Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Deutsche Telekom Ein Spiel mit dem Feuer

Seite 2 von 2:

Der Konzern hätte in dem Fall aber gleich drei Probleme: Zum einen würde er den Konflikt mit Verdi und vor allem mit großen Teilen der eigenen Belegschaft zementieren. Es ist schwer vorstellbar, wie sich unter diesen Umständen der Service verbessern lässt, der nicht zuletzt auf freundlichen und engagierten Mitarbeitern fußt. Zum Zweiten würde die Telekom damit den Großaktionär Bund brüskieren, der sowohl auf die Einhaltung der Sparziele als auch auf eine Einigung mit Verdi pocht. Und drittens würde der Konzern nur das untere Ende seines Sparziels von 500 bis 900 Mill. Euro erreichen. Der Grund: Die Tarifverträge, die dann für die technischen Mitarbeiter gälten, liegen nur gut zwei Prozent unter deren derzeitigem Gehaltsniveau. Und die Techniker machen 80 Prozent der Service-Kräfte aus.

Aber auch Verdi und die Mitarbeiter haben ohne Kompromiss viel zu verlieren. In ihrem Verhandlungsangebot hat die Telekom einen Kündigungsschutz bis 2011 festgeschrieben. Ohne Einigung würde nur für die Call-Center-Mitarbeiter, die 20 Prozent der Betroffenen ausmachen, bis 2009 ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bestehen. Die Techniker stünden ganz ohne Schutz da.

Telekomchef René Obermann hat bereits angekündigt, dass er ohne eine Einigung zumindest Teile der Service-Sparte verkaufen will, um die Kosten zu senken. So hoch wie die Gehälter der Telekom im Wettbewerbsvergleich sind, wäre es für den Konzern vermutlich billiger, den Service an externe Dienstleister auszugliedern. Zwar ist unklar, ob der Aufsichtsrat Obermann für einen Verkauf grünes Licht geben würde. Schließlich hat der Bund als Großaktionär maßgeblichen Einfluss auf die Beschlüsse des Gremiums. Und ob er angesichts des hohen Anteils von Beamten einem solchen Schritt zustimmen würde, ist nicht sicher.

Ausgeschlossen ist es aber nicht. Denn auch Berlin hat ein Interesse daran, dass die Telekom wieder auf die Beine kommt und sich der Aktienkurs erholt. Das ist ohne beherzte Reformen aber nicht möglich. Im Inland steht die Telekom mit dem Rücken zur Wand: Kundenverluste im Festnetz und Preiskampf auf dem DSL- und Mobilfunkmarkt lassen Umsätze und Gewinne schmelzen. Vor diesem Hintergrund sollte sich Verdi gut überlegen, ob es sich lohnt, weiter mit dem Feuer zu spielen.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Deutsche Telekom: Ein Spiel mit dem Feuer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote