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EZB-Zinserhöhung Kommentar: Behutsam weiter

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Mit der Erhöhung des Leitzinses auf vier Prozent setzt die Europäische Zentralbank (EZB) ihren behutsamen Straffungskurs fort. In Anbetracht einer für dieses Jahr erwarteten Wachstumsrate von fast drei Prozent im Euroraum braucht die Wirtschaft tatsächlich keine Unterstützung durch niedrige Zinsen mehr.

Die Finanzmärkte gehen davon aus, dass die Notenbank im Vierteljahresrythmus noch mindestens zwei Mal nachlegt und den Leitzins bis 4,5 Prozent hochschleust. Wenn sich die optimistischen Konjunkturerwartungen erfüllen und auch von außen keine unangenehmen Überraschungen kommen, ist das auch durchaus gerechtfertigt.

Doch die EZB tut gut daran, weiter behutsam fortzufahren und weitere Zinserhöhungen zu verschieben oder abzublasen, wenn sich das Bild eintrüben sollte. Denn unter Druck steht die Notenbank keinesfalls. Die Inflationsrate liegt mit 1,9 Prozent zwar genau wo sie sein sollte, und kann daher leicht die von der EZB gesetzte Obergrenze überschreiten.

Doch überzeichnet die Inflationsrate derzeit den aus der Wirtschaft, insbesondere von den Löhnen kommenden Preisdruck beträchtlich. Die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland hat die gemessene Teuerung nach oben getrieben. Gegen diese Art Teuerung ist Geldpolitik machtlos. Die Lohnstückkosten stagnieren dagegen. Das zeigt, dass die EZB Spielraum hat, auf eventuell sich abzeichnende Konjunkturrisiken mit Zurückhaltung zu reagieren, ohne dass deshalb die Inflation außer Kontrolle geraten würde.

Hoffen wir, dass der Euro nicht nach oben schießt, dass die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft insgesamt auf Wachstumspfad bleibt und dass und dass der Ölpreis nicht ins Extrem ausschlägt. Dann wird die EZB diesen Spielraum nicht nutzen müssen.

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