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Fusionen Ende ohne Schrecken

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Gut achtzig Jahre ist es her, da besiegelten vier Industriekapitäne die Fusion ihrer Unternehmen auf hoher See: An Bord des Linienschiffs „Aquitania“ gründeten sie auf einer Transatlantikfahrt die Imperial Chemical Industries. Jahrzehntelang war ICI ein Flaggschiff der britischen Industrie, erfand ein Mittel gegen Malaria und den Begriff „Plastik“. Gestern endete die ruhmreiche Geschichte des Industriegiganten mit dem Verkauf seiner bescheidenen Reste: Die Farben gehen an die niederländische Akzo Nobel, die Klebstoffe an Henkel. Und für die Spezialchemie-Abteilung werden wohl noch Käufer gesucht.

Das Ende von ICI wird morgen vielleicht in der Boulevardpresse oder im linken „Guardian“ beklagt. Auf der Hauptversammlung im Oktober werden weißhaarige Kleinaktionäre über den Ausverkauf der britischen Industrie jammern. Aber weder in der breiten Öffentlichkeit noch in der Politik oder gar bei Wirtschaftsführern wird die ICI-Zerschlagung auf Kritik stoßen. Das war beim Verkauf des Gaseherstellers BOC an Linde so oder auch bei der Übernahme des Stahlkonzerns Corus durch die indische Tata-Gruppe. Offene Märkte, da gibt es einen sehr breiten Konsens in Großbritannien, sind gut für das Land. Protektionismus ist eine bedauerliche Angewohnheit der Kontinentaleuropäer. Wenn Ausländer kommen und gute Preise für britische Konzerne zahlen, dann sind sie willkommen. Schließlich gibt es vor allem eine strategische Branche für die Briten, und das ist die Finanzindustrie. Jede Übernahme wirft Abermillionen an Provisionen für Banker, Berater, Anwälte, Wirtschaftsprüfer und PR-Firmen in London ab. Und manche Übernehmer entscheiden sich wegen der offenen Märkte gar noch für einen britischen Firmensitz – siehe Thomas Cook und Tui Travel.

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