Was vom Tage bleibt Wenn man den Glauben an Brüssel verliert

Das Kännchen mit Olivenöl bleibt uns zum Glück erhalten, und es gibt gute Nachrichten vom Devisenmarkt. Samsung rollt den Handymarkt auf, und die SPD lässt sich in Leipzig feiern. Das Wichtigste im Tagesrückblick.
8 Kommentare
Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Spielverderber aus Brüssel

Die EU und ein gemeinsames Europa sind wirklich eine sehr vernünftige Sache. Aber manchmal kann man einfach nur mit dem Kopf schütteln, auf welch sonderbaren Ideen diese Bürokraten in Brüssel kommen. Das Kännchen mit Olivenöl sollte in Restaurants verboten werden – das war die jüngste dieser völlig verrückten Vorschläge der EU-Kommission. Nach einer Woche haben die Damen und Herren Bürokraten endlich eingesehen, dass dieser Vorschlag ziemlicher Nonsens ist. Das Ölkännchen darf bleiben! Möge uns Brüssel mit solch abstrusen Ideen künftig bitte verschonen.

Hoffnungsschimmer für den Euro

Der Euro bekommt beinahe täglich sein Fett weg, wahrscheinlich haben wir uns alle schon daran gewöhnt. Da tut es richtig gut, wenn einmal gute Nachrichten über Europas gemeinsame Währung zu lesen sind. Heute zum Beispiel: Der Euro hat zwar gegenüber dem US-Dollar verloren, das stimmt. Gegenüber anderen wichtigen Währungen wie Franken, Pfund und Yen hat der Euro in jüngster Zeit hingegen recht ordentlich zugelegt. All das zusammen ist doch ein gutes Zeichen, dass der Euro noch eine ganze Menge an Vertrauen besitzt. Und warum sollte es mit dieser Entwicklung nicht weitergehen? Der Euro hat gute Chancen, dass es in der zweiten Jahreshälfte erst so richtig aufwärts geht.

Hallo, hören Sie mich?

Aufwärts geht es auch ziemlich weit weg von uns, nämlich bei Samsung in Südkorea. Zehn Millionen verkaufte Smartphones vom neuen Typ Galaxy S4 innerhalb eines Monats sind ein Wort, das soll einmal jemand nachmachen. Die Zahl zehn Millionen steht aber auch dafür, dass sich die Koreaner technologisch in die Top-Liga der Welt empor gearbeitet haben. Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass das auf ewig so bleiben muss. Davon weiß die einstmals gefeierte Konkurrenz von Nokia ein Lied zu singen. Wer spricht heute noch von den Finnen? Samsung sollte also wachsam sein – vielleicht feiern wir in fünf Jahren den Top-Handyhersteller aus China.

Schönen Gruß an die Stoßdämpfer

Deutschland wird bei der Zukunft der Handys nicht sonderlich viel mitzureden haben, dieser Zug ist abgefahren. Siemens, unser wichtigster Konzern, hat sich schon lange von diesem Feld verabschiedet. Von der Infrastruktur dürfen wir uns aber nicht verabschieden: Deutschland braucht leistungsfähige Verkehrswege und ein modernes Kommunikationsnetz. Umso schlimmer ist es, dass die Infrastruktur Stück für Stück verfällt. Unsere Politiker sollten langsam einmal aufwachen, so kann es nicht weitergehen. Die Haushaltslage entwickelt sich doch prächtig, deshalb kann wirklich mehr Geld in die Infrastruktur gehen. Die Stoßdämpfer werden es danken.

Parteien, hört die Signale

Leipzigs glorreiche Zeiten liegen schon etwas länger zurück. Heute am Donnerstag gab es in Sachsens größter Stadt immerhin einen ordentlich Grund zu feiern: 150 Jahre SPD. Vor eineinhalb Jahrhunderten war die sozialdemokratische Partei in Leipzig gegründet worden, deshalb traf sich dort heute die europäische und deutsche Parteiprominenz. Die ganz große Jubelstimmung wollte allerdings nicht aufkommen, schließlich liegen vor der alten Tante SPD die ziemlich aufreibenden Monate des Bundestagswahlkampfes. Und das Ergebnis der Wahl zeichnet sich jetzt schon ab: Auch bei der SPD liegen die glorreichen Zeiten etwas länger zurück.

Ziehen Sie sich warm an, es könnte heute Abend etwas kälter werden.

Stefan Menzel

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8 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Wenn man den Glauben an Brüssel verliert"

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  • SPD:
    Sie ist aus einer Arbeiterpartei hervorgegangen!!! Und wo steht die SPD heute?: für die größte Sozialverräterschaft nach dem letzten Krieg (Betrug der Arbeitnehmer, Rentner und Schwachen); für den Ausverkauf unseres Landes an EU-Pleiteländer; für massive Steuererhöhungen und massiv steigende Sozialabgaben; für grünen Ökoirrsinn, der den Bürgern den Strom unbezahlbar macht; für Bevormundungen im Privatleben der Bürger; für Kriegsunterstützung in Fremdländern; für mehrmalige Rechtsbrüche bei der Zustimmung von kriminellen Rettungsschirmen etc. Dass diese SPD mit einem enttäuschenden Kanzlerkandidaten nicht mehr beim Bürger ankommt, ist mehr als selbstverständlich. Sie hat auf die genannten Probleme keine neuen Antworten. Darum ist diese alte Partei heute eigentlich überflüssig. Meine Alternative ist nun die AfD.

  • Olivenölkännchen:
    Sind die Brüsseler Diktatoren noch ganz bei Troste??? Was war das wieder für ein Unsinn? Und wieviel teuer bezahlte Beamte waren da wieder am Werk? Es zeigt doch, dass der Brüssel-Wasserkopf mindestens um 50 % schrumpfen muss. Warum bezahlen wir so unfähiges und bürgerfernes Personal? Die deutschen Bürger sollten sich fragen, ob sie nicht doch der AfD ihre Stimme geben. Der Murks muss doch beendet werden. Wann werden offene Biergläser, Wassergläser etc. verboten?

  • Schon zutreffend, das mit dem Müll.
    Aber dann in Brüssel angekommen, neigen diese erstklassig versorgten Aufsteiger komplett zur Selbstüberschätzung und fangen an, "gestalten" zu wollen.
    Und damit gehen die Probleme erst richtig loß .....

  • Brüssel Glauben: da fängt die ganze Infantilkultur schon an.
    Brüssel wird Wasser privatisieren, Brüssel wird Seilbahnen sanktionieren.
    Das Problem ist nicht Brüssel: das Problem bleibt, welchen
    politischen Müll man nach Brüssel entsorgt um so etwas wie Ruhe im eigenen Land zu erzeugen: der Müll rolled only back just now: die größten Mentalflaschen bestimmen derzeit Europa - in Brüssel.

    Empört Euch endlich über den Politmüll den Europa nach Brüssel entsorgt!

  • Was ein Schmarn. Ja klar hat sich der Euro gegenüber dem Yen besser entwickelt, die Japaner drucken ja auch wie verrückt Geld, die Frage ist nur, wie lange das gut geht. Die Interventionen und definierte Wechselkursgrenze der schweizer Nationalbank sollte auch für Herrn Menzel nichts unbekanntes sein. Ach und die Briten stehen auch nicht besonders gut dar. Was hier für ein Mist verzapft wird, unglaublich. Entweder hat der Herr keine Ahnung oder er versucht auf Teufel komm raus die Leser zu manipulieren. Machen Sie ruhig so weiter. Dann treten Sie über kurz oder lang aber den selben Weg wie die FTD an.

  • Nun, die Kritik ist m.E. ebenso berechtigt wie - im Ton - überzogen. Schon die Überschrift weist ja in eine Richtung und im text wird das auch teilweise bestätigt. Ich glaube wir brauchen einfach viele Artikel, die den Brüsseler Unsinn thematisieren, damit am Ende klar wird: Die EU ist ein Projekt, dessen Ziel erreicht ist. Alle 50.000 Projektmitarbieter sollten sich jetzt nach Hause begeben und dort etwas Sinnvolles zur Lösung der Probleme in der Heimat beizutragen (sofern sie das kraft ihrer Fähigkeiten können). Jedenfalls sollen sie uns verschonen mit ihren immer neuen völlig blödsinnigen Ideen, wie Ölfläschchen, Glühbirnen, Milchseen, Bankenunion und den ganzen übrigen sozialistischen Quatsch. Und: sie sollen endlich Steuern zahlen, wie alle Bürger in der EU!

  • @BRsil

    Sehe ich genauso. Das Gesudel von Stock und Menzel, insbesondere zum Thema Euro, ist nicht mehr auszuhalten.

    Es ist ein einseitiger, verkrampfter Versuch, diese totgeweihte Währung publizistisch zu stützen. Sowas will ich nicht lesen, und sowas unterstütze ich auch nicht. Die Print-Ausgabe habe ich aus diesem Grund seit Monaten nicht mehr gekauft.

    So eine Chefredaktion wendet sich in erster Linie an die, die alles glauben was sie lesen. Aber das dürften mit der Zeit immer weniger werden!

  • Erstaunlich und Bemerkenswert ist, welches Gewicht eine solche Sache wie das Olivenoel bei der Chefredaktion des HB hat. Dominiert es doch seit Tagen die Seiten in diesem Medium und ist sogar Wert an erster Stelle des Kommentars zu landsen!
    Wie populistisch oder vielleicht sogar wie abhaengig dieses Blat von seinen Zensoren ist, dass solche Laecherlichkeiten ueberhaupt eine Rolle spielen?
    Dass hier hunderte von Milliarden an Steuergeldern veruntreut werden von fas 500 Millionen Menschen ist nur den nebenkommentar wert, dass die EU doch eine ganz hervorragende Sache ist!
    Man wendet sich angewidert vom Management dieser Gazette ab!

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