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Was vom Tage bleibt Spanien wagt ein Pokerspiel

Neckermann geht den Schlecker-Weg, denn Zalando und Amazon sind nur einen Mausklick entfernt. Spanien wagt ein Machtspiel mit den Märkten. Und der Libor-Skandal wird mit jedem Detail schmieriger. Der Tagesrückblick.
26.09.2012 - 18:13 Uhr Kommentieren
Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Spanische Rochade

Die spanische Regierung ist alles andere als fest entschlossen, einen Rettungsantrag für Mittel aus dem ESM zu stellen. An den Märkten geht die Interpretation um, dass der Schritt nur erfolge, wenn das Land durch hohe Zinsen dazu gezwungen sei. Die Zinsen waren nach der geldpolitischen Offensive der Europäischen Zentralbank zuletzt gefallen und hatten in Spanien Gelassenheit ausgelöst – selbst während die Wirtschaft weiter deutlich schrumpft. Heute zogen die Renditen aber wieder an. Die Märkte können irren. Müssen sie aber nicht.

Nichts mehr möglich

Eine weitere Traditionsmarke geht den Schlecker-Weg. Der Versandhändler Neckermann wird abgewickelt, alle Rettungsversuche sind gescheitert. Für die Beschäftigten ist das tragisch. Für die Kunden nicht. Sie klicken sich durch zu Zalando oder Amazon. Der Verbraucher kennt keinen Wehmut. Auch das ist eine Parallele zu Schlecker.

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    Dass Opel-Fahrzeuge derzeit kein Kassenschlager sind, ist bekannt. Im Werk Bochum stehen jetzt sogar einige Tage die Bänder still, da der Nachschub aus den eigenen Zulieferwerken stoppt. Man könnte schmunzeln, wäre die Lage nicht so ernst. Auch andere Hersteller rufen Kurzarbeit und Schichtkürzungen aus.

    Griechische Geduldsspiele

    Auch in Griechenland stand heute einiges still. Gewerkschaften hatten zum Generalstreik aufgerufen und das öffentliche Leben kam zumindest stundenweise zum Erliegen. Der Widerstand der Betroffenen ist verständlich, bei der Regierung wird der Protest aber kein Gehör finden. Schließlich sind die Parteien knapp dafür gewählt worden, den Sparkurs einzuschlagen. Bleibt der Regierung zu wünschen, dass sie ihn auch umsetzen kann – die Geduld der Geberländer wird gerade ein weiteres Mal strapaziert.

    Tragisches Getuschel

    Als eine „Katastrophe für die Bankenindustrie“ bezeichnet Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner im Handelsblatt-Interview die Manipulation des Interbankenzinssatzes Libor. Neu bekannt gewordene Kurznachrichten, die sich Händler untereinander zusandten, zeigen auf, wie das System funktionierte. „Wir müssen ihn kräftig nach oben treiben, so hoch wie möglich“, erklärte etwa einmal ein Händler der Royal Bank of Scotland. Denn dann würden die Kollegen einen höheren Gewinn einfahren können. Es bleibt nur, auf die Worte Achleitners zu vertrauen, dass sich die Branche ernsthaft geändert hat. Was ihr sonst blüht, wird Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) dieser Tage nicht müde zu betonen.

    Einen entspannten Abend wünscht Ihnen

    Martin Dowideit

    Der Autor auf Twitter: @MDowideit

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