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Analyse Kim und Putin schwächen die Position der USA im Atomkonflikt

Für Trump ist das Gespräch zwischen Nordkoreas Machthaber und dem russischen Präsidenten ein Dämpfer. Denn Kim bricht aus der diplomatischen Isolierung aus.
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Die beiden Staatschefs beim gemeinsamen Essen. Quelle: AFP
Kim Jong Un und Wladimir Putin

Die beiden Staatschefs beim gemeinsamen Essen.

(Foto: AFP)

Der Sekt perlte in den Gläsern. Russlands Präsident Wladimir Putin und sein nordkoreanischer Staatsgast Kim Jong Un lachten. Offensichtlich genossen die beiden Führer in Wladiwostok ihr erstes Gipfeltreffen. Sie haben ihre wichtigste Mission erfüllt: Sie schwächten die Position der USA im Atomkonflikt mit Nordkorea zu einem kritischen Zeitpunkt.

Nach dem ergebnislosen Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Kim in Vietnam ist die Kluft zwischen beiden Staaten enorm. Die Verhandlungen befinden sich daher in einer Art Schwebezustand – dennoch wollen weder Trump noch Kim die Verhandlungen abbrechen. Stattdessen versuchen die USA und Nordkorea sich auf der Bühne der Weltdiplomatie neu zu positionieren und werben für die Unterstützung ihrer jeweiligen Forderungen.

Trump versucht derzeit den Sanktionsdruck auf Nordkorea aufrechtzuerhalten. Die USA wollen Kim weiterhin dazu treiben, sich auf einen großen Tauschhandel einzulassen: eine weitreichende Denuklearisierung gegen eine Erleichterung der Wirtschaftsblockade.

Nordkorea hingegen drängt die USA auf eine Politik der kleinen Schritte, also amerikanische Erleichterungen gegen Maßnahmen Nordkoreas, zumindest einzelne Teile seiner Atombomben- und Raketenprogramme stillzulegen. Damit geht sicherlich die Hoffnung einher, letztlich die Atombomben nicht gänzlich abrüsten zu müssen und ein Drohpotenzial zu halten.

Mit dem Treffen signalisierten Nordkorea und die USA ihrem fernen Kontrahenten in Washington nun, dass Kim einen neuen Freund in den Verhandlungen gewonnen hat. Wirtschaftlich kann Kim sich zwar von einem schwachen Russland nicht viel erhoffen.

Das Land braucht weiterhin Sanktionserleichterungen, wenn Kim seine Wirtschaft rasch stärken will. Und die kann Putin ihm nicht schenken. Dafür gab der russische Präsident dem Diktator aus Nordkorea geopolitisch Rückendeckung.

„Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Gespräche, beide, ich und meine Kollegen“, sagte Putin. Vorsitzender Kim sei „eine recht offene Person, der eine freie Diskussion über alle Punkte auf der Tagesordnung geführt hat“. Doch wichtiger noch war der Vorschlag eines russischen Diplomaten: erneut die blockierten Sechs-Parteiengespräche zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Russland und Japan als geeigneten Verhandlungsrahmen zu nutzen.

Nordkorea wollte die multilaterale Runde lange nicht wahrnehmen und setzte stattdessen und letztlich erfolgreich auf direkte Gespräche mit den USA. Aber jetzt kommt die Idee, mehr Parteien einzubeziehen, gerade recht. So könne man den Druck auf die USA erhöhen und mit Konzessionen im Gepäck an den bilateralen Verhandlungstisch zurückzukehren. Denn den USA kann nicht daran gelegen sein, dass Russland sich als Unterhändler in der Region präsentiert.

Ob das gelingt, darf bezweifelt werden. Die USA werden nicht so schnell klein beigeben. Aber die Sanktionsfront, die Trump 2017 aufgebaut hatte, bröckelt. China signalisierte schon Unterstützung für die russische Idee.

An diesem Freitag werden Putin und Chinas Staatspräsident Xi Jinping zudem die Gelegenheit haben, in Peking ihre Strategie zur Schwächung der USA weiter auszufeilen. Kim hat daher ebenfalls keinen Anreiz, jetzt schon einzulenken. Die Atomverhandlungen steuern damit langsam auf einen neuen Bruchpunkt zu.

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