Commerzbank-Kommentar Neues aus der Wundertüte

Die Commerzbank hält Anleger und Mitarbeiter in Atem. Die aktuellen Zahlen sind zwar nicht schlecht, doch der Unmut bleibt. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben – erst recht, wenn Filialen geschlossen werden.
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Vorstandschef Martin Blessing: Aus der Commerzbank-Wundertüte kommt stets etwas überraschendes heraus. Quelle: dpa

Vorstandschef Martin Blessing: Aus der Commerzbank-Wundertüte kommt stets etwas überraschendes heraus.

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Die Commerzbank ist und bleibt eine Wundertüte. Das gilt nicht nur für den Inhalt, sondern auch für den Preis – die Papiere des zweitgrößten deutschen Instituts schwanken in den letzten Wochen stets zwischen einem Euro und 1,50 Euro. Spätestens jedes Vierteljahr wird die Wundertüte mit Spannung geöffnet. Ob mit Vorfreude sei mal dahingestellt, heraus kommt aber stets etwas Überraschendes.

Meistens jedoch ist der Ärger hinterher größer als die Spannung vor dem Aufreißen der Tüte. Oft kommt einfach zu viel „Nippes“ dabei heraus, für das man sein Geld lieber nicht ausgegeben hätte. Etwas Praktisches, etwas was man wirklich gebrauchen kann, sucht der Käufer meist vergebens. Für die Aktionäre der Commerzbank wäre das etwas, das den Kurs der Anteilsscheine mal wieder steigen lassen würde.

Aber etwas Brauchbares war auch dieses Mal kaum dabei. Zum zweiten Quartal hielt die Coba-Wundertüte zwar keine ganz so schlechten Zahlen bereit: Die Bank hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von knapp 700 Millionen Euro gemacht. Doch davon hat das Finanzinstitut nur 300 Millionen Euro im zweiten Quartal erwirtschaftet.

Dazu war die neue Wundertüte früher als gedacht am Kiosk erhältlich. Vor dem ursprünglichen Termin heute wurden bereits Eckdaten verkündet. Nicht ohne Grund, denn die Ausgabe der Marke Blessing enthielt nicht nur das übliche überraschende Zahlenwerk. Vor allem hatte der Commerzbank-Vorstandschef die Trennung von der ukrainischen Tochter Bank Forum mit in die Tüte gepackt. Die Forum-Bank, 2007 für 435 Millionen Euro erworben, wurde zu einem nicht genannten Preis verkauft.

Insgesamt dürfte das Ukraine-Erlebnis die Commerzbank rund eine Milliarde Euro gekostet haben. Immerhin schrumpft die Kapitaldecke nur um 86 Millionen Euro, da die Belastungen zum Teil schon früher mit dem Eigenkapital verrechnet wurden.

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