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Berlin Landowskys Sumpf

  • Hermann-J. Knipper

Es passiert nicht alle Tage, dass Top-Manager oder Politiker für Fehlleistungen zur Verantwortung gezogen werden. Umso bemerkenswerter ist, dass Klaus-Rüdiger Landowsky, der in den 90er-Jahren gleichzeitig CDU-Spitzenpolitiker und Bankchef in Berlin war, zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Die Strafe ist zwar zur Bewährung ausgesetzt und bleibt weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Landowsky kommt also mit dem berühmten blauen Auge davon. Aber immerhin: Die Untreue ist erwiesen, Landowsky gilt als überführt. Das allein ist schon eine Sensation, denn die Beweisführung war extrem schwierig. Aber es bestätigt sich, was viele ungläubige Beobachter einst in Berlin vermuteten: Landowsky, enger Freund des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen und des langjährigen Bundeskanzlers Helmut Kohl, hat seine allzu mächtige Doppelfunktion als CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus und als Chef der Berlin Hyp offenbar zu allerlei problematischen Geschäften missbraucht.

Die Euphorie nach dem Fall der Mauer, der hohe Modernisierungsbedarf der Ostberliner Plattenbauten und die traditionell verfilzten Machtverhältnisse in Berlin bildeten den Nährboden für diesen Skandal. Landowskys Fall hat mit dafür gesorgt, dass Klaus Wowereit 2001 das Rote Rathaus für die SPD zurückerobern konnte. Seither spielt die CDU keine Rolle mehr in Berlin. Manager und Politiker können aus dem FallLandowsky vor allem dies lernen: Nur eine vernünftige „Corporate Governance“, also echte Transparenz, Verantwortungsbewusstsein, die bewusste Vermeidung von Interessenkonflikten und Freundschaftsdiensten, bewahrt vor dem Abgleiten in den Sumpf, in den sich Landowsky fallen ließ.

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