Weimers Woche Hilfe, Amerika übertreibt!

Gerade scheint sich die westliche Schuldenkrise zu beruhigen, da greift die amerikanische Notenbank im Überschwang des Aufschwunghelfers zur ganz großen Geldspritze. Das Billionenmonopoly birgt aber enorme Risiken.
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Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

BerlinBen Bernanke wird in die Geschichte eingehen als der Mann, der das meiste Geld in der Geschichte der Menschheit schuf. In dieser Woche war der Chef der amerikanischen Notenbank wieder am Werk. Er hatte Geburtstag und zur Feier des Tages spendierte er den USA eine neue Billion Dollar.

Seine Federal Reserve hat ihr ohnedies gewaltiges Geldschöpfungsprogramm noch einmal ausgeweitet. Zu den monatlich 40 Milliarden Dollar an Hypotheken-Papieren sollen jetzt auch noch 45 Milliarden Dollar an amerikanischen Staatsanleihen angekauft werden. Bernanke pumpt Geld ins Finanzsystem, um den zähen Aufschwung endlich in Fahrt zu bringen.

Dabei hat die Fed schon zwei Billionen künstlich herbei geschafft für das überschuldete Amerika. Ihre gewaltigen Geldspritzen sind als “QE” (Quantitative Easing) in die Finanzgeschichte eingegangen und haben die Bilanzsumme der Notenbank sprunghaft steigen lassen.

Die jetzigen Beschlüsse bedeuten, dass das Buch der Fed um monatlich weitere 85 Milliarden Dollar wächst. Macht eine knappe Billion bis zum nächsten Geburtstag von Bernanke. Amerikas Zentralbanker interessieren sich immer weniger für die Geldwertstabilität, aber immer mehr für den Aufschwung – sie sind eifrige Wachstumsmechaniker geworden.

Bernanke lässt sogar verkünden, dass seine Geldflutpolitik so lange weiter laufen wird, bis die Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent angelangt ist. Solche Planvorgaben kannte man bislang nur aus sozialistischen Ordnungen.

Überdosis für den Dollar
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19 Kommentare zu "Weimers Woche: Hilfe, Amerika übertreibt!"

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  • Es geht um Einsparungen von 80 Milliardn USD im Jahr.
    In 2013 wird das Haushaltsdefizit bei weit über 1000 Milliarden USD liegen. Alle "freiwilligen" Ausgaben, dazu gehöt auch die Finanzierung der Armee, sowie die Finanzierung der Kriegseinsaetze weltweit, wird mit frisch gedrucktem Geld finanziert. Insofern ist die Fedeal Reserve Kriegsfinanzierer und auch Kriegsermöglicher. nd im Direktorium der New York Fed sitzen ja auch die Bosse der Grossbanken, wie etwa Jamie dimon von JP Morgan.
    Die Tragödie trifft die Komödie in der Farce.

  • Es geht um einsparungen von 80 Milliardn USD im Jahr.
    In 2013 wird das Haushaltsdefizit bei weit über 1000 Milliarden USD liegen. Alle "freiwilligen" Ausgaben, dazu gehöt auch die Finanzierung der Armee, sowie die Finanzierung drKriegseinsaetze weltweit, wird mit fisch gedrucktem Ged finanziert. Insofern ist die Fedeal Reserve Kriegsfinanzierer und auch Kriegsermöglicher.
    Di Tragödie trifft die Komödie in der Farce.

  • Herr Weimer, ihr Name wird da zum Programm, sollte allerdings richtigerweise "Weimar" heissen.

  • @BINGO
    Was heißt da '... solange die Chinesen unfair bleiben.'?
    Kneifen Sie mal die Augen zusammen, bis nur mehr ein Schlitz bleibt, drehen sich nach Osten und denken Sie chinesisch. Ja, das ist die Erleuchtung: aus chinesischer Sicht ist der Dollar weit überbewertet, und nicht der Yuan unterbewertet. Und recht haben sie! Ich weiß nicht, warum wir uns immer der amerikanischen Sicht der Dinge unterwerfen sollen.
    Kostenloser Tip: Satteln Sie um auf Renminbi!

  • Es fehlen laut (R) Mr. Böhner die "spending-cuts" um einen "balanced approach" zu erreichen. (D) Obama will die Ausgaben ungekürzt weiter laufen lassen und nur die Steuern drastisch erhöhen.
    Die Denkweise von Sozialisten, wie auch Hollande in Frankreich ist immer die gleiche. Man versorgt die Wähler in den unteren Schichten mit Geld und Leistungen und kassiert "oben" ab oder erhöht die Verschuldung, was ja (FED) Bernenke kräftig tut mittels Schuldenrückkauf - wodurch Bargeld frei wird bei den Banken für billige Kredite.

    Was dabei unter die Räder kommt ist sind die Leistungsanreize. "Sich hochkämpfen wollen", "Die Ärmel hochkrempeln", das verschwindet immer mehr. Es entsteht eine träge, versorgte Unterschicht und die Mittelschicht wird wie eine Zitrone ausgepresst.

    Alle die von Steuern leben (Politiker, Unterschicht) halten zusammen. Politiker "füttern" ihre Wähler. Das ist eigentlich staatlich geförderte Korruption, belohnt seine Wähler finanziell zu Lasten der Steuerzahler (Obama-care, Medic-Aid, Medi-Care, Social-spending usw).

  • Billig Zinsen und Gelddrucken gehen nicht unendlich gut für die Aktienmärkte.Wenn dem so wäre,wenn es so einfach wäre Märkte zu pushen-müsste der Nikkei in Japan schon längst wieder bei 38 000 Punkten stehen,dem Nivaeu von Ende 1989,staatdessen verharrt er zwischen 9000-10000 dem Niveau von 1983/84.

  • Hier ist der richtige Weg aus der Krise für die USA: Unfair werden wie die Chinesen, die ihren YUAN künstlich unterbewertet halten, massiv in die USA exportieren und praktsch nichts von den USA kaufen. Die USA werden überschuldet, die Chinesen kaufen massiv amerikanische Anleihen wodurch sie immer mehr Herr über die USA werden.
    Die USA sollten chinesische Produkte verzollen und viel protektionistischer gegenüber diesen werden, solange die Chinesen unfair bleiben. In einer fairen und gerechten Marktwirtschaft stünden die USA viel besser da als jetzt. Wäre Mitt Romney Präsident, würde jetzt dieser Weg zumindest teilweise eingegangen werden. Dieser Clown von Bernanke wäre nicht mehr am Werk, und der Dollar wäre stärker.

  • die usa hat gegenüber allen anderen ländern den vorteil, dass sie das geld druckt mit dem weltweit alle waren eingekauft werden können und sie werden so lange es nötig ist um die zinsen niedrig zu halten dollars drucken und schuldtitel kaufen(wie zuzeit alle westlichen länder mit einer hohen staatsverschuldung). eine bemerkung noch zur vermeintlichen deckung des dollars oder anderen währungen. die ist schon seit ein paar jahrzehnten nicht mehr vorhanden es ist nur noch einfaches mit einer wertzahl bedrucktes papier.

  • Ich denke, die Amis habe nur eine Chance, aus der Falle herauszukommen: kräftiges Wirtschaftswachstum

    Soweit ich weiß, versucht Obama wieder Industrie ins Land zurückzuholen, nachdem man sich zu sehr auf Finanzindustrie und Dienstleistungen konzentriert hatte (ähnlich wie in UK).

    Wenn das gelingt und wenn er es schafft, die Superreichen stärker zu besteuern, könnte das Gelddrucken zurückgefahren werden. Durch den Rückzug aus Afghanistan (2014) und dem Irak kann außerdem viel Geld gespart werden. Damit wäre der Dollar als Weltwährung gerettet.

    Ein Crash des Dollar wäre tatsächlich ein Drama, das sich die USA nicht leisten können. Über eine mäßige Inflation von 5-10% über ca. 10 Jahre kann man die Staatsverschuldung senken und gleichzeitig den Export ankurbeln. Eine mäßige Inflation ist das geringere Übel gegenüber einem Totalzusammenbruch.

    Das wäre meine eher optimische Prognose.

  • Möglicherweise ist die Abschaffung des Anpassungsdrucks durch eine harte Währung dafür verantwortlich ,daß in den meisten staatlich nicht finanzierten Wirtschaftbereichen die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft stetig nachläßt..Außerdem geht die FED das Risiko ein,daß der $ den Weltwährungsstatus verliert,der bisher ( mit gedrucktem) Geld die amerikanische Rüstungsdominanz ermöglichte.Ich für meinen Teil investiere nicht mehr in Dollarwerte,denn Währungscrashs kommen über Nacht.

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