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Debatte um Einfluss Pro und Contra: Sollten Aktionäre mehr Rechte erhalten?

Auf der Hauptversammlung haben Aktionäre Bayer-Chef Baumann abgestraft, das Votum blieb folgenlos. Es muss eine Debatte um mehr Aktionärsrechte her.
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Der Bayer-Chef wurde auf der Hauptversammlung mit nur 45 Prozent der Aktionärsstimmen entlastet. Quelle: dpa
Werner Baumann

Der Bayer-Chef wurde auf der Hauptversammlung mit nur 45 Prozent der Aktionärsstimmen entlastet.

(Foto: dpa)

Wenn der Anstand fehlt, muss der Gesetzgeber ran, meint Handelsblatt-Redakteur Peter Köhler.

Die Aktionäre proben den Aufstand – und das ist gut so. Spätestens nach dem Abstimmungsdebakel für Bayer-Chef Werner Baumann auf der Hauptversammlung ist klar, dass die Investoren sich krasse Managementfehler nicht mehr gefallen lassen. Es ist vor allem den angelsächsischen Großaktionären zu verdanken, dass inzwischen mehr Aktionärsdemokratie gelebt wird.

Die Zeiten, in denen Unternehmen Anleger mit Würstchen und Kartoffelsalat ruhigstellen konnten, sind vorbei. Die Entwicklung kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern sie ist das Ergebnis schlechten und riskanten Wirtschaftens, das sich im Aktienkurs einiger Dax-30-Unternehmen widerspiegelt.

Wer etwa die Kursverläufe der Aktien von Bayer oder der Deutschen Bank anschaut, den packt angesichts der Vermögensverluste das kalte Grausen.

In den vergangenen Jahren hat sich unter dem Stichwort Corporate Governance einiges getan, beispielsweise haben die Transparenz und längerfristige Orientierung bei den Vergütungsstrukturen zugenommen – ohne aber die gröbsten Auswüchse bei der Bezahlung von Topmanagern zu verhindern.

Allerdings sollten die Unternehmen aus eigenem Antrieb jetzt zwei weitere Hebel in Bewegung setzen, bei denen es nur guten Willen braucht, um den Forderungen der Investoren nachzukommen und den Unternehmenswert zu steigern. Der Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat sollte generell untersagt werden.

Wer dem Konzern noch dienen will, soll das als Berater tun, nicht als Aufseher. Und die Vielfalt muss dringend erhöht werden. Exportweltmeister sollten einen guten Mix aus Geschlechtern, Nationalitäten und Altersstufen hinbekommen.

Das größte Problem ist aber, dass die Abstimmungen ohne Folgen bleiben. Bayer-Vorstandschef Baumann wurde wegen der milliardenschweren Klagerisiken aus der Übernahme von Monsanto mit nur 45 Prozent der Aktionärsstimmen entlastet, ein klares Misstrauensvotum.

Aber was passiert? Nichts, denn rein juristisch sind keine Konsequenzen zwingend. Hier besteht Nachbesserungsbedarf seitens des Gesetzgebers. Wer keine Mehrheit hat, ist abgewählt, das darf nicht nur für Politiker gelten.

Gern kann man eine Übergangszeit einrichten, etwa von zwölf Monaten, um einen Nachfolger zu installieren. Das Argument, damit würden Unternehmen zum Spielball von Hedgefonds, zieht nicht. Aktivisten werden gerade dann angelockt, wenn schon die breite Mehrheit der Aktionäre die Gefolgschaft verweigert hat.

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