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Editorial Die wahre unheimliche Macht

Die Wettbewerber, die tatsächlich in der Lage sind, die klassischen Zeitungen aus dem Markt zu drängen, sitzen im Silicon Valley und heißen Amazon, Facebook und Google. Nicht ARD und ZDF.
27.10.2017 - 12:16 Uhr 1 Kommentar
Titelseiten im Vergleich

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ erschien Anfang Oktober mit der Titelgeschichte „Die unheimliche Macht“. Darin ging es um die besondere Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von ARD und ZDF, um die staatlich garantierte Gebührenfinanzierung, den Einfluss der Politik und die wachsende Konkurrenz zu privaten Medien gerade bei den digitalen Angeboten.

Abgesehen davon, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland im Vergleich zum Staatsfunk in China oder Russland ungefähr so unheimlich ist wie der Kinderkanal Kika im Vergleich mit dem konservativen Propagandasender Fox News: ARD und ZDF sind, bei aller Wertschätzung der journalistischen Arbeit, nicht jene Konkurrenten, die das Geschäftsmodell der Verlagshäuser bedrohen.

Sven Afhüppe Quelle: Frank Schemmann für Handelsblatt
Der Autor

Sven Afhüppe ist Handelsblatt-Chefredakteur.

(Foto: Frank Schemmann für Handelsblatt)

Die Wettbewerber, die tatsächlich in der Lage sind, die klassischen Zeitungen aus dem Markt zu drängen, sitzen im Silicon Valley und heißen Amazon, Facebook und Google. Die Handelsblatt-Titelgeschichte beschreibt „Die unheimliche Macht“ dieser Technologiekonzerne, deren Geschäftsmodell vor allem darin besteht, aus unseren Daten Geld zu machen. Der immense Datenhunger ist nicht die einzige Gefahr. Die Systeme von Facebook, Google und Twitter erlauben es Internetnutzern, unkontrolliert Lügen zu verbreiten und damit auch noch Geld zu verdienen. Sie waren gar das Einfallstor für Drahtzieher aus Russland, um die US-Wahlen zu beeinflussen. In Anhörungen - vor Geheimdienstausschüssen des US-Kongresses - müssen sich Facebook, Google und Twitter bald dafür verantworten.

Die Stimmung hat sich gedreht - in Amerika wie in Europa. Die Technologiekonzerne aus dem Silicon Valley werden zunehmend zur Gefahr - für die Demokratie, die freie Meinungsäußerung und die Privatsphäre. Jeder Klick, jeder Kauf, jeder Kommentar im Internet wird verfolgt, verwertet und vermarktet. Wer die Daten hat, hat die Macht, lautet das Mantra. Es ist unheimlich, was die Konzerne alles über uns wissen und wie freizügig und intransparent sie unsere Informationen verwenden.

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    Unsere Titelgeschichte beschreibt, wie Nutzer beim Surfen durchs Internet zahlreiche Werbefirmen quasi „huckepack“ nehmen, die mit Hilfe von Tracking-Technologien registrieren, wofür sich der Nutzer interessiert, was er in seiner Freizeit macht und welche Produkte er morgen kaufen könnte. Das Ganze geschieht im Namen der Werbeindustrie, versichern die beteiligten Unternehmen. Doch Datenexperten wie die Wiener Professorin Sarah Spiekermann vermuten, dass noch andere Anwendungen denkbar sind. So könnten etwa Personalabteilungen, Kreditinstitute oder Krankenkassen gezielt Abfragen an die Datenbanken richten.

    Facebook, Google und Amazon haben ein System etabliert, dessen Macht wir uns kaum entziehen können. „Die unheimliche Macht“ ist daher Pflichtlektüre für alle, die verstehen wollen, wie uns die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley bedrohen.

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    1 Kommentar zu "Editorial: Die wahre unheimliche Macht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Kurioserweise wird gerade Youtube seit Jahren mit gebührenfinanzierten Inhalten von den Öffentlich-Rechtlichen Sendern quasi quersubventioniert. Sinn und Zweck der Rundfunkabgabe ist es ja nun nicht gerade Inhalte für Googles Videoseite zu produzieren, damit die was zum verwursten haben. Aber insbesondere im Jugendsegment laden die Sender wie die Weltmeister ihr Programm dort selbst hoch.

      ARD und ZDF sind mit zigtausenden Uploads aber auch nicht schlecht dabei. Von Böhmermanns Magazin Royale (dessen letzte Sendung wohl eine Art Retourkutsche für den Spiegel-Artikel sein dürfte) wird beispielsweise auch jede einzelne Folge auf Youtube eingestellt.

      Eigentlich haben die Öffentlich-Rechtlichen dort halt mal gar nichts zu suchen, zumal jeder Sender ohnehin seine eigene millionenschwere Mediathek hat. Naja... ist vielleicht auch mal einen Artikel wert. Bei iTunes treibt sich der ÖRR übrigens auch rum, damit Apple auch etwas von Ihren Rundfunkbeiträgen hat :-)

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