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Kommentar Affäre am Arbeitsplatz: Die Entlassung des McDonald's-Chefs ist richtig

Steve Easterbrook muss gehen, weil er eine Beziehung im Büro führte. Das ist nicht prüde von McDonald's, sondern eine vernünftige Reaktion des Konzerns.
04.11.2019 - 18:14 Uhr Kommentieren
McDonald's: Die Entlassung von Steve Easterbrook ist vernünftig Quelle: Reuters
Steve Easterbrook

Der Manager hat McDonald's verlassen.

(Foto: Reuters)

Dem Burgerboss ist die Liebe zum Verhängnis geworden. McDonald‘s hat seinen Vorstandsvorsitzenden Steve Easterbrook entlassen, weil er mit einer ihm dienstlich unterstellten Person liiert war. Die Beziehung war zwar offenbar einvernehmlich, teilte die Fast-Food-Kette mit. Doch das tut nichts zur Sache: Easterbrook hat gegen den Firmenkodex verstoßen und „schlechtes Urteilsvermögen“ an den Tag gelegt, wie es in der Mitteilung heißt.

Man kann das Verhalten von McDonald‘s in der heutigen Zeit als prüde oder gar als spießig bewerten. Doch es ist die einzig richtige Reaktion: Denn Beziehungen zwischen Chef und Mitarbeiter sollten tabu sein.

Gerade amerikanische Konzerne tun sich mit Liebschaften im Büro schwer. In ihren Unternehmensrichtlinien verbieten sie Gefühle. So stolperte auch Brian Krzanich vor einem Jahr über eine Liebesaffäre – und musste seinen Chefposten beim Chiphersteller Intel räumen.

Hierzulande hingegen gilt Liebe am Arbeitsplatz nicht als verpönt. Im Gegenteil: Das Büro ist eine der wichtigsten deutschen Heiratsbörsen. Jede vierte Beziehung soll am Arbeitsplatz beginnen, zeigen Umfragen. Anders als in Amerika sind Anti-Liebesklauseln in den Ethik-Richtlinien der hiesigen Unternehmen verboten, weil sie das Persönlichkeitsrecht einschränken, urteilten Arbeitsgerichte.

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    Aber sinnvoll wären sie allemal. Wenn Mitarbeiter auf den Fluren flirten und im Kopierraum knutschen, sind die Kollegen abgelenkt und schnell genervt. Sollte die Beziehung auseinandergehen, wollen beide nichts mehr miteinander zu tun haben – und müssen trotzdem zusammenarbeiten. Beziehungen im Büro führen zu einem Leistungsabfall, weil das Teamklima leidet, beobachten Arbeitspsychologen. Und das schadet dem gesamten Unternehmen.

    Wenn Beziehungen im Büro solche Auswirkungen haben, sollte das Argument zurückstehen, dass sich der Arbeitgeber nicht in private Belange einzumischen habe. Man muss ja nicht gleich kündigen. Wen die Liebe trifft, kann sich auch in eine andere Abteilung versetzen lassen. Hauptsache, er oder sie hat im Tagesgeschäft nichts mit dem Partner zu tun.

    Solche freiwilligen Versetzungen funktionieren bei normalen Angestellten, nicht aber bei Vorstandschefs. Sie sind per Definition fürs gesamte Unternehmen zuständig. Gerade bei Beförderungen oder Leistungsbeurteilungen lässt sich kaum ausschließen, dass das unternehmensinterne Wissen um die Beziehung die klare Sicht auf den rangniedrigeren Partner vernebelt.
    Es sei ein Fehler gewesen, schreibt Easterbrook in einer Mail. Die Einsicht kam zu spät. Und sollte eine Lehre für Manager und Mitarbeiter sein, die auf Partnersuche im Büro sind.

    Mehr: McDonald's-CEO Steve Easterbrook ist wegen einer Beziehung mit einer ihm dienstlich unterstellten Person entlassen worden. Sein Nachfolger wird Chris Kempczinski.

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    Mehr zu: Kommentar - Affäre am Arbeitsplatz: Die Entlassung des McDonald's-Chefs ist richtig
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