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Glosse Bye-bye, proper English!

Mit dem Austritt Großbritanniens verliert die EU viel, vor allem aber sauberes Englisch. Es bleibt das, was in Brüssel zur Amtssprache gereift ist.
01.02.2020 - 11:39 Uhr Kommentieren
Mit Großbritannien verliert die EU auch ihre inoffizielle Amtssprache. Quelle: AFP
Brexit

Mit Großbritannien verliert die EU auch ihre inoffizielle Amtssprache.

(Foto: AFP)

Die Briten sind weg. Mitgenommen haben sie einen ihrer beliebtesten Exportartikel: die englische Sprache. Was uns Kontinentaleuropäern bleibt, ist ein verschandeltes „British English“. „Eurish“ heißt die teils beschämende, teils belustigende Englisch-Variante, die Festlandeuropa nun ungeniert als „Lingua franca“ etabliert.

Ganz vorn mit dabei: EU-Politiker. Sie benutzen die linguistische Geschwulst besonders gern. Denn eine offizielle Amtssprache gibt es im Europaparlament nicht, dafür aber eine inoffizielle: schlechtes Englisch. Man denke nur an den CDU-Politiker Günther Oettinger, der trotz sprachlicher Ausrutscher wie „We are all sitting in one boat“ EU-Kommissar wurde.

Dass das Englischniveau in Brüssel zu wünschen übrig lässt, gesteht auch Terry Reintke. Die deutsche EU-Abgeordnete der Grünen twitterte Ende des vergangenen Jahres: „Sometimes I hear people make fun about the shitty English we speak in Brussels. We certainly do, but I always found that superbeautiful.“

Scheint, als hätte man in Brüssel akzeptiert, dass man dort nicht Englisch, sondern „bad English“ spricht. Und der Brexit macht’s noch schlimmer. Bis zum 31. Januar sind 13 Prozent der Unionsbürger Muttersprachler – danach nur noch etwa ein Prozent.

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    Das Verhältnis unter den EU-Mitarbeitern sieht ähnlich aus. Nach dem Brexit wird es auch kein EU-Land mehr geben, das Englisch als erste Amtssprache führt. In Irland ist es Gälisch, in Malta Maltesisch. Wer wacht dann also noch über ein „korrektes“ Englisch, wenn Großbritannien die EU verlässt?

    Die Briten kümmert es nicht. Zumindest nicht mehr. „English in the EU, spoken primarily by non-native speakers, has taken on a life of its own“, schrieb der „Guardian“ Anfang der Woche. Alles halb so schlimm. Die Einzigen, die den „eurishen“ Mix aus falschen Übersetzungen, kläglicher Grammatik und politischem Fachjargon nicht verstanden haben, waren sowieso die Briten.

    Zumindest nicht ohne dem 60-Seiten-Dokument „Misused English words and expressions in EU publications“, das ein europäischer Rechnungshofmitarbeiter (und selbst Brite) extra für die Muttersprachler veröffentlicht hat. Damit auch sie wissen, dass mit „EU aids“ keine Immunkrankheit gemeint ist.

    Mehr: Am Samstag um 0 Uhr sind die Briten draußen. Doch ihr Schicksal hängt auch weiterhin am europäischen Festland – ob sie es nun wollen oder nicht.

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