Weimers Woche Die Tragödie der SPD-Troika

Der SPD-Wahlkampf ist ein Desaster, die Umfragen düster und nun erfasst der Spähskandal auch Steinmeier. Bei der SPD zeichnet sich ein großes Gewitter ab. Wie wird sich die Partei wohl nach der verlorenen Wahl formieren?
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Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die SPD liefert den schlechtesten Wahlkampf ihrer bundesrepublikanischen Geschichte ab. Selbst die getreuesten Genossen sind erschüttert, dass diesmal so gar nichts klappt. In dieser Woche brüskierte Steinbrück die Ostdeutschen mit seinem Hinweis, dass Angela Merkel schon deswegen eine schlechte Europäerin sei, weil sie aus dem Osten komme. Die Empörung jenseits der Elbe war da, doch in Anbetracht der haarsträubenden Fehltrittserie des Kanzlerkandidaten wollte sie gesamtdeutsch schon gar nicht mehr aufbranden. Das staunende Publikum wartet mittlerweile nur noch ab, den nächsten Abstand von Fettnapf zu Fettnapf wieder in der Einheit “Steinbrück” zu messen.

Auch die Strategie, die amerikanische Abhöraffäre der Bundesregierung irgendwie anzukreiden, ist in dieser Woche zum Eigentor geworden. Ex-Innenminister Schily hatte seine Partei gewarnt. Dass nun aber ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier als Urheber des NSA-Abhörabkommens bekannt geworden ist, macht die Attacken der SPD zur Selbstdemontage. “Alles läuft schief”, resümierte ein ranghoher Sozialdemokrat in Berlin die wieder einmal verlorene Woche in einer Aufholjagd, die sich immer nur selbst ins Knie schießt.

Als dann auch noch die “umweltverträglichen” SPD-Wahlkampfplakate Probleme machten, weil sie "Regen nicht standhalten, aufweichen und abfallen", da breitete sich langsam Mitleid aus - eine Kategorie freilich, die im Kampf um die Macht so gar keine Hilfe ist.

An einen rot-grünen Wahlsieg oder einen Kanzler Steinbrück glaubt inzwischen kaum noch ein Genosse wirklich. Viele aber bereiten sich darauf vor, “dass es nach der Wahl knallt”. Hinter den Kulissen werden Schuldige gesucht und Absprachen getroffen. Dabei ist Peer Steinbrück intern schon aus dem Rennen. Seine eigenen Parteifreunde nennen ihn schon “den Schatten”. Seine Autorität dürfte innerhalb der Partei am 22. September um 18 Uhr auf Nullniveau gesunken sein.

Er wird sich nach der Wahl aus der Politik zurück ziehen und auch in einer etwaigen Großen Koalition – wie er es selber angekündigt hat - keine Rolle mehr spielen. Zwischen Steinmeier und Gabriel aber ist der Machtkampf eröffnet. Beide haben ein Interesse, die Schuld an der Wahlniederlage entweder Steinbrück, besser noch dem Konkurrenten zuzuschieben. Darum ist die Wende in der Spähaffäre vor allem für die internen SPD-Verhältnisse von Belang. Denn Steinmeiers Position war in den letzten Wochen deutlich gewachsen.

Die Jusos wollen gegen die Parteiführung stänkern
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26 Kommentare zu "Weimers Woche: Die Tragödie der SPD-Troika"

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  • @ rumor
    SDP sozial demokratische proleten ist besser. ansonsten haben sie rech: die spd tritt nicht für deutsche interessen ein, sondern dafür möglichst schnell und möglichst viel geld der deutschen für betrüger- und lügnerstaaten und/ oder die armenhäuser europas auf dem balkan ohne vernünftige rechtsprechung und sozialsysteme rauszuschmeißen.

  • Die Afd ist doch keine Alternative, auch wenn sie das in ihren Namen rein-schmuggelte.
    Soll sich umbenennen : Armut für Deutschland, steht ihr besser.

  • Alles was aus dem Mund von Steinbrück kommt ist Fahl und Unglaubwürdig. An Türen klingeln die Profanste Aktion seit es Wahlen gibt.Der Bürger will starke Politiker an der Spitze und keine Bettler. Die Anbindung an den Grünen widert selbst SPD Mitglieder an, zumal die Grünen eigentlich bedeutungslos sind und sich nur noch am Staat vergreifen.

    Steinbrück macht trotzdem weiter,Augen zu und durch und danach weit reisen um zu vergessen. Die CDU/CSU als letzte Volkspartei in Deutschland wird zum Auffangbecken
    aus allen Richtungen. Das ist gut so.

  • @Altsozi

    Ansonsten bin ich voll bei Ihnen, aber verraten hat die SPD in erster Linie sich selbst, seine Wähler und Mitglieder. Mit Sozialdemokratie hat die SPD fast nichts mehr gemein und mutierte zur Gesichtslosigkeit.
    Das Stärkste aber war die Ablehnung einer Korrektur der KALTEN PROGRESSION mit der fadenscheinigen Argumentation: Diese Mehreinnahmen aus der überproportionalen Besteuerung der mittleren und insbesondere der unteren Einkommen würden zu einer höheren Verschuldung führen.
    Dies zeigt deutlich, wie weit sich die SPD von der Sozialdemokratie entfernt hat.
    Die im Artikel angeführten Geplänkel sind bis den NSA Wahlkampf. Die eigentlichen Probleme D werden von allen Blockparteien verschwiegen.
    Leider.
    Man kann nur das geringste Übel wählen und das sind nicht mehr die Blockparteien.

    Schönen Tag noch.

  • Nach Hartz 4, der Agenda 2010 und Eurorettungszustimmung ist die SPD für mich persönlich unwählbar geworden!
    Nie mehr gebe ich zukünftig meine Wählerstimme einer Blockpartei NIE MEHR!!!

  • Die SPD hat enorm Mitglieder verloren, speziell seit ROT/GRÜN. Sie hat an Akzeptanz in der Wähler- und Gesellschaft deutlich Ablehnung erfahren, durch eine fragwürdige POLITIK und POLITIKERTYPEN.

    Durch die fehlende, laute Aufarbeitung und Distanzierung von diesen LOBBY-"VOLKSVERTRETERN" wird die Partei weiter schaden nehmen.
    Wir brauchen keine abnickenden Abgeordneten, die das mit abstimmen, was wenige für richtig halten.Fraktionszwang !
    NUR, damit Ihr Mandat nicht gefährdet wird !

    Das hat mit DEMOKRATIE nicht mehr viel zu tun !

    Es muss gehandelt werden nach der BT-Wahl, sonst bleibt sie keine VOLKSPARTEI mehr !

    BT-Wahl 2009 = ~ 16 % / (Nichtwähler berücksichtigt(30%) )

  • Ich kann die Aufregung nicht verstehen, im Artikel klingt an, dass der SPD schwierige Entscheidungen bevorstehen, um die um so heftiger gerungen werden wird, falls sie nicht in die Regierung kommen. Unter welcher Konstellation auch immer. Es rächt sich jetzt, dass Merkel jahrelang die Ideen der SPD gekaut hat, und die alte Tante das hat mit sich machen lassen, weil die nun wiederum meinte, bei den Grünen klauen zu müssen.

    Die SPD ist zerrieben worden, hat sich zerreiben lassen, weil ihr die Ideen verlorengegangen sind. Statt dessen liefert sie sich Scharmützel in eher nebensächlichen Themen wie Frauenquote oder Betreuungsgeld. Darüber kann auch gesprochen werden, keine Frage, aber wo ist die Alternative zur Regierung, allen wichtige Dingen, von der Eurorettung bis zur Energiewende, hat die SPD mit getragen, und sich bei beiden Themen von Grünen und Union vorführen lassen.

    Aber vielleicht entwickelt sich nach der Wahl ein völlig neues Bündnis, wenn zwei Verlierer, die SPD und die FDP, sich auf vorhandene Gemeinsamkeiten besinnen. Hier könnte sich etwas entwickeln was dem Wäler in 4 Jahren durchaus als Alternative angeboten werden kann. Für die SPD und die FDP wäre es ein Glück wenn sie der nächsten Regierung nicht angehören würden, was allerdings eine Schwarz-Grüne-Regierung bedeuten würde - also praktisch ein Desaster für das Land.

    Wenn sich die SPD weiter von den Grünen am Nasenring herumführen lässt, sehe ich keine Zukunft für die alte Tante. Wäre schade drum.



  • Eine Arbeitpartei, die ihre Wähler angesichts einer bedrohlichen Finanzkrise einlullt, belügt, ist und bleibt unglaubwürdig. Anstatt zu warnen, wachzurütteln, bedient sie nur Argumente ihrer Finanz-Geschäftsamigos bzw krimiellen EU Parteigenossen.

    Versteckt diese dreist hinter einer vorgechobenen "demokratischen Ausrichtung Europas".

    Parteien fehlt es nicht am Ur-Charakter, es fehlt ihnen an anständigen Führungscharakteren.
    Steinbüeck /Steinmeier und Co. gehören in der SPD nach all ihren "moralisch verwahrlosten Lügeneskapaden" sicherlich nicht zur alt-ehrwürdigen SPD Schuhmacher-Ausrichtung.

    Sie positionieren sich als kleingeistige Polit-Technokraten, nicht mehr und nicht weniger.

  • Gabriel hat den Sekt schon kaltgestellt. Dann kann er 4 Jahre mit der PDS und den Grünen die Einführung des Kommunismus in Deutschland planen.

  • @WolfJ

    "Im Wahlkampf müsste es für einen ernsthaften Journalisten doch viel interessanter sein, etwas zu den Ansichten der Parteien zu einzelnen Themen zu sagen, und diese kritisch, am besten ohne allzu deutliche Parteinahme, zu beurteilen.
    Von diesem Niveau und Anspruch sind Sie mit diesem Beitrag Lichtjahre entfernt."

    Wen interessieren denn noch die "Ansichten der Parteien zu einzelnen Themen"???
    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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