Weimers Woche Das sozialistische Solar-Desaster

Die Solarindustrie taumelt von einer Katastrophe in die nächste. Das Multimilliardenprogramm zur Subventionierung der ineffizienten Energiequelle ist verpufft. Übrig bleiben Ruinen eines öko-sozialistischen Großversuchs.
67 Kommentare
Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Solarworld hat Milliardenschulden, eine drohende Insolvenz, einen schillernden Vorstandsvorsitzenden namens Asbeck und eine letzte Hoffnung. Scheichgeld aus Katar soll nun den einstigen Paradekonzern der deutschen Solarindustrie retten. Der deutsche Sonnenkönig Asbeck schrumpft zum arabischen Schattenhöfling. Doch das Schicksal von Solarworld ist symptomatisch für eine ganze Industrie im Niedergang. Während die Politik noch vom öko-energischen „Wachstumsmarkt”, dem „grünen Jobwunder” und der „solaren Zukunft” schwadroniert, platzt im Land die sonnige Traumblase in brutaler Manier. Eine Kettenreaktion aus Insolvenzen und Pleiten prägt die Szenerie, mehr als 30.000 Arbeitsplätze sind verloren, die Krise trägt Namen wie Solon, Q-Cells, Solar Millenium, Conergy – selbst Bosch muss mehr als eine Milliarde Solarverluste abschreiben. Die deutsche Solarindustrie ist mittlerweile ein Kapitalvernichter historischer Dimension.

Mehr als 100 Milliarden Euro Solarstrom-Subventionen sind vergeudet und keines der strategischen Ziele dieser Sonnenenergiewende wurde erreicht. Die Solarenergie ist bis heute nicht wettbewerbsfähig, die technologische Basis bleibt dürftig und die Positionen der deutschen Hersteller bricht unter dem Subventionsschirm sogar zusammen. Asiatische Anbieter haben den Weltmarkt erobert, nicht deutsche. In vielen Maschinenbaubranchen ist Deutschland Weltmarktführer, und ausgerechnet dort, wo Megazwangssummen mobilisiert werden, wird man Weltmarktverlierer.

Der Solarruin ist nicht trotz der Subventionsmilliarden sondern wegen ihnen ein Desaster. Es ist just die Kombination aus öko-ideologischer Haltung und planwirtschaftlicher Methode, die den Einbruch herauf beschwört hat. Der deutsche Subventionsrausch frisst seine eigenen Kinder, denn die Pleite der deutschen Solarindustrie ist ein Paradebeispiel für die Folgen von Staatskapitalismus.

Trotzdem begleitet die Politik ihre Energiewende mit immer neuen Planwirtschaftsvorgaben, wann, wie, wo und mit welchen Kraftwerken künftig Strom erzeugt werden soll. Der Staat raubt dem Markt die Möglichkeit, die jeweils günstigere Stromerzeugung zu entwickeln und weltmarktfähig auszubauen. Stattdessen entscheiden grüne Bürokraten, wie hoch der Anteil welcher Energien sein soll. Wie in den Fünfjahresplänen der Sowjets werden Quoten, Ziele, Mengen in Zentralministerien vorgeschrieben. Diese Öko-Planwirtschaft und ihr Subventionsmonopoly setzt immer häufiger den Preismechanismus außer Kraft, denn wer Solar- oder Windstrom erzeugt – und sei es noch so ineffizient und landschaftszerstörend –, erhält dafür einen festgelegten Garantiepreis.

Eine absahnende Szene aus Förderantragsexperten, Anlagenbauern und Subventionsverteilern hat sich in diesem öko-industriellen Sozialismus gut eingerichtet. Sie verschandelt das Land zusehends mit Windrädern und Solarpanelen, denn obendrein gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (staatlich natürlich) der Szene auch noch subventionierte Kredite.
Der sich ausbreitende Öko-Sozialismus zwingt Energieversorger schrittweise in die Rolle von Kombinaten der Bundesnetzagentur. Denn die bestimmt, welche Preise für Stromtransporte verlangt werden dürfen, sie erlaubt Subventionen und genehmigt Renditen. So rechtfertigt ein Staatseingriff den nächsten – zum Schaden des Landes. Denn der solar existierende Sozialismus zeigt wohin das alles führt – in eine Welt aus Pleiten, steigenden Strompreisen und Bettelgängen nach Katar.

Startseite

Mehr zu: Weimers Woche - Das sozialistische Solar-Desaster

67 Kommentare zu "Weimers Woche: Das sozialistische Solar-Desaster"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frage: Wie teuer war denn der Speicher, gerechnet in € pro kWh Speicherkapazität? Ich denke, wir haben hier zwei Probleme:
    - die wirtschaftliche Seite (was ist heute am wirtschaftlichsten, was ist langfristig am wirtschaftlichsten)
    - die Ressourcenfrage. Dass eines Tages sowohl Kohle als auch Öl als auch Gas als auch Uran zur Neige geht und sehr teuer wird, steht wohl außer Frage, wann immer das auch sein mag. (Ob in 100 oder 1000 Jahren, spielt eigentlich keine Rolle.)
    Meistens funktioniert die Marktwirtschaft bei der Regulierung von Angebot und Nachfrage sehr gut. Schwierig wird es, wenn ein Gut nicht mehr in unbegrenzter Menge verfügbar ist, und das wird bei der Energie der Fall sein, wann auch immer. Dann wird die Frage, wieviel kostet der Speicher, um die benötigte Energie zwischenzuspeichern, keine Rolle mehr spielen. Argumente wie "wir wollen unseren Lebensstandard halten" sind ja wohl ein Witz, das kann niemand ernst meinen!

  • @Stefan
    Mach dich halt erst mal schlau, wie das mit dem Stromerzeugen, Verteilen und Gebrauchen in einen industriebasienden Wohlstandsland funktioniert!
    Nicht nur die Klappe weit aufreissen, sondern auch mal das Hirn einschalten!
    Was hilft es Dir, wenn du an 2 Stunden des Tages so viel Strom erzeugst, dass du alle KKW´s der Welt damit ersetzen könntest?! Was machst du in der Nacht bzw. mit den restlichen 22 Stunden des Tag?!
    Speicher sind keine Lösungen, da es zu viel kosten würde diese Speicher zu bauen und zu unterhalten. Geschweige denn, dass du erst mal soviel Überkapazität an Strom erzeugen musst, dass du diese ganze EE-Speichersystem als unwirtschaftlich an die Wand fährst. Ein Kraftwerksmix aus Kohle,Gas und Uran ist und bleibt für viele Jahrhunderte noch die Basis für Wohlstand und Wirtschaftlichkeit eines Landes. Schaffst du diese Basis ab, so willst du dem Land und die Bürger damit NUR SCHADEN bzw. VERNICHTEN!!!!
    Das EEG ist und bleibt, was es von grünsozialisten IMMER sein sollte, ..... EIN WOHLSTANDS-/INDUSTRIE VERNICHTENDES GESETZ!!!

  • Dass die angeblich so ineffiziente Solarenergie Strom von über 20 AKws(!) erzeugt, interessiert den Autor nicht. Die Solarindustrie wird von chinesischen Billigheimern niederkonkurriert. Dass gesundheitsschädliche Atom- und Kohlenergie hochsubventioniert ist, ist wohl auch kein Problem. Gegen welche idiologische Mauer ist der Autor gerannt?

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie#Subventionen_und_andere_F.C3.B6rderungen

    Wenn ihnen und ihren Bekannten keine Subventionen für die Kernenergie bekannt sind bedeutet das nicht dass es sie nicht gibt, es bedeutet nur, dass sie das nicht wissen wollen, es ist nicht schwer diese Subventionen zu entdecken !

  • Der Abzocker bist in dem Fall du, weil du die Allgemeinheit die Nebenkosten für deine eingebildete Autarkie tragen lässt. Ich nehme ja nicht an, dass du die Leitung tatsächlich abgezwickt hast.

  • Fotovoltaik kostet mich deutlich weniger als ein Neuwagen, macht mich energieunabhängig auch ohne Einspeisung ins Netz und hält auch noch mindestens doppelt so lange wie der Neuwagen. Seitdem habe ich ein Haus mit Energieüberschuss durch einfachen Bleibatteriespeicher und Spannungswandler!

    Hä, hä, kann mir gut vorstellen, dass das diversen Abzockern nicht in den Kram passt!

  • Interessant ist wieviele Deutsche und wieviele Kommentatoren immer noch an die Illusion Solarenergie glauben. Immerhin hat man dieser Illusion schon einen schönen 3-stelligen Milliardenbetrag geopfert. Bislang wird dafür lediglich etwas wertloser Zufallsstrom ins Netz eingespeist. Ich erachte es als unwahrscheinich, dass die Sonne künftig entsprechend des Strombedarfs scheinen wird, oder Solarzellen Strom unabhängig von der aktuellen Einstrahlung liefern.

    Das erinnert sehr an einige Bücher zur letzten Phase des WKII wo viele Bewohner von Ortschaften die von den Siegermächten überrollt wurden immer noch an eine Wiederkehr und Endsieg der Wehrmacht glaubten.

    Vandale

  • Wenn Sie meinen 14 Cent seien der Erzeugungspreis der PV, dann dürfte ja keine mehr gebaut werden, denn die Vergütung beträgt im Mai 10,58 Cent und sinkt bei Inbetriebnahmen je Monat später um 1,8%!
    Unter 11 Cent ist schon weniger als der Stromkunde vor der Energiewende netto - also ohne MwSt.- für die kWh an seinen Versorger bezahlen musste.

  • Als ein seit über 10 Jahren recherchierender Solarkritiker habe ich im November 2012 Deutschland fluchtartig verlassen müssen. Wolfram Weimer wurde schon mehrfach über mein Schicksal informiert, aber er hat sowohl als CICERO-Redakteur, als auch als FOCUS-Redakteur immer dazu geschwiegen. Das Schickasl der Solarbranche ist seit 15 Jahren abzusehen. Seit März/April 2013 ist beweisbar, dass ein Solaranwalt und sein Mandant durch das NRW-Justizministerium mit dem "Richterprivileg" seit 10 Jahren grundgesetzwidrig STRAFFREI gestellt worden sind, damit der "60%-Schwindel" der Solarthermiewirtschaft in Deutschland auch juristisch der Anschein der Legalität verpasst werden konnte.

    Ich gehe davon aus Wolfram Weimer wird immer noch nicht die Brisanz erkennen und weiter schweigen. Auch NRW hat einen "Fall Mollath", der den Fall Mollath noch um Längen toppt, was die Widerwärtigkeit der Justiz betrifft.

    DANKE !!

    Gruß aus dem Exil
    Rainer Hoffmann
    www.solarkritik.de

  • Ueberlegen Sie noch ein bischen, was sozialistisch ist, danach ordnen Sie Ihre Gedanken neu und wenn Sie damit fertig sind, werden Sie einsehen, dass im Verzicht die wahre Kraft liegt : Verzichten Sie auf Kommentare.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%