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Kommentar Abitur und Studium haben an Attraktivität verloren – und das ist gut so

Die Zahl der jungen Menschen, die sich fürs Studium entscheiden, sinkt nicht, stagniert aber. Eine gute Entwicklung: So bleibt auch die Lehre stark.
24.06.2020 - 18:32 Uhr Kommentieren
Der Andrang auf die Studienplätze hat sich stabilisiert. Die betriebliche Berufsausbildung kommt damit entgegen den Befürchtungen nicht unter die Räder. Quelle: dpa
Hörsaal an der Uni

Der Andrang auf die Studienplätze hat sich stabilisiert. Die betriebliche Berufsausbildung kommt damit entgegen den Befürchtungen nicht unter die Räder.

(Foto: dpa)

Erinnern Sie sich noch an die aufgeregte Debatte um den „Akademisierungswahn“? Bestimmt. Vor wenigen Jahren, als die Zahl der Studenten über die Marke von 2,5 Millionen stieg, machte sich Panik breit, dass der Ansturm auf die überlasteten Hochschulen kein Ende finde – und die traditionelle deutsche Berufsausbildung unter die Räder gerate. Teilweise speiste sich die Nervosität auch schlicht aus der Angst der Besserverdiener, dass ihr Nachwuchs trotz Abi und Examen bald nichts Besonderes mehr sein würde.

Nun hat sich der Hype beruhigt: Der Trend zum Abitur ist rückläufig, die Zahlen der Erstsemester stagnieren. Und es spricht einiges dafür, dass der Trend stabil ist. Denn die Stimmung hat sich zumindest etwas gedreht. Eine Lehre gilt heute wieder mehr als noch vor zehn Jahren. Auch die höheren Abschlüsse wie Meister/in, Techniker/in oder Fachkaufmann/frau finden wieder mehr Zulauf.

Das ist gut so, denn Deutschland hat bei der Akademikerquote, die zu Anfang des Jahrtausends im internationalen Vergleich viel zu niedrig war, gewaltig aufgeholt. Dass es nicht zu viele sind, zeigen die einschlägigen Daten zu den Gehaltsvorteilen und der noch immer größeren Jobsicherheit der Akademiker. Die Wirtschaft hat die zusätzlichen Hochschulabsolventen eingefordert und kann sie ganz offensichtlich auch gut gebrauchen.

Zugleich droht der größte Fachkräftemangel aber im Feld der beruflich qualifizierten Fachkräfte. Zudem gilt es, in der Lehre auch wieder mehr schwächere Schulabgänger aufzufangen. Es kann nicht dabei bleiben, dass mehr als zwei Millionen der 20- bis 35-Jährigen gar keinen Berufsabschluss haben.

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    Deshalb war es höchste Zeit, der Lehre wieder zu mehr Ehre zu verhelfen, wie es die Bundesregierung etwa mit Mindestlöhnen für Azubis und aktuell in der Coronakrise mit den Ausbildungsprämien versucht. Jetzt müssen nur noch die Unternehmen den dringenden Rat des Bundespräsidenten beherzigen und auch genügend Azubis anheuern.

    Mehr: Der Trend zu Abitur und Studium ebbt ab.

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