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FINANZMÄRKTE Krise? Welche Krise?

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Ein dreifaches Hoch auf die Bank of England. Nach langen Monaten der Finsternis zündet die britische Notenbank ein erstes Lichtlein der Hoffnung an. In ihrem jüngsten Bericht zur Stabilität der Finanzmärkte schreiben die Währungshüter, die Finanzmärkte hätten in Sachen Subprimekrise das Schlimmste hinter sich. Außerdem würden die Verluste der Banken aus den Verwerfungen wohl nur halb so hoch ausfallen wie von den Pessimisten befürchtet.

Die britischen Währungshüter könnten tatsächlich recht behalten. Finanzmärkte neigen zum Überschießen, in die eine wie in die andere Richtung. Die schier grenzenlose Euphorie vor dem Ausbruch der Krise war ein krasser Fall von Übertreibung, das Gleiche könnte jetzt für die von den größten Skeptikern skizzierten Weltuntergangsszenarien gelten.

Aber selbst wenn die Finanzbranche über den Berg sein sollte: Die Weltwirtschaft hat an den Folgewirkungen der Krise noch lange zu knabbern. Die Banken brauchen noch Monate, um ihre löchrigen Bilanzen zu reparieren. Noch viel länger wird es dauern, bis die Investoren wieder Vertrauen in die exotischen Finanzinstrumente fassen, die beim Aufpumpen der größten Kreditblase der Geschichte eine so prominente Rolle spielten. Die toxischsten dieser Instrumente werden ganz vom Markt verschwinden.

Summa summarum heißt das, dass weder die Finanzbranche noch die Wirtschaft insgesamt sich nun im Selbstlauf stabilisieren. Es gelten neue Bedingungen, die Weltwirtschaft wird lernen müssen, ohne das Dopingmittel beinahe unbegrenzter Liquidität auszukommen. Das ist ganz im Sinne der Notenbanken, die ja gerade erst mit sehr viel Geld und noch mehr Mühe die Banken vor dem Schlimmsten bewahrt haben.

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