Was vom Tage bleibt Unangenehmes von Deutschlands neuer Partei

AfD-Chef Lucke will ernsthaft Wähler vom rechtsextremen Rand für sich gewinnen. Börse und Industrie lassen sich zum Glück davon nicht beeindrucken. Nur in der Fußball-Bundesliga gibt es einen herben Verlust.
155 Kommentare
Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Lucke marschiert nach rechts

Die Alternative für Deutschland (AfD) sticht nicht gerade mit besonderer Programmatik hervor. Es gibt einzig die breite Ablehnung des Euro, das war dann auch schon das Parteiprogramm. In seinem Interview mit dem Handelsblatt hat sich Parteichef Bernd Lucke nun endgültig diskreditiert. Der AfD-Boss setzt darauf, dass er auch am rechtsextremen Rand bei der NPD nach Wählern fischen kann. Eine schreckliche Perspektive – die AfD marschiert mit Volldampf los aus dem Spektrum der demokratischen Parteien.

Der MDax überstrahlt alles

Eine erfreuliche Nachricht kommt hingegen von der Börse. Der MDax hat am Mittwoch erstmals die Grenze von 14.000 Punkten überschritten. Klein, aber fein könnte man dazu auch sagen. Der MDax ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht immer alles ganz groß und riesig sein muss. Die internationale Finanzwelt schaut meistens nur auf die großen deutschen Konzerne und den Dax. Aber es gibt eben auch eine verdammt gute zweite Liga, mit der ein Anleger ordentlich verdienen kann. Fazit: Der Aufwand lohnt sich, auch die kleineren MDax-Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Glitzer-Pause im Daimler-Stress

Endlich einmal keine schlechten Nachrichten und nur Glitzer und Glimmer. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist am Mittwoch mit großer Vorfreude nach Hamburg aufgebrochen. Auf dem Airbus-Gelände in der Hansestadt präsentieren die Schwaben die neueste Variante der Mercedes S-Klasse. Zetsche kann zumindest für ein paar Stunden den Skandal um Leiharbeiter und die schlechte Performance seines Unternehmens vergessen machen. Die Erholung vom wenig erfreulichen Alltag dürfte dem Daimler-Lenker so richtig gut tun. Denn eines ist klar: Wenn er am Donnerstag daheim in Stuttgart antritt, wird alles sicherlich wieder etwas unangenehmer.

Stiftung Warentest braucht Rat

Wahrscheinlich sind wir alle in Deutschland der Stiftung Warentest irgendwie dankbar. Ohne die Berliner wäre so mancher Produktskandal wahrscheinlich niemals aufgedeckt worden. Aber trotz aller Erfolge hat die Stiftung jetzt zum ersten Mal in ihrer Geschichte Verluste gemacht. Der Grund: Das Stiftungsvermögen wirft nicht mehr genügend Zinserträge ab. Unser Tipp: Zur Stiftung gehört bekanntlich auch der eigene „Finanztest“. Vielleicht sollte man einfach einmal die Experten im eigenen Haus fragen, wie sich das Geld der Stiftung am besten anlegen lässt. Dann gehören die Verluste vielleicht schon bald der Vergangenheit an.

Auf Wiedersehen, Thomas Schaaf

Fußball spielt im Handelsblatt eigentlich nur eine Nebenrolle. Aber wenn Thomas Schaaf nach 14 Jahren als Trainer bei Werder Bremen seine Taschen packen muss, dann ist auch uns das ein paar Zeilen wert. Schade, lässt sich dazu nur sagen. Schaaf war das Gegenbeispiel dafür, dass es in der Fußball-Bundesliga eben nicht nur das Kurzfrist-Denken und das Hire-and-Fire auf den Trainerposten geben muss. Trotzdem hat es nun auch Schaaf erwischt. Fast eineinhalb Jahrzehnte sind eine verdammt lange Zeit im Fußball, wahrscheinlich war das Ende in Bremen unvermeidbar geworden. Ob sich Thomas Schaaf jetzt auch gleich komplett aus dem Fußball zurückziehen wird? Wahrscheinlich nicht. Ein guter Trainer hat bislang immer noch einen Job gefunden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, genießen Sie den Frühling

Stefan Menzel

Startseite

155 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Unangenehmes von Deutschlands neuer Partei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Menzel gesellt sich durch diese Traurigkeit lediglich zu der Schar der Politiker, die mantraähnlich jeden Eurogegner als europafeindlichen Spinner abtun, weil ihnen die inhaltlichen Arguemnte ausgehen(falls sie jemals welche hatten).
    Ein einmal eingeschlagener Irrweg wird konsequent weitergefahren, sehenden Auges hin auf den Abgrund zu.

    Europa braucht den Euro ist genau so ein Quatsch, wie der Euro stärkt die deutsche Wirtschaft.

    Soziale Unruhen in Südeuropa gibt es -nachvollziehbarerweise- erst seitdem wir den Euro haben und Deutschland war Exportweltmeister als noch individuelle Landeswährungen existierten.
    Insofern fragt man sich, welches eigentliche Interesse hinter einer solch dummen Diffamierung eines Hochkaräters wie Prof. Lucke stehen.

    Danke Herr Menzel, solche sich selbst disqualifizierende Polemik wird den Wählerzuspruch für die AfD eher stärken, egal auf welcher Seite des Spektrums, solange die Wähler zu den Handelsblattlesern gehören. Ich gehöre ab heute nicht mehr dazu. Wenn ich seriöse und sauber recherchierte Berichterstattung möchte, greife ich ab jetzt zur Bild-Zeitung

  • Ich wollte mich nur kurz den anderen Kommentatoren anschließen. Diese Darstellung des Handelsblatts ist mit demagogisch und irreführend noch nett beschrieben. Mangelt es Ihnen an der Kompetenz, Aussagen zu interpretieren? Lernt man so etwas als Journalist nicht irgendwann? Das ist schon so schlecht, meine Deutschlehrering hätte Sie glatt durchfallen lassen. Marschiert stramm in die recht Ecke...da wird einem wirklich schlecht, das grenzt schon an Volksverhetzung. Schämen Sie sich!!!! Und Nein, ich bin kein AFD Mitglied oder Wähler!

  • Oh, oh, Herr Menzel, Se reihen sich ein in die Riege der argumentfreien AfD-Basher. Dabei gilt: Die gesamte korrumpierte veröffentlichte Meinung in diesem Land wird es nicht schaffen, die einzig sinnvoll argumentierende Partei niederzuschreiben. Sie schon garnicht.

  • Herr Menzel
    das ist kein Journalismus, das ist Diskreditierung der allerschlimmsten Sorte ! Sie sollten sich schämen. Setzen, 6.

  • Diese miese Hetze steht ja immer noch da. Das ist schon unverfroren, verehrtes Handelsblatt.

    Leiden scheinen Sie nicht mit der Intelligenz Ihrer Leser zu rechnen. So zerstört man sein Ansehen natürlich auch.

  • Herr Menzel,

    es wunder mich ehrlich gesagt nicht, dass Sie sich auf das gleiche Niveau herab lassen müssen, wie Herr Stock. Sie befolgen schließlich auch nur Befehle Ihrer Geldgeber.

    Aber es wundert mich schon, dass Sie und Herr Stock nicht bereits mehrere Anklagen am Hals haben. Was Sie sich hier geleistet haben, entspricht dem Tatbestand der Verleumdung.

    Aber wer weiss, vielleicht wurden Sie ja bereits angezeigt. Ich hoffe die Partei AfD wird sich diesen Schritt überlegen. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit freier Berichterstattung zu tun, sondern ist bestenfalls Ihre persönliche Meinung. Wahrscheinlicher ist es aber, wie schon erwähnt, dass Ihre Geldgeber Ihnen hier keine andere Wahl lassen.

    Wir haben jedoch eine andere Wahl, wir können die AfD wählen !

  • "Lucke marschiert nach rechts"
    Sehr geehrter Herr Menzel, Sie sollten sich vielleicht doch besser medizinisch betreuen lassen angesichts der scheinbar fundamentalen Desorientierung Ihrer Sinnesorgane. Offenbar können Sie weder korrekt hören noch sehen und die aus diesem Zustand entstehenden Fehlinterpretationen verleiten zu obszönen Trugschlüssen. Die sollten aber im HB keinen Platz finden. Immerhin wird das HB von Menschen gelesen, deren geistige Funktionen intakt sind und die korrekten Journalismus erwarten anstatt GEZ-Mainstream der Propagandamaschine des Altparteien-Kartells. Ich wünsche Ihnen gute Besserung und Rückkehr zu objektiver Sinnesorientierung.

  • Lucke hat doch lediglich und ausdrücklich nur gesagt: Besser reine Protestwähler, die eigentlich nichts mit rechtsextremem Gedankengut zu tun haben, wählen AfD statt NPD.

    Also dem sollte eigentlich jeder Demokrat zustimmen können.

    Es stört mich übrigens, dass die Medien der NPD völlig ungerechtfertigt solche Aufmerksamkeit zukommen lassen, indem sie ständig im Zusammenhang mit der AfD genannt wird. Obwohl die AfD wahrscheinlich mit der Tierschutzpartei, der Familienpartei oder selbst der Partei bibeltreuer Christen mehr gemeinsam hätte. Warum wird über diese Spliterparteien kein Wort verloren, aber ständig die NPD genannt? Solche Journalisten sollten sich schämen!

  • Um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen,
    ein imaginäres Interview mit dem DEUTSCHEN PRESSERAT:

    HAT DER STELLV. HANDELSBLATT-CHEFREDAKTEUR MIT SEINEM BEITRAG „UNANGENEHMES VON DEUTSCHLANDS NEUER PARTEI“ SERIÖS AGIERT?

    Nein, nach meinen Erkenntnissen hat er gelogen und sinnentstellende wahrheitswidrige Behauptungen in die Welt gesetzt. Eines seriösen Journalisten unwürdig ließ er auch über „seine“ Medien verbreiten, wie heftig die Linken und die FDP tollpatschig auf seine Falschmeldungen postwendend reagierten.

    BERUHT SEINE FESTSTELLUNG „Lucke marschiert nach rechts“, (verlinkt mit) „AfD-Chef will NPD-Wähler gewinnen“ samt „Die „Alternative für Deutschland“ hofft auf den Einzug in den Bundestag. Parteichef Bernd Lucke kündigt im Interview mit dem Handelsblatt an, auch auf Stimmen vom rechten Rand zu setzen..“ BEWEISRELEVANT AUF WAHRHEITSWIDRIGEN UND SINNENTSTELLENDEN BEAHUPTUNGEN?

    Ja; selbstverständlich.

    SIND SIE SICH IHRER AUFFASSUNG SICHER? BELEGE?

    Ja. Vergleichen Sie bitte selbst das hier dargestellte Original-Interview mit der Handelsblatt-Story.

    „...Wie sieht es mit Beifall vom rechten Rand aus?“
    „Wir können niemanden hindern, uns zu wählen, aber grundsätzlich ist es gut, wenn jemand uns wählt und nicht die NPD. Ohne uns gäbe es übrigens auch die Gefahr, dass
    enttäuschte Wähler, die eigentlich gar nicht rechts sind, aus Protest extremistische
    Parteien wählen.“

    „Eine klare Abgrenzung hört sich anders an.“

    „Wir lehnen jede Form von Extremismus ab. Ehemalige Mitglieder von NPD oder DVU lehnen wir generell als Mitglieder ab. Das gilt auch für Ex-Stasi-Mitarbeiter. Bei Ex-Republikaner prüfen wir jeden Einzelfall im persönlichen Gespräch...“

    WERDEN SIE IHRE BESCHWERDE BEIM DEUTSCHEN PRESSERAT AUFRECHT HALTEN?
    Ja.

    HABEN SIE KEINE SORGE WEGEN HEFTIGER ATTACKEN DURCH PARTEIENLANDSCHAFT UND MEDIEN?

    Ja. Ich werde dennoch kämpfen, weil mich der Sumpf aus etablierten Parteien samt Medienmacht zutiefst anwidert.

  • Nur der Schritt, den Habermas wuenscht, ist diamentral entgegengesetzt zu dem was Lucke moechte! Sapina sollte also ehrlich argumentieren oder er hat Habermas ueberhaput nicht verstanden!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%