Hedge-Fonds Kommentar: Falsch gehebelt

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Unkenrufe sind in diesen Tagen unpopulär. Angesichts der Zitterpartie an den Weltfinanzmärkten geben führende Notenbanker, Politiker und Banker lieber beruhigende Töne von sich. Mit Blick auf die Hedge-Fonds kann einem aber angst und bange werden. Die unregulierten Finanzvehikel gleichen einer Black Box, aus der jedes, wirklich jedes Ergebnis kommen kann.

Dass die Finanzkrise die Hedge-Fonds kalt erwischt hat, zeigen die jüngsten Zahlen zur Ertragsentwicklung im Monat August. Dabei schreckt vor allem die Breite der Verluste auf. Kaum eine der vielen Anlagestrategien mit sehr unterschiedlicher Zielrichtung konnte sich der Abwärtsspirale entziehen, auch wenn Hedge-Fonds mit mathematisch-statistischer Ausrichtung am stärksten betroffen waren.

Das verwundert nicht, denn in Krisenzeiten leiden Hedge-Fonds unter Verkäufen, die die gesamte Palette aller Wertpapiere betreffen. Logisch. Denn jede der Spezialgesellschaften versucht, dort Verluste auszugleichen, wo sie noch einen ordentlichen Preis bekommt. Daraus folgt jedoch auch, dass fallende Kurse von einer Wertpapiergattung auf die nächste überspringen. Deshalb müssen sich Hedge-Fonds künftig wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren – etwa das Ausnutzen von Arbitragegeschäften. Mit Derivaten und Krediten massiv hochgehebelte Spezialgesellschaften darf es nicht länger geben.

Außerdem brauchen wir mehr Transparenz: Es ist höchste Zeit, dass sich die Hedge-Fonds freiwillig Regeln unterwerfen und zumindest den Finanzaufsehern Einblick in ihre Risikolage geben. Fruchten diese Forderungen nicht, ist eine konzertierte Aktion der Gesetzgeber gefragt. Wir dürfen nicht sehenden Auges in eine noch größere Finanzkrise gehen.

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