Euro-Krise Merkels Machtfülle wird teuer

Die Stärke der Bundeskanzlerin ist zugleich ihr Fluch: Merkels Machtfülle führt dazu, dass derzeit alle möglichen Wünsche in Europa bei ihr abgeladen werden. Am Ende wartet eine dicke Rechnung auf Deutschland.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel im Plenarsaal des Bundestages in Berlin. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Plenarsaal des Bundestages in Berlin.

(Foto: dpa)

Wo im Vorfeld des EU-Gipfels Ende Januar die politischen Kraftfelder Europas zusammenlaufen, lässt sich leicht am Terminkalender der Bundeskanzlerin ablesen. Seit Tagen eilen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone und des erweiterten EU-27er-Kreises nach Berlin, um sich vorab mit der mächtigsten Frau des Kontinents zu verständigen. Dass daneben IWF-Chefin Christine Lagarde gleich zweimal im Kanzleramt vorspricht, vervollständigt das Bild ebenso wie die Tatsache, dass es Angela Merkel ist, die beim diesjährigen Treffen der Weltwirtschaftselite in Davos am Mittwoch die Eröffnungsrede hält.

Der Kanzlerin fällt ihre dominierende Rolle in Europa derzeit aus mehreren Gründen zu: Ihr Partner Nicolas Sarkozy kämpft gerade im Schlussspurt des französischen Wahlkampfs um sein Amt. Die Briten als alternativer Partner haben sich mit der fehlgeschlagenen Taktik ihres Premierministers David Cameron erst einmal selbst den Stuhl vor die europäische Tür gestellt. Großbritannien muss angesichts der schottischen Sezessionsbestrebungen sogar um die Einheit des Königreichs fürchten. Und die anderen europäischen Regierungschefs sind entweder noch zu neu im Amt oder durch die Schuldenkrise politisch gelähmt.

Merkels Stärke ist aber zugleich ein Fluch: Ihre Machtfülle führt dazu, dass derzeit alle möglichen Wünsche bei ihr abgeladen werden. Das neue deutsche Bekenntnis zur Finanzmarkttransaktionssteuer in der Euro-Zone beispielsweise erfolgte recht prompt auf französisches Drängen hin. Auch Mario Monti, der mutige Chef der italienischen Expertenregierung, drängt bei Merkel auf finanzielle Hilfe in Form eines höheren Beitrags zum Euro-Rettungsfonds ESM. Angesichts der Härten, die er den Italienern zumuten müsse, sei es nun an den Deutschen, sich großzügig zu zeigen, meint Monti.

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39 Kommentare zu "Euro-Krise: Merkels Machtfülle wird teuer"

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  • Der allgemeine Tenor, auch in diesem Artikel, ist eine Fehlinterpretation der Realität. Merkel hin oder her, sie hat das Glück in einem gut gemachten Nest zu sitzen. Es ist das Ergebnis einer langen und gepflegten Kultur und Tradition. Andere Nationen haben es nicht getan. Und wir und Merkel müssen sehr beflissen sein dieses nicht zu verspielen. Die Warnzeichen mehren sich und M. hat nicht diese Sensibilität es rechtzeitig wahr zu nehmen. Monti, Borroso, Sarkozy, Junker und wie sie alle heißen mögen, sie sollen erstmal versuchen ihre Staaten lebensfähig zu machen und Drohungen zu unterlassen. Mit ihren nicht korrigierbaren Schulden haben sie bisher auf unsere Kosten gelebt. Die Medien sollten sich hüten den verlängerten "Hebel" für andere zu spielen und mit Schlagwörtern wie das "deutsche Diktat" Angst und Schrecken und Einschüchterungsbestrebungen für das deutsche Volk zu betreiben - auch sie tragen Verantwortung, nicht zu verspielen was andere erwirtschaftet haben. Andersherum, man sägt nicht an dem Ast auf dem man sitzt !

  • "Merkels Machtfülle wird teuer"
    Man hat nur die Macht, die einem gegeben wird, oder die stillschweigend geduldet wird!
    Das ist das Dilemma Deutschlands. Hier ist niemand in der Lage und noch schlimmer, bereit, dieser ferngesteuerten Krake Einhalt zu gebieten und ihr die Macht zu entziehen!
    Nur lamentieren bringt eben nichts und führ meist nur zur Belustigung der sog. Retter!

  • @Scherzkeks
    Wenn Sie in der DDR aufgewachsen sind, dann begreife ich nicht, dass Sie die Analogien der EU zur UdSSR nicht sehen. Wir sind auf dem Weg in die EUSSR - die wird genau so krepieren wie der Osten. Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun. Europa ist von seinem Weg abgekommen. Das ist das Problem!

  • So ein schwachsinniger Kommentar im HB. Merkel hat doch keine Macht! Sie hat nur den deutschen Größenwahn und die deutsche Überheblich - gemeinsam mit den meisten deutschen Politikern - die meint, den Euro "retten" zu können. Dabei ist Deutschland unterwegs zum eigenen Staatsbankrott, der ganz sicher kommt am Ende dieses "politischen Projekts". Die Eurotiker kapieren es selbst dann nicht, wenn es an der Wand knallt. Die feilen schon an Dolchstoßlegenden.
    Das ist das Widerwärtige - die Politiker sind nicht besser als es die Nazis waren oder die Politbüros früher im Osten.
    Die anderen Europäer wollen nur das deutsche Geld. Mehr interessiert die nicht. Absolut nicht. Wenn kein deutsches Geld mehr da ist, dann werden die den Euro verlassen. Italien hat immer solche Politik gemacht. Es stand immer auf der Seite der Gewinner. Auch im 2. Weltkrieg als Aggressor, der beizeiten die Seiten gewechselt hat und nichts weiter zu befürchten hatte. Sehr schlau im übrigen!

  • dago 138161
    Das ganze Lamentieren hier hilft doch nichts oder glaubt Ihr Frau Merkel oder ihr Büro liest das. Doch eher nicht ! Ihr solltet Eurem Unmut Luft machen in Schreiben an das Kanzleramt,oder an Frau Bundeskanzlerin direkt. Solange sich die Deutschen wie der Michel mit der Schlafkappe benehmen, keine Zeitung oder Bild lesen und sich über den BP aufregen, die Medien von Seal und dem Bobbycar schreiben,solange wird sich nichts ändern,und Frau BK wird weiter gehen auf ihrem unglückseligen Weg !

  • @ atinak: So so.

    Undifferenziert? Gut, "Geldjude" ist pol. inkorrekt.
    Korrigiere ich eben auch zu ELITEN. Sie wissen was gemeint war, Rothschild & CFR & Co.

    Staatensozialismus? Was soll das sein?
    POPULISMUS pur. Und ich wette, Sie sind nicht wie ich im real existierenden Sozialismus aufgewachsen. Das erweitert das Weltbild enorm kann ich Ihnen sagen.
    Es gibt einfach keine besseren Ansätze als Vergemeinschaftung (STAAT) existenzieller Funktionen wie Bus, Bahn, Post, Medien, Gesundheitswesen usw.
    Genau darin liegt das Kernproblem:
    Die meisten brüllen gegen den Staat (weil Bundespost und Bundesbahn ach so ineffizient und verschwenderisch waren) - und maulen heute weil kein privatisierter Zug mehr pünktlich kommt. Strom und Wasser, alles privatisieren. Dumm nur wenn dann zwangsläufig zentrale Lobbygruppen enorme Macht haben, gepaart mit Profitstreben haben wir dann das was die Welt von heute ausmacht. Atomkraft hin und her, Windräder hin und her.

    Entscheidend ist doch, wer am Hebel sitzt das öffentliche Leben per Knopfdruck ausschalten zu können.

    Darum schrieb ich: Gemäßigte, vernünftige Staatenverbunde mit den Idealen Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit (zumindest soweit das in einer kapitalistischen Gesellschaft überhaupt möglich ist) erscheint mir der beste Kompromiss. Positive Beispiele sind für mich die NATO-Kooperation, der Binnenmarkt, Schengen Abkommen und die damit verbundene Signalwirkung gegenüber China und Indien: Schaut her, wir Europäer sind auch wer!

  • Wenn es ernst wird, müssen wir lügen!!
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2411972938.jpg?t=1327410848

  • Nur sind Ökonomen eben keine Politiker. Und die Politiker sind meiner Meinung nach Willens um dieses Spielchen durchzuhalten bis zum bitteren Ende.

  • @Siggi40 und diese Stasi-Ableger, oder die neue Form des MfS, arbeiten phantastisch mit der ehemaligen westdeutschen "Altlinken- Fraktion" zusammen. Deren Ziel ja die Auflösung Deutschlands innerhalb Europas war und ist. Ein ehemaliger Grüner, soll darüber sogar ein Buch geschrieben haben. Hinzu kommen, die "Atlantik-Brücke", Bilderberger, Bertelsmann, Zeitverlag, Springer-Gruppe u.s.w., das ganze, zusammen, vernichtet dieses Land, auch ohne Griechenland. Ohne Austritt aus dem EURO, geht es nur noch abwärts. Was ist aus unserem Binnenmarkt geworden? "Made in China". Es wird doch viel weniger gekauft, als man Glauben gemacht bekommt. Wohin wurde meine Lebens-Kultur entführt? Armut wohin ich blicke. Es ist nicht die Nachkriegsarmut, die war anders. Selbst, Arme hatten damals noch ihre Würde - und das sah man ihnen auch an. Das was ich jetzt sehe, das ist in deutschen Gesichtern, Hunger und völlige Resignation. Die wissen längst, wohin die Reise geht. Mit unfähihigen und größenwahnsinnigen Politikern, die dieses Land in alle Zukunft hinein verkauft haben.

  • Schon bemerkenswert, nachdem die Italiener sich in eine Lage gebracht haben, die nicht haltbar ist, müssen sie reformieren. Aber das kann man den armen Italienern, die schon genug unter Berlusconi gelitten haben, nicht zumuten. Deswegen sollen die Deutschen mit bezahlen.

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