Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

CDU Merkels Angst vor dem Endspurt

Das Wahljahr hat für Angela Merkel gut begonnen, doch über die Bundestagswahl ist noch nichts gesagt. Denn die Union ist derzeit nicht so stark, wie es scheint. Das liegt an der CDU selbst, es liegt aber auch an der wankelmütigen CSU und an einer schwer kalkulierbaren SPD. Damit bricht ein altes CDU-Trauma wieder auf: den sicher geglaubten Sieg auf den letzten Metern zu verlieren.
  • Peter Müller
Kommentieren

Die Union hat ein Trauma und darüber helfen auch die frühen Wahlsiege des Jahres 2009 - Roland Kochs Sieg in Hessen, die Wiederwahl Horst Köhlers und die schwarz-gelbe Mehrheit in der Europawahl - nicht hinweg. Das Trauma stammt aus den Jahren 2002 und 2005. Damals galt der Wahlsieg von CDU und CSU bis zur Wahl als gesetzt und zerrann dann auf den letzten Metern. Angela Merkel dürfte vor allem der Sommer 2005 gut in Erinnerung sein. Erst wenige Wochen vor der Wahl im September begann die unheimliche Aufholjagd von Gerhard Schröder, die sie um ein Haar die Kanzlerschaft gekostet hätte. Und heute? Was könnte 2009 noch einen Wahlsieg Merkels mit einer schwarz-gelben Mehrheit verhindern?

Wer sich diese Frage stellt, der merkt schnell, dass die Union derzeit nicht so stark ist, wie es scheint. Das liegt an der CDU selbst, es liegt aber auch daran, dass sie mit Horst Seehofer auf einen CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten angewiesen ist, von dem völlig unklar ist, ob sein Bekenntnis zur Geschlossenheit jetzt endlich zum Nennwert zu nehmen ist. Hinzu kommt als dritter Grund, dass die SPD zwar kaum noch Chancen auf den Wahlsieg hat, aber noch immer für einen starken Endspurt gut war.

Zunächst zur CDU. Vor allem das desaströse Abschneiden der Sozialdemokraten ist es, das den Blick auf die Verluste der Union am Wahlsonntag verstellt. Minus sechs Prozentpunkte für eine Partei, deren Chefin als Ratspräsidentin Miss Europa war, ist alles andere als ein ermutigender Auftakt für den Bundestagswahlkampf. Und wer sich die Mühe macht, die Kommunalwahlergebnisse genauer zu analysieren, der sieht, dass die CDU in all ihren Hochburgen verloren hat. Gerade für die Ministerpräsidenten der Länder, in denen im August Wahlen anstehen, sind die Nachrichten schlecht. Vor allem in Thüringen und im Saarland sind die Verluste deutlich.

Dazu kommt, dass die Union ihr im Vergleich zur SPD ordentliches Abschneiden weitgehend der Klientel verdankt, die in den vergangenen Jahren zumeist die Wahlerfolge der Union gestützt hat - der immer größer werdenden Gruppe der Senioren. Großstädte dagegen bleiben für die Union schwieriges Terrain. Alle Versuche von Generalsekretär Ronald Pofalla, die CDU für junges Publikum zu öffnen, zeigen bislang jedenfalls keine Wirkung. Die CDU mag bunter werden und jünger, doch ihre Wähler sind noch die alten. Mit ihnen allein dürfte das Wahlziel 40 plus X schwer zu erreichen sein.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "CDU: Merkels Angst vor dem Endspurt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote