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Analyse Was die Einigung zwischen Trump und Xi für die deutschen Autobauer bedeutet

Die USA und China haben sich im Handelsstreit verständigt. Ein Signal auch für VW, Daimler, BMW. Die Chefs deutscher Autobauer kommen nicht als reine Bittsteller ins Weiße Haus.
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Auf dem G20-Treffen hat US-Präsident Donald Trump auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen – in der kommenden Woche erwartet er die deutschen Autobosse in Washington. Quelle: AFP
Donald Trump

Auf dem G20-Treffen hat US-Präsident Donald Trump auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen – in der kommenden Woche erwartet er die deutschen Autobosse in Washington.

(Foto: AFP)

Waffenstillstand statt ein verschärfter Handelskrieg – das ist die gute Nachricht von Buenos Aires. Der Burgfrieden, den US-Präsident Donald Trump und Chinas starker Mann Xi Jinping in der Verlängerungszeit des G20-Treffens beim gemeinsamen Abendessen geschlossen haben, ist allerdings noch längst keine Entwarnung an der Handelsfront.

90 Tage haben sich die beiden Supermächte Zeit gegeben, um all ihre zahlreichen Differenzen in der Handelspolitik auszuräumen, die den Konflikt in den vergangenen Monaten fast zu einem neuen „kalten Krieg“ eskalieren ließen.

Die Zeit wird kaum reichen, um den grundlegenden Zwist zwischen dem auf „America first“ pochendem Protektionisten Trump und dem auf „China first“ zielenden Staatskapitalisten Xi beizulegen.

Dass Trump sich dennoch auf die Waffenruhe einlässt und den Konflikt mit China vorerst nicht durch neue Strafzölle eskaliert, hat vor allem innenpolitische Gründe. Der US-Präsident braucht schnelle Erfolge. Erst vergangene Woche musste er nämlich erkennen, dass seine nationalistische Wirtschaftspolitik keineswegs eine Jobgarantie für Amerika bedeutet: General Motors kündigte Werksschließungen in den USA an.

Die bisher verhängten Strafzölle auf ausländische Importe treiben die Produktionskosten für viele US-Firmen in die Höhe und die Vergeltungsmaßnahmen Pekings treffen wichtige US-Exporteure wie die Soja-Farmer, deren Stimmen Trump für seine Wiederwahl 2020 braucht.

Schon in der kommenden Woche wird klar, zu welchen Absprachen Trump mit den Europäern bereit ist. Am Dienstag wollen die Konzernchefs bei einem Treffen im Weißen Haus die von Trump angedrohten Einfuhrzölle auf Autoimporte aus Europa abwenden. Der Waffenstillstand mit China zeigt: Die Gesprächsgrundlage der Deutschen hat sich verbessert.

Der US-Präsident hat zwar per Twitter den Druck auf die Europäer noch einmal erhöht: Dass GM vor allem Werke für Kleinwagen stilllege, zeige, dass die seit Langem bestehenden höheren US-Einfuhrzölle für leichte Trucks aus dem Ausland einen guten Schutz böten. Warum also nicht auch den Rest der Autoimporte durch neue Strafzölle abwehren?

Ein solcher Schritt wäre für Trump jedoch mit erheblichen politischen Risiken verbunden. Denn auch an der Auto-Front gilt: Nach der Schreckensmeldung von GM braucht der angeschlagene US-Präsident jetzt schnelle Erfolgsmeldungen.

Die wird es in einem langwierigen Zollkrieg mit der EU jedoch schon deshalb nicht geben, weil Brüssel bereits angedroht hat, auf amerikanische Autozölle mit Vergeltungsmaßnahmen zu reagieren. Beide Seiten würden also verlieren – und wieder würde es auch viele Trump-Anhänger treffen.

Der US-Präsident sucht deshalb auch an der Auto-Front nach einem Deal. Dass er den nicht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim G20-Gipfel in Buenos Aires machen wollte, verrät bereits sein Kalkül.

Statt mit den zwar für die Handelspolitik zuständigen, vom ihm aber verhassten Eurokraten in Brüssel weiter nach Kompromissen zu suchen, will der US-Präsident lieber direkt mit den deutschen Autobossen ein Tauschgeschäft aushandeln: Daimler, BMW und Volkswagen sollen künftig noch mehr in den USA investieren und produzieren, dafür verzichtet Trump auf die angedrohten Strafzölle.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die Automobilproduktion basiert auf globalen Lieferketten, die sich nicht kurzfristig ändern lassen. Dennoch gibt es Spielräume, wie gerade BMW mit seiner Ankündigung gezeigt hat, ein neues Motorenwerk in Amerika zu bauen. Nicht zufällig hat Trump den Münchener Autobauer dafür per Twitter gelobt.

Die Deutschen fahren also nicht als reine Bittsteller ins Weiße Haus. So paradox es klingen mag: Die Chancen, zumindest einen Waffenstillstand auch im transatlantischen Handelsstreit zu erreichen, sind so schlecht nicht.

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