Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Schuh von Adidas

In Europa wähnte sich der Dax-Konzern als natürlicher Marktführer.

(Foto: dpa)

Kommentar Adidas hat seine Heimat vergessen – das rächt sich jetzt

Es war ein Fehler von Adidas, in jüngster Zeit fast ausschließlich in Asien und Amerika zu investieren. Die Sportmarke muss in Europa mehr Kundennähe suchen.
Kommentieren

Ein Sportgeschäft ohne Adidas ist nach wie vor kaum vorstellbar in Europa. Keine andere Sportmarke ist so beliebt auf dem Kontinent. Aber in den Regalen der Händler von London bis Rom machen sich in diesem Jahr andere Marken breit. Zuvorderst der Weltmarktführer Nike aus den USA, aber auch der Lokalrivale Puma und das ambitionierte amerikanische Label Under Armour.

Während sich die Konkurrenten über kräftige Umsatzzuwächse in der Region freuen, schrumpften die Erlöse von Adidas auf dem Heimatmarkt im dritten Quartal. Das hat vor allem einen Grund: Europas größter Turnschuhhersteller hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark auf Asien und Nordamerika fokussiert. Derweil hat das Management um Vorstandschef Kasper Rorsted Europa aus den Augen verloren. Ein schwerer Fehler, wie die jüngsten Quartalszahlen beweisen.

Viel zu lange hat sich der Dax-Konzern in Europa darauf verlassen, dass die Konsumenten zu seinen modischen Retro-Modellen greifen. Als die Menschen die Nase voll hatten von Schuh-Klassikern, fehlten weitere Bestseller.

In Amerika und Asien hingegen hörten die Designer und Entwickler genauer hin – und treffen dadurch den Geschmack der Leute wesentlich besser. Dort wächst das Geschäft zweistellig. Dabei hilft, dass Adidas überproportional viel Geld gerade in den USA ausgibt, für neue Läden, zusätzliche Mitarbeiter und Sponsoringverträge. Dieser Ehrgeiz ist verständlich, schließlich rangiert das Label auf dem größten Sportmarkt der Erde weit hinter Nike.

In Europa hingegen wähnte sich der Dax-Konzern als natürlicher Marktführer, tat zu wenig, um die Konsumenten zu begeistern; eine Überheblichkeit, die sich rächt. Wenn Adidas zu Branchenprimus Nike aufschließen und die Verfolger auf Abstand halten will, muss der Konzern überall Höchstleistungen vollbringen – auch dort, wo die Marke vermeintlich gesetzt ist. Die Aktionäre können nur hoffen, dass die schlechten Europa-Zahlen Rorsted und Kollegen aufgerüttelt haben.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Adidas hat seine Heimat vergessen – das rächt sich jetzt

0 Kommentare zu "Kommentar: Adidas hat seine Heimat vergessen – das rächt sich jetzt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote