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Consumer Electronics Show Die Zeit der Gimmicks ist vorbei: drei Lehren aus der CES

Die größte Konsumenten-Elektronikmesse der Welt geht zu Ende: Die Kunst des Möglichen überzeugt dabei mehr als wilde Zukunftsvisionen.
11.01.2020 - 09:49 Uhr Kommentieren
Die Innovationen kommen in diesem Jahr eher von den kleinen Firmen. Quelle: AFP
Consumer Electronics Show

Die Innovationen kommen in diesem Jahr eher von den kleinen Firmen.

(Foto: AFP)

Las Vegas Es war gerade kurz nach acht Uhr morgens, da ließ ZF-Chef Wolf-Henning Scheider schon einige Luft aus den autonomen Träumen der Auto-Industrie: Mehr als Level2+-Autonomie sei bei privaten Pkw „kein Business Case“, sind sie bei dem großen Zulieferer aus Friedrichshafen überzeugt.

Gewöhnliche Autofahrer können demnach auch auf lange Sicht nur ab und zu mal die Hände vom Lenkrad nehmen, weil all die für echte Autonomie nötigen Radars, Lidars und Kameras zu teuer sind als dass Privatpersonen in Masse dafür bezahlen würden.

Auch wenn das mancher Entscheider in der Branche anders sieht: Der ganz große Enthusiasmus für das Auto-Auto für jedermann ist verflogen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schritte zu immer besserer Fahrerassistenz die Branche nicht umpflügen werden: Das smarte Auto braucht einen Zentralcomputer und allerlei Sensoren, die Chiphersteller wie NXP und Infineon liefern.

Der Dax-Konzern aus Neubiberg bei München ist nicht mehr nur Zulieferer der Zulieferer, sondern seit vergangenem Jahr etwa Teil von VWs Lieferantennetzwerk FAST.

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    Klassische Zulieferer müssen ihre Rolle neu definieren, so wie Continental als Integrator verschiedener Systeme, um nicht um einen immer kleineren Teil der Wertschöpfung am Auto von morgen kämpfen zu müssen.

    Privatsphäre ist keine rein deutsche Obsession mehr

    Apple kehrte nach 28 Jahren Absenz auf die CES zurück, aber nicht mit Produkten oder seinen neuen Streamingdiensten, sondern in Form seiner Chief Privacy Officer Jane Horvarth auf einem Panel mit ihren Kolleginnen von Facebook und Procter & Gamble. Horvarth konnte die bekannte, privatsphäre-freundliche Position des Unternehmens wiederholen, etwa dass „Hintertüren in der Verschlüsselung“ von Smartphones „keine Probleme lösen“ werde.

    Der Konzern hatte sich bei einem Amoklauf 2015 geweigert, das iPhone des Schützen nach Aufforderung des FBI zu knacken. Ihr Team arbeite „24 Stunden, 7 Tage die Woche, um Anfragen von Sicherheitsbehörden zu beantworten“, sagt Horvarth in Las Vegas.

    Auch wenn Apples Position zum San-Bernadino-Amoklauf weiter kontrovers ist – der Konzern fühlt sich wohl damit, auf der anderen Seite als Facebook und Google zu stehen, deren Geschäftsmodelle ohne Datensammelei schwer denkbar wären.
    Denn die Datenschützer haben aktuell die Oberhand – auch wenn man sich in Europa und gerade Deutschland jahrelang einredete, der Schutz der Privatsphäre sei ein veralteter Fetisch.

    Eben hat sogar Kalifornien, die Heimat des Silicon Valley, ein Datenschutz-Gesetz verabschiedet, das den Verkauf von Daten ohne die Zustimmung der Betroffenen verbietet. Ob es allerdings Auswirkungen auf Google und Facebook hat, muss sich noch zeigen. „Wir verkaufen keine Daten“, betonte Erin Egan, die oberste Datenschützerin des Konzerns, auf dem Panel.

    Die Zeit für Gimmicks ist vorbei

    Ola Källenius hatte sich den wohl prominentesten Zeitpunkt der Messe ausgesucht, um den „AVTR“ vorzustellen: Montagabend, am ersten vollen Pressetag der CES. Der Daimler-Chef brachte den Regisseur James Cameron mit, der mit Titanic und Avatar zwei der erfolgreichsten Blockbuster der Geschichte gedreht hat.

    Für Daimlers schlappe Margen in der Gegenwart wird das futuristische Auto noch lange nichts tun. Die biologische abbaubare Batterie braucht noch locker eineinhalb Jahrzehnte, bis sie in Autos eingebaut wird. Und dafür, dass der Zeitrahmen eher Jahrzehnte als Jahre ist, ist das Konzeptauto dann wieder ziemlich konventionell geformt.

    Die Innovationen, die von der CES 2020 bleiben, kommen eher von kleineren Firmen, sind alltäglicher Natur, aber kommen dafür auch bald in unserem Alltag an: Bytons „M-Byte“, das mit prominenter Unterhaltungselektronik und einem Fokus auf Integration von Diensten die autonome Zukunft vorausdenkt.

    Quibis Streamingdienst, der das Smartphone endlich nicht mehr wie eine geschrumpfte Kinoleinwand behandelt. Impossible Foods‘ vegetarisches Schweinefleisch, das der mehr als einen Milliarde Moslems und Juden dessen Konsum ermöglicht.

    Oder die Femtech-Startups wie Elvie, die mit seiner tragbaren Milchpumpen oder Hautanalysegeräten endlich die von Tech-Bros völlig vernachlässigte Hälfte der Menschheit als Kunden ernstnehmen.

    Mehr: Auf der CES werden wieder reihenweise Produktneuheiten präsentiert. Aber die Nutzer fragen zu Recht, was ihnen all die Geräte eigentlich bringen.

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