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Iran Russische Schlangenlinien

Hü und hott sind nicht nur Begrifflichkeiten aus der Welt der Reiter, sondern immer öfter auch politische Befehle im Kreml. Anders sind Moskaus ständige außenpolitische Volten in Sachen Iran schwer zu erklären. Einerseits drängt man Teheran, die Urananreicherung aufzugeben. Wirksame Sanktionen, um dieses zu erzwingen, lehnt man aber ab. In Wladimir Putins Brust schlagen beim Blick in Richtung Teheran jedenfalls zwei Herzen. Da ist zum einen die Gazprom- und Rüstungsfraktion, die engste Bindungen zu Iran sucht. Gazproms Tochter Atomstrojexport baut den umstrittenen Reaktor in Bushehr. Und Russlands Gasgigant schmiedet mit den Persern auch Pläne zur Gründung eines Erdgaskartells, einer Art Gas-Opec. Moskaus Rüstungslobby um den Waffenexportmonopolisten Rosoboronexport hat die Mullahs in der Kundenkartei, liefert moderne Raketenabwehrsysteme.

Auf der anderen Seite des Kremls stehen aufgeklärte Militärs und Politiker, die Iran als doppelte Gefahr sehen, weil iranische Raketen viel schneller russisches Territorium erreichen könnten als amerikanisches. Und weil die fundamentalistischen Kleriker nicht nur versuchen, in arabischen Ländern religiösen und politischen Einfluss zu nehmen, sondern ganz offensichtlich auch die stark wachsenden islamischen Minderheiten im russischen Riesenreich in ihr Blickfeld nehmen. In dieser Gemengelage und angesichts des gespannten Verhältnisses seines nach Weltmacht greifenden Riesenreiches zu den USA gestaltet Putin seine Außenpolitik. Bei all den divergierenden Interessen muss man sich daher nicht wundern, dass der diplomatische Kurs in Schlangenlinien verläuft. Um den Platz am Ruder streiten sich eben Kaufleute, mächtige Lobbyisten und Politiker.

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