Frankreich Kommentar: Super-Sarkos Crashkurs

Heute Abend könnte es zwischen Frankreichs selbstbewusstem Präsidenten Nicolas Sarkozy und den Finanzministern der Euro-Gruppe zum Schlagabtausch kommen.
  • Michael Scheerer
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Die dreiste Selbsteinladung des Franzosen und sein beabsichtigter Bruch des Stabilitätspakts provozieren. Wahrscheinlicher aber ist, dass das Treffen ohne die dringend notwendige Klärung endet. Vermutlich werden die Finanzminister der Euro-Gruppe dem hohen Gast aus Paris für seinen Besuch frostig danken, während die EU-Kommission den Auftrag erhält, die französischen Pläne gründlich zu prüfen. Der große Krach wäre dann vertagt.

Es fragt sich nämlich, ob Sar-kozy sich von Rangniedrigeren an den Pranger stellen lässt. Es ist ihm zuzutrauen, dass er dem Konflikt ausweicht und nach seinem eigenen Vortrag „aus Termingründen“ rasch die Heimreise nach Paris antritt. Ein Sarkozy streitet nicht mit untergeordneten Chargen im Ministerrang, sondern nur mit seinesgleichen. Das sind allein die Staats- und Regierungschefs.

Peer Steinbrück und seine Kollegen müssten ihren Unmut dann an der französischen Finanzministerin Christine Lagarde auslassen. Die ist allerdings schon gestraft genug. Mit seinem selbstherrlichen Auftritt in Brüssel hat Sarkozy seine Ministerin politisch beschädigt. Denn das Signal ist klar: Was wirklich wichtig ist, das erledigt der neue Herr im Élysée-Palast lieber selbst.

Doch der Zusammenprall mit dem Egomanen ist auf Dauer un-ausweichlich. In seiner kurzen Amtszeit hat der Franzose bereits die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei in Frage gestellt, am Fundament der EZB gerüttelt und nun den Stabilitätspakt unter Feuer genommen. Es wird Zeit, dass die Partner Super-Sarko zum Zurückschalten zwingen.

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