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Boeing Alptraumliner

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Also nun doch. Zum dritten Mal verschiebt Boeing die Termine für das neue Passagierflugzeug 787, den Dreamliner. Erstkunde All Nippon Airways muss nun 18 Monate länger als geplant auf den ersten Jet warten.

Ein nagelneues Flugzeug zu entwickeln ist kein Pappenstiel. Zumal dann nicht, wenn wie bei der 787 neue Materialien eingesetzt und bei der Entwicklung und Herstellung ganz ungewohnte Wege eingeschlagen werden. Aber die Boeing-Leute haben sich über die Schwierigkeiten amüsiert, die Airbus mit der A380 hatte. Sie setzten ihren ehrgeizigen Zeitplan für die 787 als Kontrastprogramm zum europäischen Superjumbo, traten als Profis auf, die mit Amateuren im Wettbewerb stehen.

Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Nun haben die Verzögerungen bei der 787 schon fast A380-Dimensionen erreicht. Der Traumliner ist ein Alptraumliner geworden.

Das unerprobte Modell, Zulieferer aus aller Welt auch am finanziellen Risiko zu beteiligen, hat sich als Flop erwiesen – Boeing verlor die Kontrolle über das Projekt. Das Konzept wurde seinerzeit aus der Not geboren, als sich Boeing trotz der Finanz- und Vertrauenskrise nach Skandalen im Rüstungsgeschäft für die 787 entschied. Mike Bair, der im Oktober abgesetzte erste Chef des 787-Programms, brach bereits den Stab über das Modell mit der Feststellung: „Nie wieder“.

Die Glaubwürdigkeit des Konzerns ist angekratzt. Wie sich nach dem Verlust des Auftrages für US-Militärtanker zeigt, geht Boeing damit aber überraschend leichtfertig um. Denn der Konzern schießt weiter unverdrossen aus allen Rohren gegen das Verfahren der US-Luftwaffe und den Ausschreibungssieger Northrop/EADS, obwohl seine Argumente als widerlegt gelten.

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