Was vom Tage bleibt Willkommensgruß für ein neues Euro-Mitglied

Lettland lässt sich von der Euro-Diskussion nicht abschrecken, wahrscheinlich weil die EZB so energisch eingreift. Im Bundestagswahlkampf müssen wir uns leider auf allerlei Unsinn vorbereiten. Der Tag im Rückspiegel.
16 Kommentare
Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Willkommen Lettland!

Es gibt sie noch, die Länder, die wollen. Lettland will also tatsächlich Anfang kommenden Jahres Mitglied der Euro-Zone werden. Die Letten sind zwar nur ein kleines Völkchen mit gerade einmal zwei Millionen Einwohnern. Doch dieses Beispiel zeigt, dass die Gemeinschaftswährung immer noch attraktiv ist. Auch für die Euro-Zone ist der Beitritt der Letten wichtig. Sie haben nämlich gezeigt, wie sich die Finanzkrise erfolgreich in den Griff bekommen lässt. Lettland hat in den ersten Jahren nach dem Beginn der Krise brutal gelitten. Aber mit ihrem konsequenten Sparkurs haben es die Letten selbst geschafft, aus dem Krisensumpf herauszukommen. Und damit schickt das kleine Land an der Ostsee einen erfrischenden Gruß nach Südeuropa.

Die EZB wacht

Dass der Euro immer noch so große Probleme hat, ist zum überwiegenden Teil der maroden Lage der Banken innerhalb der Euro-Zone geschuldet. Wenn es also endlich gelänge, die Banken in Europa auf gesunde Füße zu stellen, dann wäre der Großteil des Weges geschafft. Insofern ist es jetzt eine gute Nachricht, dass die EZB dem kunterbunten Treiben der Regierungen ein Ende bereitet und die Bankensanierung selbst in die Hand nimmt. Die EZB ist die einzige Institution, die den Euro zentral und einheitlich steuern kann. Und deshalb sollte die EZB auch bei der Bankensanierung den Hut aufsetzen. Wir brauchen mehr solcher Vorschläge, um die Gemeinschaftswährung aus ihrer Krise herauszuholen.

Jetzt muss nur noch der Fiskus aufwachen

Steuerehrlichkeit ist ein wichtiges Gut. Zu lange haben Wohlhabende und Reiche in diesem Land die Schlupflöcher in den Steueroasen geschickt ausgenutzt, um ihre Steuerlast in der Heimat zu senken. Doch der Druck auf die Steueroasen während der vergangenen Monate hat Wunder gewirkt. Auf einmal sind etliche Staaten bereit, die Daten ausländischer Steuersünder preiszugeben. Auch hier in Deutschland hat das zu einem erwünschten Ergebnis geführt: Steuersünder erkennen ihr Problem und entscheiden sich jetzt immer häufiger für eine Selbstanzeige beim Fiskus. Schlecht ist nur, dass die Finanzämter wie etwa in Nordrhein-Westfalen den Ansturm der Selbstanzeigen nicht bewältigen können. Da hilft nur der Aufruf an die Finanzämter: Wacht endlich auf, das Geld liegt auf der Straße!

Unsinn im Wahlkampf

Parteien kommen im Wahlkampf auf ziemlich abstruse Ideen. Inzwischen gibt es sogar die Große Koalition aus Union und SPD, die eine Mietpreisbremse einführen will. Wann setzt sich in unseren großen Parteien endlich der ökonomische Sachverstand durch? Eine Mietpreisbremse wird eher dazu führen, dass weniger Geld im Wohnungsbau investiert wird. Die nächsten Monate bis zur Bundestagswahl im September dürften tendenziell noch grauseliger werden: Weil unsere lieben Parteien bis zum Wahltag wahrscheinlich noch mit allerlei Nonsens daherkommen werden.

Lehrstunde Neuer Markt

Können Sie sich noch an den Internet-Boom an der Börse vor zehn Jahren erinnern? Für manchen Anleger kam das böse Erwachen, als sich der Neue Markt plötzlich in Luft auflöste. Für die Börsenkultur in Deutschland war das Ende des Neuen Marktes letztlich aber eine gute Sache. So mancher Anleger musste von der Illusion befreit werden, an der Börse gehe es immer nur aufwärts. Ein erfahrener Aktionär kann auch Rückschläge wegstecken – diese Lektion hat der Neue Markt allzu naiven Anlegern sehr gut beigebracht.

Genießen Sie den lauen Sommerabend!

Stefan Menzel

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16 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Willkommensgruß für ein neues Euro-Mitglied"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ...der Herr Wenzel ist ein rechter Gaudi-Bursch mit seinem €-Kommentar.

    Diese Mißgeburt einer Währung ist kurz davor, im Orkus der Geschichte, um nicht zusagen im Lokus der Geschichte zu verschwinden, und Hr. Wenzel beglückwünscht die Letten zum €-Beitritt.

    Ha, ha.....

    You didn't make my day, unfortunately.....

  • @FlashGordon

    Unter den "Entscheidungsträgern von Rang und Namen" darf man in Ihrem Fall wohl das Festkomitee und das Dreigestirn verstehen.
    Anders ergeben Ihre Beiträge wirklich keinen Sinn.

  • Wahrscheinlich ist Herr Menzel im HB für die Witzecke zuständig.
    Na gut, warum auch nicht.

  • Wußte gar nicht, dass schon Sommer ist. Ich dachte immer der fängt erst am 21. Juni an.
    So kann man sich täuschen.
    Herr Menzel, genau so wenig wie Sommer ist, genau so wenig kann man Ihren Tageskommentar in irgendeiner Weise auch nur im Entferntesten als seriös ansehen.

  • Wichtig ist für mich einzig und alleine die Meinung der politischen Elite und der Entscheidungsträger von Rang und Namen.

    Auf Ihre und auf Meinung anderer ... darauf sch*** ich !

  • @FlashGordon

    Bei Ihnen komme ich nicht klar: Machen Sie hier absichtlich den Karnevalsprinzen?

  • Guten Abend, Herr Menzel,

    verleihen Sie mit Ihren libera(a)len Äußerungen Ihrer tatsächlichen Meinung Ausdruck oder wollen Sie zum Nachdenken und zu Widerspruch reizen? - Ist es Ihnen recht, wenn ich Ihnen wohlwollend die zweite Absicht unterstelle?

    Ihre (vermeintlichen) Lobeshymnen auf Private Fernsehsender in der letzten Woche haben viele Kommentatoren sach- und fachgerecht auseinandergenommen.

    Bei Ihren heutigen Provokationen(?!) hake ich an der Stelle ein, wo Sie sich gegen eine gesetzlich verankerte „Mietpreisbremse“ in jeglicher Form aussprechen. Darf ich davon ausgehen, daß Sie in Düsseldorf leben und von dort aus für Handelsblatt-online tätig sind? Wenn ja, möchte ich an dieser Stelle Angaben aus vorherigen Artikeln Ihres (online-)Blattes einfließen lassen: In den letzten 3 Jahren ist die durchschnittliche Miete in Düsseldorf um über 21 Prozent gestiegen – im 30 km entfernten Essen um ein Prozent.

    Pointiert heißt das: Zukünftig können sich in Düsseldorf arbeitende Menschen das Wohnen in der gleichen Stadt nur leisten, wenn sie mittleres bis höheres Einkommen beziehen. Oder andersherum formuliert: Als Werktätiger im sozialen oder medizinischen Bereich kann ich mir zukünftig nur leisten, in Düsseldorf zu arbeiten, wenn ich im Essener Westen oder Norden wohne. - Diese Stadtgebiete haben Ihren eigenen Charme jenseits von Düsseldorfer Kö-Geschnatter – aber: ökologisch wie ökonomisch sind solche Wegezeiten blanker Unfug – und mögliche Folge solcher Behauptungen wie der Ihrigen.

    mit freundlicher Anregung zum Weiterdenken als nur bis zum nächsten Abschnittsende
    K.S.

  • Lettland willkommen im Club der bankrotten Länder Europa´s!
    Wie fertig muss mann sein um diese Entscheidung zu treffen?
    Nach uns die Sintflut- falsch - sie trifft uns alle wie wir mit regelmäßiger Konstanz hören und sehen können.

  • Wunderbar, der Währungsraum wird wie erwartet weiter vergrößert. Der nächste Mosaikstein um auch für künftige Generationen in den Vereinigten Staaten von Europa die Basis für Wachstum und Wohlstand zu schaffen.

    Hoch lebe das vereinigte Europa. Viva Europa !

  • haha "you made my day" ;)

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