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Analyse High-Tech-Firmen trotzen der schwächeren Konjunktur

Die Zahl der Gewinnwarnungen befindet sich auf einem Zehnjahreshoch. Spezialisten in Nischen heben sich im weltweiten Abschwung gegenüber den großen Allroundern ab.
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Im Dax gibt es kaum Unternehmen, die ihre Prognose 2019 anheben. Ausnahme: Wirecard. Quelle: dpa
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Im Dax gibt es kaum Unternehmen, die ihre Prognose 2019 anheben. Ausnahme: Wirecard.

(Foto: dpa)

Angesichts weltweit schwächerer Wirtschaftsdaten und wachsender Risiken warnen immer mehr exportstarke Unternehmen, dass sie ihre Jahresziele nicht erreichen. Dabei hatten BASF, Daimler und Co. bereits sehr vorsichtige Prognosen verfasst. Dennoch ist die Zahl der Ertragswarnungen in Deutschland im ersten Halbjahr so hoch wie seit der Rezession 2009 nicht mehr.

Den meisten Unternehmen ist kein Vorwurf zu machen, wenn ihre Prognosen 2019 nicht aufgehen. Denn die Ertragswarnungen sind keineswegs eine Reaktion auf überbordenden Optimismus. Vielmehr versuchen die Konzerne möglichst frühzeitig und in engen, mit Zahlen belegten Spannen, Vorhersagen über Umsätze, Gewinne und Margen zu liefern.

So wollen es die Kleinanleger und professionellen Großinvestoren, damit sie sich ein Urteil über (mögliche) Investments bilden können. Der Versuchung, zunächst tiefzustapeln, um anschließend positiv zu überraschen und ja keine Warnung veröffentlichen zu müssen, erliegen die meisten Unternehmen nicht.

Auffällig ist aber, dass bei Weitem nicht alle Unternehmen warnen. Große Konzerne haben oft sehr viel mehr Schwierigkeiten als kleinere Firmen. Allrounder, die besonders stark vom Welthandel und von weitverzweigten Lieferketten abhängig sind und jetzt auf Zollschranken stoßen, trifft der Abschwung hart. Dagegen setzen hochspezialisierte Firmen, vor allem in Bereichen wie der IT, der Cloud, der Biotechnologie und der Medizin, auch im schwierigen Jahr 2019 ihre Erwartungen oftmals nach oben, anstatt sie zu senken.

Im Dax gibt es solche Konzerne kaum. Große Ausnahme ist der Spezialist für Zahlungssysteme im Internet, Wirecard. Doch in kleineren Börsensegmenten, etwa dem TecDax, bieten etliche Firmen sehr gefragte Produkte oder Dienstleistungen in Nischen an.

Der Medizin- und Strahlentechnikspezialist Eckert & Ziegler, der IT-Dienstleister Cancom und der Prüfspezialist für Wirkstoffe Evotec haben 2019 ihre Jahresprognosen angehoben – und sie sind nicht die Einzigen. Einbußen aufgrund der schwächeren Konjunktur? Fehlanzeige!

Doch Anleger sollten auch bedenken: Die Formeln „Gewinnwarnung gleich Kursverlust“ und „Höhere Prognose gleich Kursgewinn“ gehen öfter nicht auf. Die Reaktionen auf Gewinnwarnungen von Daimler oder Continental belegen, dass immer mehr Anleger ahnen, dass die Zeiten schwieriger werden.

Deshalb sind die Kurse schon vor den Gewinnwarnungen (tief) gefallen – und sinken bei der Hiobsbotschaft nicht weiter. Umgekehrt liegen die Aktienkurse einiger Spezialisten, wie die von Evotec, auf Jahressicht zweistellig im Minus. Die Erwartungen waren einfach noch höher.

Mehr: Im ersten Halbjahr haben so viele deutsche Unternehmen ihre Ertragsprognosen gesenkt wie noch nie seit der Krise 2009. Doch es geht nicht für alle bergab.

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