsung locker überrundet. Der neue Blackberry Passport soll es jetzt richten. Mit der typischen Tastatur wird es sicherlich gelingen, einige einstmals eingefleischte Blackberry-Fans zurückzuholen. Aber das ganz große Massengeschäft wird auch damit nicht mehr möglich sein, dieser Zug ist längst abgefahren.

Die ganz andere Tochter

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    Wie stolz war die Allianz einstmals auf ihre Anlagetochter Pimco. Der gute Ruf der nordamerikanischen Tochter strahlte über den Atlantik hinüber bis zur Münchener Allianz-Zentrale nahe des Englischen Gartens. Doch vom Glanz früherer Jahre ist nicht mehr viel geblieben. Die alte Führungscrew ist im Streit auseinandergebrochen, bei den Erträgen sieht es inzwischen deutlich düsterer aus. Und jetzt kommen noch die Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC dazu, weil Pimco seine Zahlen künstlich aufgehübscht haben soll. Schlimmer konnte es für die Allianz wirklich nicht kommen. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, dann reißt in München der Geduldsfaden.

    Absturz

    Die Piloten von Europas früheren Staatsairlines scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, dass sich die Zeiten geändert haben. Die großen Privilegien gibt es einfach nicht mehr. Heute Pilot zu sein, ist ein ziemlich gewöhnlicher Job geworden. Bei Air France und Lufthansa geben die Piloten trotzdem nicht auf und machen mit ihren überzogenen Forderungen gehörig Druck auf die eigenen Unternehmen. Irgendwann werden sie die Quittung dafür bekommen: Die Passagiere wandern zur Konkurrenz ab und ihren Unternehmen geht es noch schlechter.

    Eiszeit

    Vor einem Jahr hat sich wahrscheinlich niemand vorstellen können, wie schnell sich das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland verschlechtern wird. Von den Fortschritten im Umgang miteinander, die die beiden Lager während der vergangenen 20 Jahre geschafft hatten, ist wegen der Ukraine-Krise leider nicht mehr viel geblieben. Jetzt soll auch die Deutsche Welle wieder zu einem Propaganda-Sender umgerüstet werden, der die Botschaften des Westens in Richtung Osten verbreiten wird. Machen wir uns nichts vor: Der zweite Kalte Krieg hat gerade begonnen.

    Geduldsfrage

    In den großen deutschen Unternehmen ist die Geduld der Aktionäre meistens begrenzt. Wenn es längere Zeit in einem Konzern nicht so gut läuft, sind die Tage des Vorstandsvorsitzenden schnell gezählt. Umso erstaunlicher ist es, wenn sich ein Unternehmen gegen diesen Trend stellt. Metro-Boss Olaf Koch hat jetzt eine Vertragsverlängerung bis 2018 bekommen – einen besseren Vertrauensbeweis kann es nicht geben. Metro geht es noch immer nicht wieder richtig gut, trotzdem darf Koch weitermachen. Andere Konzerne sollten sich das Beispiel Metro sehr genau ansehen: Wenn ein Vorstand die Zeit für eine lang angelegte strategische Neuausrichtung erhält, dann kommt meistens etwas Vernünftiges dabei herum.

    Genießen Sie die herbstliche Ruhe, einen schönen Abend wünscht Ihnen    

    Stefan Menzel

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