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Buchpreisbindung Ökonomischer Unfug

Das Schweizer Bundesgericht hat dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Dämpfer verpasst, als es jetzt die Buchpreisbindung in der Schweiz für unvereinbar mit dem freien Wettbewerb erklärt hat. Dass die Deutschen in der Schweiz auf der Regelung bestehen, zeigt, welche Dimension sie dem Fall beimessen: Hat das Modell der Buchpreisbindung irgendwo im deutschsprachigen Raum ein Leck, kommt das ganze System unter Druck. Die Zeit dafür ist überreif. Denn die Preisbindung ist ökonomischer Unfug, der kulturpolitisch verbrämt wird. Es gibt seit Jahren genügend Anschauungsmaterial dafür, dass Kartelle und Preisbindungen keine Strukturen erhalten können. Die Buchhandlungen machen da keine Ausnahme, wie die Hugendubels und Thalias dieser Welt zeigen. Die Großen setzen sich durch, obwohl das Preisbindungsgesetz noch intakt ist. Sie profitieren zu Lasten der Kleinen und können schneller reagieren, wenn Umsätze in neue Vertriebskanäle wie das Internet abfließen.

Auch das zweite Argument der Verteidiger gehört in die Mottenkiste der ökonomischen Unvernunft: Wer Kulturförderung via Buchpreisbindung betreiben will, scheut sich, offen zu legen, warum und wofür genau er ansonsten einen Zuschuss benötigen würde. Mit Transparenz bei der Kulturförderung hat das nichts zu tun. Mit der Verhinderung von Marktmechanismen aber eine ganze Menge. Irgendwie erinnern die Buchhändler inzwischen an die Apotheker: Fehlt nur noch, dass sie demnächst eine Beratungsgebühr für wertvolle Literatur verlangen. Offenbar sind Kultur und Gesundheit derart hohe Güter, dass man sie nicht dem Markt überlassen kann. Welches

Verständnis von Markt dahinter steckt, bleibt Kunden, die beste Qualität zum besten Preis kaufen wollen, verborgen.

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