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Was vom Tage bleibt Kurdenhilfe? Nein, ja, vielleicht

Soll Deutschland Waffen an Kurden liefern, die von Islamisten bedrängt werden? Ist Erdogan sein Geld wert? Geht die Börse doch wieder hoch? Wohin geht Klose? Die wahren Fragen dieses Tages lesen Sie hier.
11.08.2014 - 18:35 Uhr Kommentieren
Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.
Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Kurden wollen Hilfe

Die EU hat keine Meinung – oder genauer: ganz viele. Deutschland zum Beispiel will keine Waffen an die bedrängten Kurden im Irak liefern. Frankreich sagt dagegen: „Es ist notwendig, dass die Europäische Union aktiv wird, um dem Aufruf zur Hilfe Rechnung zu tragen.“ Und ausgerechnet Italien dringt darauf, die Kurdenhilfe, die auch eine militärische sein darf, ordentlich zu koordinieren. Die USA, in solchen Dingen schon immer etwas schneller, haben bereits geliefert. Der Hilferuf der Kurden und das Echo darauf zeigen: Wir hier machen es uns manchmal sehr einfach. Wenn wir sagen, Kriege sollen nicht mit Waffen aus unserem Land geführt werden, ist das so, als wenn Fleischesser Leberwurst nur als Importware kaufen würden.

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    Erdogan und sein Reh

    Was für ein Sieg – absolute Mehrheit im ersten Wahlgang. Den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan hält jetzt nichts mehr davon ab, Staatspräsident zu werden. Das schürt Ängste – muss es aber nicht. Denn auch Erdogan kann nicht machen, was er will. Jede Veränderung, die er vorhat, kostet Geld. Aber die Türkei ist chronisch in den Miesen. Sie ist vom steten Zufluss ausländischen Kapitals abhängig, wie der Mensch-ärger-Dich-nicht-Spieler von einer Sechs auf dem Würfel. Will Erdogan etwas verändern, muss er alles daransetzen, seine Geldgeber weiter bei Laune zu halten. Doch Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh, das bei lautstarken Wutausbrüchen und unkontrollierten Bewegungen umgehend die Flucht ergreift. Erdogan wird sich zügeln müssen.

    Die Legende von den Kaufkursen

    Wer an der Börse unterwegs ist, erlebt derzeit eine Reise wie auf einem zu kleinem Ausflugsdampfer bei zu hohen Wellen: Es geht auf und ab und man wünschte sich, gar nicht erst an Bord gestiegen zu sein. Heute ging es um fast zwei Prozent nach oben. Haben die Optimisten also recht, die Aktien kaufen, obwohl es gleich auf mehreren Krisenherden gefährlich brodelt? Unter all den Erklärungen für das, was dort an der Börse vor sich geht, scheint mir diese einleuchtend: „Politische getriebene Märkte haben meistens kurze Beine. Daher ist es immer sinnvoll kurzfristige Schwankungen als Kaufgelegenheit zu betrachten“, sagte uns heute einer der Optimisten. Die Betonung liegt auf „heute“. Es könnte sein, dass er morgen schon wieder ins andere Lager wechselt.

    Miro geht

    Heute ist ein Großer gegangen. Miroslav Klose nämlich. Er ist als Nationalspieler zurückgetreten. „Fußballerisch und menschlich wird Miro uns fehlen. Ich bin froh und dankbar, dass ich mit Miroslav Klose zusammenarbeiten durfte“, sagt Jogi Löw und es ist ein schönes Lob. So ein Abgang macht melancholisch. In Zeiten von Bioobst gibt es das allerdings immer weniger. Wir sind nicht mehr melancholisch, sondern allenfalls naturtrüb. Also Miro, jetzt weißt Du, wie Du uns hinterlässt und Du kannst sicher sein: Irgendwie wird sich die Welt wieder aufklaren.

    Einen ungetrübten Abend wünscht Ihnen

    Oliver Stock

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