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Kommentar ABB sollte beim Umbau Kurzschlussreaktionen vermeiden

Dass ABB, seine Netzsparte verkauft, ist sinnvoll. Doch den Erlös sollten nicht nur Aktionäre einstreichen – der Konzern braucht für seine Pläne Kapital.
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Der ABB-Chef gibt dem Druck der Aktionäre nach. Quelle: dpa
Ulrich Spiesshofer

Der ABB-Chef gibt dem Druck der Aktionäre nach.

(Foto: dpa)

Nun also doch: Jahrelang drängten die Aktionäre die schweizerische ABB zum Verkauf ihrer Stromnetzsparte, jetzt gibt Firmenchef Ulrich Spiesshofer dem Druck nach. Er will ABB zum digitalen Technologiekonzern formen. Hightech statt Hochspannung lautet die Devise.

Früher galten Industriekonglomerate als überlegen, heute teilen sie ihr Schicksal mit der Musikkassette und „Wetten, dass..?“ – sie sind out. Die Fokussierung aufs Technologiegeschäft ist für ABB durchaus sinnvoll. Doch wenigstens ein Teil des Erlöses sollte an den Konzern fließen.

Stattdessen will ABB das Geld komplett an die Aktionäre ausschütten. Das sieht verdächtig nach einer Kurzschlusshandlung aus.

Mit neun Milliarden Dollar legt Hitachi für das Netzgeschäft nämlich viel mehr auf den Tisch, als die Sparte noch vor einigen Jahren wert war. Doch vom Beharrungsvermögen des ABB-Chefs profitieren allein die Anteilseigner. Der gesamte Verkaufserlös soll in Aktienrückkäufe und Dividenden fließen. Das lässt erahnen, wie groß der Druck von Cevian und Konsorten gewesen sein muss.

Der Netzverkauf sollte wichtige Pläne finanzieren

Dabei will Spiesshofer ABB zu einem führenden Spieler in den digitalen Industrien machen. Bei Zukunftsthemen wie E-Mobilität oder Robotik gegen die Konkurrenz zu bestehen kostet aber viel Geld. Der Konzernchef betonte am Montag zwar, dass ABB über genug finanzielle Ressourcen für organisches Wachstum und Zukäufe verfügt.

Aber ein Polster würde den Schweizern guttun. Das Netzgeschäft herauszulösen wird das Unternehmen mindestens bis zum Jahr 2020 beschäftigen. Zugleich wird das Umfeld deutlich schwieriger. Denn die Aussichten für die Weltwirtschaft trüben sich ein.

Wenn ABB in dieser Gemengelage wirklich ein digitales Powerhouse werden will, braucht es dafür auch die entsprechenden finanziellen Ressourcen und Leuchtturmprojekte. Ein Teil des Verkaufserlöses sollte deshalb im Konzern bleiben. Mit Aktienrückkäufen gewinnt man keine Marktanteile.

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