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Karstadt-Kaufhof Kommentar: Szenen einer Ehe

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Eine Traumhochzeit wird es sicher nicht, die Verbindung zwischen den letzten großen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof. Eher eine aus Not geborene Ehe. Nicht weil die beiden schon etwas miteinander hatten und jetzt die Konsequenzen daraus ziehen müssten. Im Gegenteil: Der scharfe Wettbewerb neuer Fachmärkte, zeitweise konsummüde Kunden und knallharter Preiswettbewerb zwingen die Väter der beiden Handelshäuser, Thomas Middelhoff (Arcandor) und Eckhard Cordes (Metro), zum Handeln.

Dem neuen Chef im Hause Metro kommt das gerade recht. Bieten die Avancen Middelhoffs doch eine einmalige Chance, sich die schwierige Tochter vom Hals zu schaffen. Es mag nur ein Zufall sein, dass die Pläne für die Firmenehe ausgerechnet jetzt durchsickern. Aber es beweist, dass mit der Machtübernahme der Familie Haniel beim Handelskonzern Metro eine neue Zeitrechnung anbricht.

Cordes hat am Donnerstag im Auftrag der Familie Haniel den Vorstandsvorsitz bei Metro übernommen. Niemand erwartet schon in wenigen Tagen strategische Weichenstellungen. Doch der offiziellen Ansage, erst einmal komme alles auf den Prüfstand, muss man nicht Glauben schenken. Eher steht zu vermuten, dass der Masterplan für den Umbau der Metro längst fix und fertig in Cordes’ Schublade liegt.

Für eine schnelle Veränderung beim Düsseldorfer Konzern spricht aber noch etwas anderes. Bislang war die Metro-Beteiligung für Haniel eher eine langweilige Geldanlage. Wer aber wie Haniel zusätzlich mehr als drei Milliarden Euro investiert, um die Kontrolle zu übernehmen, der will Ergebnisse sehen. Die Familien-Heuschrecke vom Rhein, wie Haniel gern genannt wird, agiert womöglich schneller, als man von den gefürchteten Private-Equity-Fonds gewohnt ist.

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