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Israel Vertrauen auf dem Tiefpunkt

Das Urteil der Regierungskommission zum zweiten Libanonkrieg fällt vernichtend aus.
  • Pierre Heumann

Verteidigungsminister Amir Peretz und Generalstabschef Dan Halutz sind für das Debakel verantwortlich – vor allem aber Premier Ehud Olmert. Er handelte „hastig, ohne dass ihm ein detaillierter Militärplan unterbreitet worden wäre und ohne dass er danach gefragt hätte“, heißt es im Bericht. Und: „Das alles ergibt ein ernstes Scheitern im Urteilsvermögen, der Verantwortung und der Vorsicht.“

Olmert kann dem Verdikt nicht einmal viel entgegensetzen. Denn er hat die Kommission, deren Urteil so vernichtend ausgefallen ist, selber ernannt. Halutz hat inzwischen seinen Hut genommen. Auch Peretz hat bereits angekündigt, dass er sich aus dem Verteidigungsministerium verabschieden will. Nur Olmert klammert sich an seinen Sitz fest. Er werde alles daransetzen, die von der Kommission ans Licht gebrachten Fehler zu verbessern, lässt der Premier verlauten.

Den zentralen Fehler wird er dadurch freilich nicht beheben können. Denn Olmert ist Teil des Problems. Es lässt sich nur durch seinen Rücktritt lösen.

Die Bevölkerung hat das Vertrauen in seine Führungsfähigkeiten längst verloren. In einer repräsentativen Meinungsumfrage, durchgeführt kurz nach der Publikation des Untersuchungsberichts, gaben null Prozent an, Olmert wiederwählen zu wollen. Damit hat der Nachfolger von Ariel Scharon eine historische Negativmarke erreicht. Tiefer kann er nicht mehr sinken. Noch zögern die meisten Minister, sich öffentlich von Olmert zu distanzieren und seinen Sturz voranzutreiben. Erst ein Regierungsmitglied ist bisher zurückgetreten. Aber hinter den Kulissen gärt es. In der Kadima-Partei von Olmert beginnt die Suche nach einem Nachfolger des Premiers.

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