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Euro-Krise Griechenland hat Klassenziel erneut verpasst

Trotz einer schweren Rezession und zwei Wahlen hat die Haushaltskonsolidierung in Griechenland Fortschritte gemacht. Dennoch muss sich das Land einen Ruck geben, um notwendige Reformen in Gang zu setzen.
24.07.2012 - 14:29 Uhr 10 Kommentare
Die Akropolis in Athen. Quelle: dpa

Die Akropolis in Athen.

(Foto: dpa)

Gerade erst haben die Griechen aufgeatmet: Das Land hat eine neue, proeuropäische Regierung unter dem konservativen Premier Antonis Samaras bekommen. Den radikallinken Hasardeur Alexis Tsipras verbannten die Wähler am 17. Juni auf die Oppositionsbank.

Aber die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Die Krise ist zurück - oder zumindest das Krisengerede: Der IWF wolle seine Hilfszahlungen an Athen einstellen, heißt es in Medienberichten; für Wirtschaftsminister Rösler hat ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro „längst seinen Schrecken verloren“; und CSU-Generalsekretär Dobrindt empfiehlt den Griechen, die Staatsbediensteten schon jetzt zur Hälfte mit Drachmen zu entlohnen - um sich vom Euro zu entwöhnen. Beginnt der letzte Akt des Griechen-Dramas?

Heute kehrt die Troika nach Athen zurück. Von ihrem Urteil wird abhängen, ob sich die Katastrophenszenarien bewahrheiten oder ob Griechenland weitere Hilfsgelder bekommt. Ihr Zeugnis werden die Prüfer voraussichtlich erst Anfang September vorlegen. Aber schon jetzt ist absehbar: Griechenland hat das Klassenziel wieder verpasst. Zwei Wahlkämpfe haben das Land sechs Monate lang politisch gelähmt. Die Geduld der Gläubiger geht zu Ende.

Dabei hat sich in Griechenland seit Auflage des ersten Hilfspakets im Mai 2010 durchaus etwas bewegt. Nach Berechnungen der OECD sind die Reallöhne im vergangenen Jahr um 25,3 Prozent zurückgegangen, Griechenland hat einen Teil seines Wettbewerbsrückstands aufgeholt. Auch die Haushaltskonsolidierung macht Fortschritte: In nur zwei Jahren wurde das Budgetdefizit um fast sechs Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt reduziert. Im ersten Halbjahr 2012 lag der Fehlbetrag mit 12,4 Milliarden Euro deutlich niedriger als die im Etat angesetzten 14,9 Milliarden. Kein anderes EU-Land hat eine solche Konsolidierungsleistung vorzuweisen.

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    Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, als er vor dem Hintergrund einer schweren Rezession erzielt wurde. Griechenlands Wirtschaft befindet sich seit fünf Jahren auf Talfahrt. Bis zum Ende dieses Jahres wird das BIP um rund ein Fünftel geschrumpft sein. Das Resultat: 22,5 Prozent der Griechen sind arbeitslos, unter den bis zu 25-Jährigen hat sogar mehr als jeder Zweite keinen Job.

    Regierung muss mit einer Stimme sprechen
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    10 Kommentare zu "Euro-Krise: Griechenland hat Klassenziel erneut verpasst"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Ben-WA
      Ich erinnere mich noch genau:
      Das Deutsche Volk wurde bei der Einführung des EURO ruhiggestellt mit dem Argument: Niemand muß bei der Urlaubsreise in ein EURO-Land mehr sein Geld umtauschen! Was will ein reiselustiges rechenschwaches Volk mehr.

    • Dabei hat sich in Griechenland seit Auflage des ersten Hilfspakets im Mai 2010 durchaus etwas bewegt.
      ------------------
      Ja klar, hat sich eine Menge bewegt. Die ganz normalen Bürger wurden in die Armut geschickt.
      Mütter müssen ihre Kinder in Heimen abgeben, weil sie sie nicht mehr erähren können
      Das ist doch wirklich ein toller Erfolg

    • @MoyaStLeger
      Ihr Eindruck, daß die Deutschen den Euro begrüßt hätten, ist völlig FALSCH. Die deutsche Bevölkerung wollte den Euro mehrheitlich NIE.
      Man sieht hier in Deutschland die Unzulänglichkeiten der Möglichkeit der demokratischen Mitwirkung der Bevölkerung; der Euro war ein "politisches Projekt" einer kleinen Pseudo-Elite, die die deutsche Bevölkerung in den Euro gezwungen hat. Ein Volksentscheid hätte ein gegenteiliges Ergebnis gebracht.
      Sie sind Zeuge des unappetitlichen DEUTSCHEN Wesens, das aufgeht in "politischen Projekten"; unsere Politiker uns Eliten haben offensichtlich noch die gleichen Wurzeln wie die Nazis sie hatten - gefühlsschwanger und romantisch mit DEUTSCHER Überheblichkeit, DEUTSCHEN Größenwahn und DEUTSCHER Selbstüberschätzung das Volk ein weiteres Mal in die absolute Katastrophe zu führen.
      Die Engländer und Amerikaner sind allerdings NICHT unschuldig!! Die angloamerikanischen Zockerbanden der Großbanken verdienen nämlich prächtig daran, daß Deutschland gezwungen wird, die Schulden der FPIGS zu übernehmen und daran zu krepieren. Das politische "Problem" kommt hinterher - der wer sollte es den Deutschen dann verdenken, daß sie einfach "die Schnauze voll" haben?
      Wenn England und die USA etwas taugten, dann hätten sie sichergestellt, daß Deutschland die Eurozone verläßt! Sie aber beteiligen sich aktiv an der Vernichtung Deutschlands für ein "politisches Projekt"!

    • Ach, Herr Höhler, Fortschritte haben die Griechen gemacht? Wobei denn? In der Kapitalflucht?
      Schönreden, Milchmädchenrechnungen und dann der gemeinsame Bankrott der Eurozone. Hat ja Prof. Hankel schon vor 10 Jahren gesagt. Aber die Wahrheit, die Realität will niemand von den euromanen, ideologievergifteten Eurotikern hören. Wie bei den Sozialisten früher in östlichen Politbüros. Kein Unterschied!
      Es ist diese diffuse Lust an gigantomanischen "politischen Projekten", die regelmässig Völker in die Katastrophe führen. Die Verantwortlichen gehören vor Gericht gestellt. In meinen Augen ist die Todesstrafe angemessen - schon aus Gründen der Abschreckung!

    • So wie es sich Merkel vorstellt geht es nicht . Und so werden am Ende alle ihr Klassenziel verpassen .
      Einer der vielen Euroretter spielt ein falsches Spiel .
      Mit einer Krise darf man keine Stimmung machen . Merkel und Partei machen es aber . Warum ?
      Die Eurokrise ist schon zu ein Selbstläufer geworden .
      Die Staaten der Welt werden Europa zur Einheit zwingen müssen um eine Verlendung Europas zu verhindern .

    • MoyaStLeger - London
      Wann wird es den deutschen Politikern einleuchten,dass die "Euro Krise"ganz am Anfang dieses mislungenenen politischen Experiment zu erwarten war? Ich bin Engländerin doch ich wohnte über 30 Jahre in Deutschland. Ich war dabei als das deutsche Volk erhob sich von ihren Knien um ein starkes Land und eine noch stärkere globale Wettbewerbsfähigkeit aufgebaut haben. Der deutsche Export hat die D-Mark als die zweitstärkste Währung der Welt etabliert. Was ist los in den Köpfen der deutschen, dass sie sich immer wieder von ihren Politikern verleiten lassen? Warum haben dir Deutschen so wenig 'common sense'? Sie lassen sich viel zu viel von oben herab sagen lassen, auch wenn sie das starke Gefühl haben ihre 'Befehlshaber' haben unrecht. Dass das deutsche Volk die EU und die Euro völlig unkritisch begrüsst haben war für mich nur zu erklaren weil die einzelnen Deutschen (individual Germans) die ganze Sache nicht durchdacht hatten. Die Deutschen trauen die Entscheidungen ihrer Politiker ohne viel nachzudenken. Die Briten sind viel skeptischer. Unsere Politiker wissen ganz genau, wenn sie eine Entscheidung von oben herab ohne Zuwilligung des Volkes auferlegen, wird es Aufstand auf den Strassen geben! Die Engländer haben einen König enthauptet, einen Bürgerkrieg gekämpft, Streiks alle Art, Demonstrationen geführte und Revolte durch die Jahrhunderte damit der König und/oder Politiker wissen wer der Boss ist, nämlich das Volk. Nach so vielen Jahren in Deutschland, verstehe ich immer noch nicht weshalb die extrem vernünftige Deutschen nicht in voraus sahen, dass die Idee einer harmonisch, vereinte Grosseuropa produziert in dem zentral-europäischen Küche, wo alle Küchenmeister reine Intellektüllen und Idealisten waren ohne jegliches pragmatischen Gefühl, konnte nie gut gehen! Wie oft mussen die Deutschen selbst erfahren, dass solche falsche, von oben auferlegten idealistische Ideen in den Abgrund führen?

    • O-Ton Handelsblatt
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      Im ersten Halbjahr 2012 lag der Fehlbetrag mit 12,4 Milliarden Euro deutlich niedriger als die im Etat angesetzten 14,9 Milliarden.
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      Allerdings sind die "im Etat angesetzten 14,9 Milliarden" selber in keinster Weise mit den Abmachungen des zweiten Rettungspakets vereinbar.

      2011 hatte Griechenland ein Haushaltsdefizit von 19,694 Milliarden. Der Haushaltsansatz würde ein Defizit von 28,8 Milliarden 2012 bedeuten - 9 Milliarden mehr als 2011.

      Und auch die Halbjahresperformance würde auf das ganze Jahr hochgerechnet immer noch 24,8 Milliarden pro Jahr bedeuten. 5,1 Milliarden mehr als 2011.

      Und 9 Milliarden mehr als mit der Troika vereinbart.

      O-Ton Handelsblatt
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      Kein anderes EU-Land hat eine solche Konsolidierungsleistung vorzuweisen.
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      LOL!

      Der Redakteur hat wohl geglaubt die Etatansätze im griechischen Etat hätten irgend etwas mit Haushaltssanierung oder Einhaltung der Vereinbarungen mit der Troika zu tun.

      Dem ist nicht so - Griechenland steuert auf ein wesentlich größeres Haushaltsdefizit zu als vereinbart.

      ++++++++++++++++++++++

      Weshalb die Zahlungen so schnell wie möglich eingestellt werden sollten.

      Jeder Pfennig ist aus dem Fenster geworfenes Geld.

    • Alle haben es schon lange gewußt und dennoch haben unsere Politiker Geld, viel Geld, zuviel Geld nach Griechenland geschaufelt.

      'Es riecht sehr stark nach dem Drehbuch MAPPUS!

    • Wer hätte das gedacht? :D lol

    • ÜÜÜÜberraschuuuuuuuuuuuuuuuuuung!!!!!!!!

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