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Kommentar Alle reden über die Grünen – Aber in Hessen könnte die FDP zur Königsmacherin werden

Vor der hessischen Landtagswahl gibt es einen Hype um die Grünen. Nach dem Wahlabend dürfte es aber auch auf eine andere Partei ankommen: die FDP.
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Die FDP könnte bei der hessischen Regierungsbildung nach der Landtagswahl eine entscheidende Rolle einnehmen. Quelle: dpa
Christian Lindner

Die FDP könnte bei der hessischen Regierungsbildung nach der Landtagswahl eine entscheidende Rolle einnehmen.

(Foto: dpa)

Es wird viel über den Aufstieg der Grünen und den Absturz der beiden Volksparteien CDU und SPD geschrieben. Die breite Öffentlichkeit hat bislang aber nicht wahrgenommen, dass es bei der Landtagswahl in Hessen am kommenden Sonntag wahrscheinlich auch auf die FDP ankommen wird.

In den aktuellen Umfragen liegen die Liberalen von Parteichef Christian Lindner bei acht bis neun Prozent. Das gibt ihnen das nötige Gewicht. Ohne die FDP hätte vielleicht ein Linksbündnis die Mehrheit, das eigentlich keiner in Wiesbaden möchte.

Das Trauma der früheren SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wirkt bis heute noch nach. Ypsilanti brach 2008 ihr Versprechen und wollte eine von ihr geführte Koalition mit den Grünen von der Linkspartei dulden lassen. Das Vorhaben scheiterte kläglich.

Der heutige Grünen-Chef Tarek Al-Wazir war damals schon mit dabei und dürfte keine guten Erinnerungen daran haben. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel musste für die Sozialdemokraten anschließend die Scherben wegräumen. Ein Verdienst, das ihm heute noch hoch angerechnet wird.

So wie es aussieht, wird es in Hessen am Wochenende nicht für eine Zweierkoalition reichen. Damit kommt der FDP ihre klassische Funktion der Königsmacherin zu. Die Präferenzen der Liberalen liegen ganz klar bei einem Bündnis mit CDU und Grünen unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier.

Bouffier hat im Gegensatz zur CDU-Vorsitzenden Angela Merkel in den letzten Wochen nicht auf die FDP draufgehauen, sondern konstruktive Signale ausgesandt und erklärt, man habe früher gut zusammengearbeitet. Der hessische FDP-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Rene Rock kann aber auch gut mit Schäfer-Gümbel. Ihnen wird ein exzellentes persönliches Verhältnis nachgesagt.

Die Liberalen wollen in einer Koalition ihre Wirtschaftskompetenz einbringen. Das ist auch nötig. Zwar hat Schwarz-Grün geräuschlos regiert, aber wirtschaftliche Dynamik ging vom Duo Bouffier und Al-Wazir nicht aus. Die FDP setzt nicht auf die Flüchtlingskarte wie die CSU in Bayern, sondern kümmert sich um die Zukunftsthemen. Sie setzt auf Bildung, Digitalisierung und Soziale Marktwirtschaft, will landesweite Innovationszentren etablieren und die Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen. Auch in der Bildung soll die Digitalisierung Einzug halten.

Einen vergleichbaren Hype wie bei den Grünen kann die FDP nicht für sich verbuchen. Sie hat sich aber eine solide Wählerbasis erarbeitet. Langsam zahlt sich aus, dass Lindner mit Merkel keine Koalition eingegangen ist.

Die Stimmung gegen Merkel wird immer heftiger, und einige der Wähler orientieren sich wieder zur FDP hin. Nachdem die Liberalen bei der hessischen Landtagswahl 2013 nur knapp in den Landtag gerutscht waren, scheint jetzt ein ordentlicher Zuwachs möglich. Offenbar hat Schwarz-Grün viele wirtschaftsfreundliche und leistungsbereite Bürger nicht wirklich überzeugt.

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