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Bundeswehr Auf dem Rücken der Soldaten

Dass Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sich seinen Job in Berlin nicht ausgesucht hat, sondern vom hessischen CDU-Landeschef Roland Koch als Statthalter vorgeschickt wurde, ist bekannt. Damit aber kann er sich nicht aus der Verantwortung stehlen: Jung hat dafür zu sorgen, dass die im Einsatz stehenden Soldatinnen und Soldaten bestmöglich ausgerüstet sind.

Dass Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sich seinen Job in Berlin nicht ausgesucht hat, sondern vom hessischen CDU-Landeschef Roland Koch als Statthalter vorgeschickt wurde, ist bekannt. Damit aber kann er sich nicht aus der Verantwortung stehlen: Jung hat dafür zu sorgen, dass die im Einsatz stehenden Soldatinnen und Soldaten bestmöglich ausgerüstet sind.

Davon kann gegenwärtig keine Rede sein. Bundeswehr-Einheiten in Afghanistan müssen noch immer Patrouille fahren, ohne jederzeit per Funk erreichbar zu sein. Satellitengestützte Verbindungen, die nicht wegen des Funkschattens im Gebirge versagen, haben nur die KSK-Spezialkräfte.

Ist das noch Chuzpe oder schon Pflichtverletzung? Der Verteidigungsminister könnte sich kaum im Amt halten, wenn – was nicht eintreten möge – Bundeswehr-Soldaten sterben müssten, weil ihre Kameraden mit veraltetem Gerät keine Hilfe rufen können.

Die schweren Mängel sind bekannt, werden aber nicht abgestellt. Die Problemliste beim Material für den Afghanistan-Einsatz ist lang: teils unzureichende Panzerungen, mangelnder Schutz der Feldlager, veraltete Aufnahmetechnik in den Tornados, Hubschrauber ohne Eignung für Nachtflüge . . .

Jung trägt nicht allein die Schuld. Wie kann der Bundestag immer wieder die Afghanistan-Mandate verlängern, ohne das Menschenmögliche zum Schutz unserer dort eingesetzten Soldaten zu tun? Das kostet den Bruchteil eines Eurofighters von zweifelhaftem Nutzen. Aber Truppenführung und Ministeriumsleitung lässt das kalt. Das Credo von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan ist den entscheidenden Figuren offenbar gleichgültig: „Einsatz hat Vorrang vor dem Grundbetrieb.“[email protected]

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