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Kommentar Alstom/Bombardier: Neuer Champion stärkt Europa im Wettbewerb mit China

Durch die Fusion von Bombardier und Alstom entsteht der zweitgrößte Zughersteller der Welt. Die Entscheidung der Brüsseler Wettbewerbshüter ist gut für Europa.
02.08.2020 - 15:31 Uhr Kommentieren
Die EU-Kommission hat die Übernahme der Zugsparte von Bombardier durch den TGV-Hersteller Alstom erlaubt. Damit beschleunigt sie die Konsolidierung in der Bahnindustrie in wirtschaftlich sehr schwieriger Zeit. Quelle: AFP
Logos von Bombardier und Alstom

Die EU-Kommission hat die Übernahme der Zugsparte von Bombardier durch den TGV-Hersteller Alstom erlaubt. Damit beschleunigt sie die Konsolidierung in der Bahnindustrie in wirtschaftlich sehr schwieriger Zeit.

(Foto: AFP)

Brüssel Mit der Erlaubnis der Übernahme der Zugsparte von Bombardier durch den TGV-Hersteller Alstom beschleunigt die Europäische Kommission die Konsolidierung in der Bahnindustrie in wirtschaftlich sehr schwieriger Zeit. Durch die Fusion des kanadischen Konzerns mit dem französischen Konkurrenten entsteht der zweitgrößte Zughersteller der Welt. Die Entscheidung der Brüsseler Wettbewerbshüter ist für Europa richtig und gut. Denn dadurch entsteht ein neuer Champion in der EU.

Kommissions-Vizepräsidentin Margrethe Vestager verbessert damit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem chinesischen Eisenbahntechnikkonzern CRRC. Der globale Branchenführer aus Peking hatte zuletzt die Kieler Vossloh Locomotives gekauft.
Das Brüsseler Votum zugunsten von Alstom und Bombardier ist alles andere als eine Überraschung. Denn im Gegensatz zum spektakulär gescheiterten Zusammenschluss der Zugsparten von Siemens und Alstom vor anderthalb Jahren, waren die Franzosen und ihre kanadischen Partner frühzeitig zu durchaus schmerzhaften Zugeständnissen gegenüber den Wettbewerbshütern in Brüssel bereit. So wird Bombardier die Produktion eines Nahverkehrszugs im deutschen Werk Hennigsdorf in Brandenburg aufgeben und Alstom sein Werk Reichshoffen im Elsass verkaufen.

Die Fusion zeigt: Auch im Rahmen des geltenden EU-Wettbewerbsrechts sind europäische Champions möglich. Anders als von Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Frust über die gescheiterte Fusion von Siemens und Alstom gefordert, braucht es nicht unbedingt eine Aufweichung bei den Kartellverfahren über eine Ministererlaubnis nach deutschem Vorbild, um die Marktfähigkeit im knallharten Wettbewerb mit den staatlich hochgezüchteten Konzernen aus China zu verbessern. Und Siemens? Der Münchener Konzern steht als Zughersteller heute auch ohne einen Partner aus Frankreich gut da.

Ein Selbstläufer ist die milliardenschwere Fusion von Alstom und Bombardier ohnehin nicht. Dafür gibt es bei den Kanadiern zu viele hausgemachte Probleme. Finanzielle Engpässe bei der Bahntochter, Probleme bei Produktqualität und Lieferung sowie heftige Turbulenzen des Mutterkonzerns im Flugzeugbau zeigen dies überdeutlich. Der vor Kurzem verkündete Wechsel des Deutschlandchefs von Bombardier sorgt für zusätzliche Verunsicherung.

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    Nach der Entscheidung der Wettbewerbshüter in Brüssel zugunsten eines neuen Champions aus Europa in der Bahnindustrie kommt es nun auf das unternehmerische Geschick der Leitung des neuen Konzerns an. Sie muss eine neue industriepolitische Erfolgsgeschichte in Europa mitten in der schweren Wirtschaftskrise schreiben.

    Mehr: EU-Kommission gibt Fusion von Bombardier und Alstom frei

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