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Was vom Tage bleibt Warten aufs Flugzeug

Wenn öffentliche Auftraggeber planen, kann es mal etwas länger dauern. Eine lahm liegende Börse lädt ein zur Erholung. Und Merkels ungezogenes Twitter-Double wird abgeschaltet. Der Tagesbericht.
8 Kommentare
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Berliner Luft

Wenn es nur an der Berliner Luft läge, dann könnten wir im Rest der Republik milde mit dem Kopf wiegen und sagen: Lieber Party-Bürgermeister, liebe Organisatoren, verehrter Herr Brandschutzmeister, der sie jetzt Bedenken haben - ihr habt 20 Jahre am Hauptstadtflughafen geplant. Jetzt kommt es auf ein paar Monate mehr auch nicht an. Dann bleibt der Großflughafen Berlin Brandenburg eben noch ein wenig länger uneröffnet und die Taxifahrt in die Innenstadt billiger. Aber leider ist die Berliner Luft überall. In Hamburg klappt es nicht mit der Elbphilharmonie, in Stuttgart wird der Bahnhof auf sich warten lassen. Es sieht so aus, als wenn sich öffentliche Auftraggeber bei Großprojekten schnell verheben.

Lehrstunde für Jain

Europas größte Bank HSBC hat von einem anziehenden Investmentbanking und florierenden Geschäften in Asien profitiert. Mit sieben Milliarden Dollar lag der Gewinn deutlich über dem, was die Bilanzversteher vorhergesagt hatten. „Wir freuen uns, dass wir bei den Dingen, die wir bestimmen können, Zug reinbekommen“, sagte HSBC-Chef Stuart Gulliver. Anshu Jain, der ab nächsten Monat offiziell amtierende Deutsche-Bank-Chef wird diese Worte auch schon mal lernen, in der Hoffnung sie bald nachsprechen zu können. Vielleicht sogar auf deutsch. Aber, verehrter Herr Jain, lieber Anshu, wir bitten Sie: Nicht übertreiben!

Out of Xetra

Die Stimmung an den Börsen ist nervös - und dann das: An Deutschlands wichtigstem Handelsplatz in Frankfurt ging heute etwa eineinhalb Stunden lang fast nichts mehr. Die elektronische Handelsplattform Xetra, Herzstück der modernen Börse, war ausgefallen. Das ist schlimmer, als wenn im ICE die Kühlung ausfällt. Oder bei der Telekom das Call-Center. Es ist so, als wenn die Post keine Briefkästen mehr hätte. Doch die Dinger funktionieren seit 1000 Jahren. Das war jetzt kein bisschen kulturkritisch gemeint. Schließlich leben wir vom schnellen Börsenhandel. Aber die anderthalb Stunden am Morgen - falls sie jemand Betroffenes sinnvoller als sonst verbrachte, kann er uns gerne einen zeitkritischen Erfahrungsbericht schicken.

Der Club der Pessimisten

Der Club of Rome warnt vorm Klimawandel. 40 Jahre nach dem Bestseller „Die Grenzen des Wachstums“ malt der Club der Pessimisten die Zukunft mal wieder rabenschwarz. Die erste Studie sagte ein globales Desaster voraus: Keine Rohstoffe, verschmutzte Umwelt, Überbevölkerung, nichts zu essen. Das Gegenteil ist passiert. Wir gehen sparsamer mit Rohstoffen um. Die globale Getreideernte haben wir in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. Die Menschen werden immer älter. Es geht ihnen offenbar besser. Das ficht den Club of Rome nicht an. Er freut sich schon auf den Welterfolg mit der nächsten Fehlprognose. Ich sehne mich nach den Zeiten von einst. Da wurden die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Das war falsch? Okay. Aber dass heute die Botschafter des Optimismus schnell zu Außenseitern abgestempelt werden, ist erst recht daneben.

Aus für Angela D. Merkel

Zehntausende Twitterer folgten dem englischsprachigen Satire-Account @Angela_D_Merkel. Tag für Tag lauschten Menschen aus aller Welt amüsiert, wie sich die angebliche Bundeskanzlerin über den Fiskalpakt oder Nicoals Sarkozy ausließ. „Überraschend, wie lang man Nicolas' Gesicht in einen Suppentopf tunken muss, bevor er endlich meiner Meinung ist“, zwitscherte @Angela_D_Merkel . Den Einzug der rechtsradikalen Partei „Morgenröte” ins griechische Parlament kritisierte sie mit den Worten „Liebe Griechen. Ihr beschwert Euch, dass Ihr Anweisungen aus Deutschland bekommt, und dann wählt Ihr einen Haufen Nazis?“ Jetzt hat Twitter den Account geschlossen. Das Netz übt Zensur. In diesem Fall: Schade!


Einen unzensierten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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8 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Warten aufs Flugzeug"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • BRAIN DEAD!

    http://img69.imageshack.us/img69/4231/xetradax.jpg

  • Das mit der Börse war absehbar ...

    http://en.wikipedia.org/wiki/ICMP_Redirect_Message

  • Also Peak Gold haben wir nicht. Das meiste Gold liegt noch sehr tief im Erdinneren, wir haben bisher nur einen einstelligen Prozentsatz gehoben.
    Aber: Gold kann man nicht essen, es säubert auch die Umwelt nicht.

  • Fortsetzung…


    Über den Hunger in der Welt und das Absaufen unter unserem "Zivilisationsmüll" muss ich Ihnen nicht auch noch Elogen verzapfen. Das versteht jeder Grundschüler besser als Sie.
    Oder sind Sie jetzt bei den Realitätsignoranten der goldenen Morgenröte auf der "like-"Liste?

    Mannomann, so einen Schwachsinn können Parteipolitiker und Funktionäre runterbeten, von einem Journalisten erwarte ich etwas mehr Rückgrat, denn so ungebildet KÖNNEN Sie eigentlich gar nicht sein.

    Wissen Sie schon, was in Düsseldorf auf der Grafenberger Allee 300 ist? Schauen Sie schon mal unter rheinbahn.de oder vrr.de, wie Sie da hinkommen…

  • "Keine Rohstoffe, verschmutzte Umwelt, Überbevölkerung, nichts zu essen. Das Gegenteil ist passiert."

    Sie haben aber eine merkwürdige Weltsicht. Vielleicht sollten Sie noch mal die Grundschule nachholen.
    Das die Datenbasis vor 40 Jahren eine schlechtere war als heute, verwundert wenig. Da ist in der Tat noch einigens damals unverhofftes gefunden worden. Auch waren die linearen Extrapolationen des CoR schon Anfang der 70er jedem halbwegs naturwissenschaftlich gebildeten schon damals zu simpel. Die Leute der Redaktion kamen aber eben aus den Wirtschaftswissenschaften, auch schöne Künste oder Orchideenfach genannt.
    Die Grafiken derer Vorhersagen sehen heute natürlich viel hübscher aus als die Kettendrucker-Prinouts damals, an grundsätzlicher Prognosequalität hat das Geschwurbel aus diesen Fakultäten aber seither wenig gewonnen.
    Sei dem wie es sei…

    Mittlerweile HABEN wir Peak-Oil, Peak-Gold und wenn sich nicht D und einige an D orientierte Länder mit dem ganzen Atomscheiß in den letzten 40 Jahren so zurückgehalten hätten, hätetn wir auch Peak-U.

    Möglich, dass in Kampen oder St. Tropez von Überbevölkerung nicht viel zu spüren ist. Gehen Sie doch mal in die Banlieu von Paris oder ins dickste Kalkutta: ebenso wie dort werden Sie aber auch in sozialen Problemvierteln Düsseldorfs (und davon gibt es reichlich!) einen Eindruck von Überbevölkerung aus erster Hand bekommen.

    Oder wenn Sie es ganz einfach in Zahlen haben wollen: die Weltarbeitslosigkeit nimmt auch in der Quote zu. Das hei0t aber nichts anderes, als dass es von der Ressource Arbeit zu viel gibt und auch Sie sich auf Gehaltseinbußen nach griechischem Modell freuen dürfen. Auch Ihr Chef wird Ihnen sagen: "Draußen stehen tausend Idioten, die Ihren Job für die Hälfte machen würden, und die meisten würden es wahrscheinlich sogar besser machen!"

    Fortsetzung folgt…

  • Jude zu sein sollte kein Schimpfwort mehr sein.

  • Juden müssen ja nicht per se alles richtig machen nur weil sie Juden sind:

    Sowas machen Islamisten und Rechtsradikale doch viel besser.

    Finden Sie nicht auch?

  • Sehr geehrter Herr Stock,

    bitte erlauben Sie dass ich mich für Ihren Leser aruba, dessen Komment heute morgen gelöscht wurde verwende.
    Um es vorweg zu sagen: weder kenne ich aruba noch würde ich mich glaube ich freuen ihn kennenlernen zu müssen.
    Gleichwohl.
    Zuckerberg ist de facto ein Jude, wie ich übrigens auch und ich hatte kein Problem damit, dass Aruba Zuckerberg einen Juden genannt hatte.
    Arubas LeserKommentare sind herzerfrischend, so eigentümlich sie klingen mögen.
    Es wäre ausgesprochen Schade, wenn Ihr Blatt auf solche Preziosen wie die von Aruba künftig verzichten wollte.
    Mit den besten Grüßen

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