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Was vom Tage bleibt Saures von Lidl

Lidl verbannt Süßes von den Kassen, der WDR muss richtig sparen. Samsung setzt Apple bei Tablets unter Druck, die Bahn streicht ihre Gewinnziele zusammen und Berlin will Olympia haben. Der Tagesrückblick.
13.06.2014 - 19:11 Uhr Kommentieren
Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Freiheit für Eltern

Billig, billig und noch einmal billig. Auch unter den Discountern hat Lidl nicht unbedingt den besten Ruf. Aber jetzt haben sich die Süddeutschen etwas Beispielhaftes einfallen lassen, das sich die gesamte Handelsbranche ansehen sollte. Testweise streicht Lidl die Quengelware an den Kassen, die besonders Eltern beim Einkauf den letzten Nerv raubt. Ihre Kinder wollen natürlich unbedingt etwas Süßes haben, wenn es wie bislang wie selbstverständlich an der Kasse hängt. Lidl macht die überrasche Erfahrung, dass die Umsätze dadurch nicht zurückgehen. Also, liebe Händler: Weg mit der Quengelware!

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    Endlich passiert etwas bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. WDR-Intendant Tom Buhrow will in den nächsten fünf Jahren 500 Stellen streichen, also etwa zehn Prozent der Belegschaft. Wir als Zuschauer werden diese Kürzungen wohl kaum zu spüren bekommen. Die staatlich garantierten Gebühren haben Sender wie den WDR so üppig blühen lassen, dass Kürzungen absolut vertretbar sind. Jetzt wird die Zwangsabgabe für die Sender zum ersten Mal ein wenig gekürzt. Dann ist es doch völlig selbstverständlich, dass WDR & Co. die Tugend des Sparens kennenlernen müssen.

    Schnelle Koreaner

    Ob Mac, iPhone oder iPad – Apple hat mit seinen Produkten den Geschmack der Zeit getroffen. Jeder möchte damit telefonieren, surfen, schreiben. Das Image ist riesig – und entsprechend kann der US-Konzern hohe Preise verlangen. Aber muss es wirklich immer Apple sein? Samsung kann es genauso, nur viel billiger. Auch bei den Tablets haben die Koreaner jetzt kräftig aufgeholt. Eines ist sicher: Samsung wird die Amerikaner das Fürchten lehren.

    Realistische Bahn

    Bei der Deutschen Bahn geht es gemächlicher zu. Die alten Umsatz- und Ertragsziele werden zusammengestrichen, die hohen Vorgaben der Vergangenheit können längst nicht mehr erreicht werden. In der Konzernzentrale in Berlin hat die Vernunft Einzug gehalten. Mit den alten Plänen sollte irgendwie immer noch der Börsengang erreicht werden. Natürlich verbunden mit entsprechend hohen Renditezielen. Wie gut, dass dieses Vorhaben nun endgültig in der Schublade verschwunden ist. Mehr Realismus bei der Bahn wird allen gut tun – ganz besonders auch den Kunden.

    Olympia statt Flughafen

    Klaus Wowereit ist zweifellos ein großes politisches Talent. Bislang hat er noch jede Krise abschütteln können und als Berliner Bürgermeister überlebt. Sogar die Pleite mit dem geplanten neuen Großflughafen hat ihm nichts anhaben können. Zum politischen Überleben gehört ausgefuchstes Taktieren: Täuschen, Ablenken, Hinhalten. Und genau deshalb schlägt sich Wowereit jetzt auf die Seite der Befürworter von Olympischen Spielen in der Hauptstadt. Frei nach dem Motto: Immer schön lange über Olympia diskutieren, dann bleibt keine Zeit mehr für den Flughafen. Aber vielleicht durchschauen die Berliner ihren Bürgermeister am Ende doch – und schicken ihn in die politische Wüste.

    Einen erholsamen Abend und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

    Stefan Menzel

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