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Für Selbstständige soll es nach der Krankenversicherungspflicht in Zukunft auch eine Vorsorgepflicht für das Alter geben. Vieles spricht für eine Rentenversicherungspflicht wie sie die CDU vorschlägt.

Kommentare

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  • @ Weltenbummlerin,
    da würde ich aber noch einmal nachdenken:
    Ein ganz normaler "kleiner Selbständiger" mit 1.500 Ertrag/Monat; zahlt davon Steuern und von fiktiven 3.825 EURO 15,5% in die ges. Krankenkasse.
    Diese zahlt u.a. eine Pauschale für Krankenkosten für Personen in deren Heimatländern, die nach Deutschland nachziehen könnten, dies soll aber so vermieden werden.
    Kurz; die Sozialkassen leisten steuerlich zu erbringende Zahlungen die nur zu einem Bruchteil aus dem Steuerhaushalt wieder erstattet werden und ansonsten ausschließlich von Pflichtversicherten bezahlt werden.
    Wer endlich etwas zur Solidarität beitragen muss sind vordringlich Politiker und deren Begünstigte.
    Alle anderen würden dann schon eingebunden werden.
    Natürlich gelten für alle, die sich bisher mit einer Eigenverantwortung selber gekümmert haben Übergangsregeln. Das Thema wäre aber in einer Generation (ca 25 Jahre) erledigt.

  • @ Alfred55,
    Ihr tolles Argument gilt dann natürlich für sämtliche Einkunftsbezieher.
    Sie müssten sich folglich vehement gegen eine "leistungsbezogene Besoldung" aussprechen, sonst würden zu viele der Begünstigten am Hungertuch nagen müssen.

  • Ergebnis wird sein, dass die guten Feelancer ins Ausland abwandern und in D die Fachkräftelücke größer wird. Ein toller Erfolg der Politik, Glückwunsch!

  • Auch die Selbständigen müssen endlich auch etwas beitragen zum Sozialsttat und nicht nur die Vorteile aus der Gesellschaft ziehen und die Kosten dem Volk aufbrummen.

  • "Es muss doch darum gehen, nicht mehr den Maschmeyers hinterherzulaufen, sondern sich über eine preiswürdige, werthaltige und im Vermögensstamm insolvenzfeste eigene Altersversorgung Gedanken zu machen."
    @W. Zimmermann
    Noch ist nicht raus, wie die Politik sich das vorstellt: Maschmeyer, Kammern oder doch die RVA?
    Mit Geld umgehen konnten die meisten nicht: Maschmeyer hat davon wenigstens profitiert, und mit den Beiträgen zur stattlichen RV haben die Arbeitnehmer die Wiedervereinigung finanziert. Ob die Kammern 1. zulässig sien werden und 2. ungeschoren davonkommen, muss sich noch zeigen.
    Preiswürdig, werthaltig und insolvenzfest - eine Alterssicherung, die das auch noch im Erlebensfall halten kann, sehe ich nicht.

  • Guten Anfang. Kümmern Sie sich doch mal darum, unter welchen Voraussetzungen Ihre örtliche IHK eine außerordentliche Kammerversammlung einberufen muss. (Das nervt richtig.) Sorgen Sie dafür, dass außer Ihnen noch drei Leute dem Kammerpräsidenten schreiben, dass das Thema Altersversorgung auf die IHKs zurollt. Identifizieren Sie in der IHK den Profilneurotiker in der zweiten Reihe, der schon immer dieser Ansicht war ... weil er vom DIHK zuletzt (egal wofür) eins aufs Maul gekriegt und deshalb eine Rechnung offen hat. Bauchstreicheln sie den. Und so weiter ... .

  • Es ist schon verblüffend, wie sehr hier einige gegen ihre eigenen Interessen Amok laufen. Es muss doch darum gehen, nicht mehr den Maschmeyers hinterherzulaufen, sondern sich über eine preiswürdige, werthaltige und im Vermögensstamm insolvenzfeste eigene Altersversorgung Gedanken zu machen. Versorgungswerke etwa bilden das Beispiel einer solche Lösung. Wie sehen andere Optionen aus? Welche preiswürdigen, werthaltigen und insolvenzfesten Altersversorgungssysteme gibt es in anderen EU-Staaten, etwa in den Niederlanden? Welche Optionen eröffnen die für den Berufsanfänger, sich befristet befreien zu lassen oder Mindestbeiträge (in welcher Höhe?) zu zahlen? Welche vorhandenen anderen Altersversorgungen erlauben eine Befreiung von der Pflichtversorgung? Sind in solchen Fällen diese anderen Alternativen insolvenzfest? - Und: haben die Damen und Herren Amokläufer bereits bemerkt, dass es eine Zeit lang möglich war, in Versorgungswerken oder in der "Orchidee Künstlersozialversicherung" freiwillig Mitglied zu werden, ohne passender Berufsträger zu sein? Warum wurden diese Optionen wohl beschnitten? Weil staatlich verfasste und in ihrem Stamm insolvenzfeste Altersvorsorge für Selbständige Teufelswerk ist? Vermutlich doch eher nicht. Amokläufe einstellen. Helme runter. Hirne einschalten. Danke.


  • @W.Zimmermann
    Das Kernproblem ist ein anderes. Wenn man schon lange Zeit als Selbstständiger Altersvorsorge betrieben hat, dann hat man dafür idR. Verträge geschlossen, die einem einen bestimmten monatliche Betrag abverlangen. Muss man nun per Gesetzesänderung plötzlich in die RV, so hat man die Ausgaben für das bisherige Vorsorgemodell auch weiterhin an der Backe und muss dann noch den Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil der RV zahlen, wobei in der RV grundsätzlich von einem Mindesteinkommen im deutlich vierstelligen Bereich ausgegangen wird. Mir geht es z.B. so, ich habe eine private Rentenversicherung, 3 Lebensversicherungen, ein Aktendepot und eine Immobilie als Altersvorsorge in inzwischen 1,5 Jahrzehnte aufgebaut. Die monatlichen Ausgaben dafür betragen Rund 1.200 EUR. Ich kann da jetzt beim besten Willen nicht auch noch in die gesetzliche RV einzahlen, zumal ich aus dieser nachher nur wenig herausbekommen werde, da ich ja eine riesige Beitragslücke habe (Studium + Selbstständigkeit = 21 Jahre). Dieses Problem betrifft nun alle Selbstständige, die schon lange Selbstständig sind und auch vorgesorgt haben. Was alle mir bekannten Selbstständigen übrigens auch gemacht haben.

    Menschen, die sich frisch Selbstständig machen, haben anfänglich oft ein Monatseinkommen auf Hartz IV Niveau. Die können davon dann nicht auch noch 600 EUR RV bezahlen, geht schlicht nicht. Wenn so etwas kommt, dann müsste zumindest der Beitrag wie bei den Angestellten sich am tatsächlichen Einkommen bemessen und nicht an diesem irren fiktiven Wert. Dennoch halte ich das ganze für problematisch, weil die Unsicherheiten und das Einkommen am Anfang der Selbstständigkeit, extrem schwanken. Ich habe z.B., als ich mich Selbstständig gemacht habe, anfänglich nicht mal Steuern bezahlen müssen, weil ich unter der Freigrenze verdient habe. Heute ist das natürlich anders, aber der Anfang als Selbstständiger ist unglaublich schwer.

    Nun bin ich auf Ihren Vorschlag gespannt?

  • Sie haben recht. Man muss nun aber weder das Rad erfinden noch den Einsturz der Weltordnung befürchten.

    In den derzeit schon vorhandenen Pflicht-Altersversorgungssystemen für Selbständige (Angehörige von Kammerberufen, Ingenieure, Künstler, Publizisten in Versorgungswerken bzw. in der irreführend benannten Künstlersozialversicherung) kann man sich von der Pflichtmitgliedschaft befreien lassen, wenn man anders vorgesorgt hat. Die genauen Voraussetzungen dafür sind etwa in den Satzungen der Versorgungswerke nachzulesen, - und grosso modo vernünftig geregelt.

    Wenn also nun die Altersversorgungspflicht für Selbständige generell eingeführt werden sollte, dann werden die IHKs und Handwerkskammern, die als Rechtsträger für die Gründung einer allgemeinen Altersversorgung für Selbständige absehbar in Frage kommen, genauso aufpassen müssen, was die Finanzlobbys ihnen über "die Politik" aufs Auge drücken wollen, wie seinerzeit die Anwälte, Steuerberater, - aber auch die Psychotherapeuten aufgepasst haben. Was müssen absehbar betroffene Selbständige also tun, um nun den IHKs und Handwerkskammern rechtzeitig und geeignet "zur Seite zu treten", (Sie verstehen ...)? Das ist der Job, der vor Ihnen liegt. -

    Generelles Problem ist die Insolvenzfestigkeit der eigenen alternativ aufgebauten Altersversorgung. Auch hier wird es wieder Bestandsschutzregeln geben müssen. Siehe die Regeln, die bei der Einführung der Versorgungswerke für Anwälte, Psychotherapeuten, ... galten. Also, wieder organisieren und aufpassen.

    Ähnliches gilt für den Berufsstarter. Was glauben Sie, was ein Beginner als Anwalt oder als nicht-kassenberechtigter Heilpraktiker mit Psychotherapeutenzulassung verdient, der schon jetzt Pflichtmitglied einer Altersversorgung ist? Richtig, das Problem ist bekannt und gelöst, - anfangs zahlt man wenig, kann sich dauerhaft auf ein Drittel befreien lassen, usw. Also, schon wieder organisieren und aufpassen.

  • @W.Zimmermann
    Grundsätzlich gebe ich Ihnen da Recht, man kann das sicher vernünftig lösen und es gab in der Vergangenheit auch schon vernünftige Lösungen für andere Berufsstände. Allerdings, und das ist leider meine Erfahrung aus den letzten Jahren Sozialpolitik, wurde im vergangenen Jahrzehnt in der Sozialpolitik kaum etwas besser, dafür viel umständlicher, bürokratischer und teurer. Das Paradebeispiel dafür ist die Gesundheitspolitik? Gefühlt gab es in den letzten 10 Jahren mindestens 5 Gesundheitsreformen, gebracht haben die nicht wirklich was.

    Diese Verschlimmbesserei ist nun auch meine Sorge bei der Altersvorsorge. Bezüglich der Insolvenzsicherheit, gebe ich ihnen auch Recht. Doch wieso kann man die private Altersvorsorge (LV + private Rente) nicht einfach bei einer Insolvenz ausklammern. Wie gesagt, es geht mir nicht darum, dass ich Altersvorsorge verteufeln würde, im Gegenteil, das ist wichtig. Doch per Gesetz, mit der Rasenmähermethode, Selbstständige in die RV der Angestellten zu verfrachten, geht mit Sicherheit ins Auge. Das System für angestellte ist schlicht nicht mit der Situation der Selbstständigen kompatibel.

    Was die IHK anbelangt, so habe ich meine eigene IHK diesbezüglich schon mal angeschrieben. Ergebnis, sie machen da nichts, diese Aufgaben werden vom DIHK wahrgenommen. Meine IHK wirbt lieber für Stuttgart 21. Vom DIHK habe ich auf Anfrage, eine Pressemeldung erhalten, die Sie dazu herausgegeben haben. Sie sehen also, meine Befürchtungen sind alles andere als unberechtigt. Es wäre nicht das erste Mal, dass es schlimmer kommt als man denkt. Gerade, wenn der Staat seine Finger mit im Spiel hat.

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