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Deutsche Post Zumwinkels Geduldsprobe

Endlich kann Post-Chef Klaus Zumwinkel eine positive Nachricht verkünden: Die Logistiktochter DHL managt demnächst Einkauf und Logistik für 600 Krankenhäuser in Großbritannien, immerhin ein Regierungsauftrag.

Für Zumwinkel ist dies eine Bestätigung seiner Konzernstrategie: Internationalisierung und Auftreten als Komplettanbieter in der Logistik tragen Früchte. Dass die Übernahme des britischen Logistikers Exel, der schließlich als DHL-Tochter den Mega-Auftrag an Land gezogen hat, mit 5,6 Milliarden Euro mehr als teuer bezahlt war, interessiert jetzt nur noch am Rande. Die Investition zahlt sich aus. So lautet zumindest die Tagesparole in Bonn.

Schnell wird auch vergessen, dass der jährliche Umsatz, der mit dem Auftrag erzielt wird, mit 230 Millionen Euro eher bescheiden ist. Und die Schaffung von rund 1 000 Arbeitsplätzen kostet viel Geld. Außerdem drohen die britischen Gewerkschaften schon jetzt mit Streik gegen die Teilprivatisierung. Unter dem Strich bleibt also nicht sehr viel hängen. Wenn dann aber ein solcher Auftrag auch noch derart bejubelt wird, muss die Lage wohl ernst sein.

Zudem: Nach zahlreichen und zum Teil spektakulär teuren Übernahmen steckt die Post mitten in der Konsolidierung. Große Probleme im defizitären Expressgeschäft in den USA und in Europa bereiten Sorgen. Die in der Express- und Logistiksparte erzielten Ergebnisse lassen jedenfalls zu wünschen übrig. Gleichzeitig ist Zumwinkels Job als Aufsichtsrat der Telekom sehr zeitaufwendig – zu Lasten der Post. Einige Analysten sehen die Post bereits als Beute von „Heuschrecken“: Der Konzern sei in Einzelteilen mehr wert als in seiner Gesamtheit. Mit dem Auftrag der britischen Regierung will Zumwinkel es jetzt offenbar allen Skeptikern zeigen: Die Milliarden-Investitionen der Post lohnen sich. Habt nur Geduld.

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