Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ex-US-Präsident auf Europatour Barack Obama will in Berlin nichts Geringeres als die Welt retten

Er mahnt, er scherzt, er gibt einen Einblick in die Gedankenwelt des einst mächtigsten Mannes der Welt. Barack Obama besucht Berlin – und vermag es noch immer, seine Zuhörer zu begeistern.
Kommentieren

BerlinBarack Obama nimmt sich Zeit für die 300 jungen Europäer. Fast zwei Stunden stellt sich der frühere US-Präsident den Fragen der jungen Menschen bei einem Town Hall Treffen an der Business School ESMT in Berlin. Bevor es am Samstagnachmittag losgeht liegt eine fast schon heilige Stille in der Luft.

Die jungen Leute warten beinahe andächtig auf den charismatischen Präsidenten. Man kann eine Nadel fallen hören, kurz bevor Obama den Saal in Begleitung von ESMT-Präsident Jörg Rocholl betritt.

Wie in seinen Zeiten als US-Präsident will Obama nichts Geringeres als die Welt retten. Er ruft die jungen Menschen auf, sich in der Welt zu engagieren und sich einzumischen. Die Jugend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, und „ihr könnt die Welt verändern“, sagt er und macht Ihnen Mut zu handeln. „Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt.“

Auf seinen Amtsnachfolger Donald Trump geht er wie schon bei seinem Auftritt am Freitag in Köln nur indirekt ein. Auf eine Frage, ob er denn als Politiker selbst meditiert habe oder Politiker im Allgemeinen meditieren sollten, antwortet er: Er glaube, dass bei einigen Politikern noch viel Raum sei für Meditation. Die Zuhörer lachen. Sie verstehen den Hinweis genauso wie schön in Köln seine Bemerkungen zum Klimaschutz in Richtung Trump.

Der demokratische Politiker äußerte sich in Köln „zuversichtlich und vorsichtig optimistisch“, dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden. Obama nennt auch hier Trump mit keiner Silbe, dennoch wird an verschiedenen Stellen deutlich, wer jeweils gemeint war. „Ich bin ein großer Anhänger aufklärerischer Werte wie Fakten, Vernunft, Logik“, sagt der 57-Jährige. „Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden.“ Obama betont auch, dass Entscheidungen und Diskussionen auf der Grundlage von Fakten stattfinden müssten.

Der ehemalige US-Präsident schüttelt in Berlin viele Hände. Gerade die jungen Zuhörer sind begeistert. Quelle: Reuters
Barack Obama

Der ehemalige US-Präsident schüttelt in Berlin viele Hände. Gerade die jungen Zuhörer sind begeistert.

(Foto: Reuters)

Zur Kritik an seinem Treffen zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel sagt er in Berlin kein Wort. Der Sprecher Merkels wollte es zuvor nicht als Affront gegen Trump verstanden wissen.

Obama spricht aber auch über Privates, als er über seine feste Zeit für das Abendessen mit der Familie erzählt. Wenn er nicht auf Reisen gewesen sei oder auf offiziellen Terminen in Washington, habe er immer um halb sieben mit der Familie zu Abend gegessen. Danach habe er oft bis um zwei Uhr Nachts noch gearbeitet.

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, ist auch unter den Zuhörern und fragt, wie Obama denn mit dem Hass in den sozialen Medien umgehe. Der antwortet, er beschäftige sich so wenig wie möglich mit den sozialen Medien oder Talk-Shows. Grundsätzlich fügt er hinzu, die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. „Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen“, warnt er.

Nachdenklich wurde Obama, als es um die Zukunft Europas ging. Europa gehe es gut, es habe einen der höchsten Lebensstandards, gute Bildung und Demokratie.

Aber: „Wir leben in unsicheren Zeiten.“ Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören, warnt er. Zum Schluss fordert er die Jugend noch einmal auf, über den politische Kurs mitzuentscheiden. „Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern“, laut seine Botschaft an die jungen Europäer.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Ex-US-Präsident auf Europatour - Barack Obama will in Berlin nichts Geringeres als die Welt retten

0 Kommentare zu "Ex-US-Präsident auf Europatour: Barack Obama will in Berlin nichts Geringeres als die Welt retten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.