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Kommentar Altmaiers Industriepolitik ist Artenschutz für bedrohte Konzerne

Der Wirtschaftsminister will Thyssen-Krupp, die Deutsche Bank und die Autobauer schützen. Diese Konzerne fallen durch schlechtes Management auf.
06.02.2019 - 16:59 Uhr Kommentieren
Der Bundeswirtschaftsminister will bedrohte Konzerne schützen. Quelle: dpa
Peter Altmaier

Der Bundeswirtschaftsminister will bedrohte Konzerne schützen.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung entdeckt unsere großen börsennotierten Unternehmen im Dax. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält Thyssen-Krupp, die Deutsche Bank und die Autohersteller im Sinne nationaler Champions für schützenswert. Aus Sicht vieler Aktionäre liest sich Altmaiers „Nationale Industriestrategie 2030“ hingegen wie ein Programm zum Artenschutz bedrohter Konzerne infolge fortgesetzten Missmanagements.

Warum, bitte schön, liegt das Überleben ausgerechnet dieser Unternehmen im politischen und wirtschaftlichen Interesse? Warum nicht Infineon, dessen Halbleiter in aller Welt maßgeblich zum Funktionieren einer digitalen Welt beitragen?

Warum nicht SAP, Europas einziger High-Tech-Konzern, der mit den Großen an der Wall Street mithalten kann und dessen Software in Asien und Amerika gleichermaßen gefragt ist? Warum nicht Beiersdorf und Henkel, deren Marken Nivea und Persil rund um den Globus bekannt sind?

Doch es mussten ausgerechnet traditionsreiche (Industrie-)Unternehmen von gestern sein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie das Kapital ihrer Anteilseigner schon seit Langem unterdurchschnittlich mehren oder gar vernichten, eben weil diese Firmen weniger die Zukunft, dafür mehr die Vergangenheit verkörpern – und dass sie viel zu wenig in lukrativen Geschäftsfeldern unterwegs sind.

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    Wie Blei ziehen sie den Dax herunter. Das ist keine bloße Laune der Anleger, sondern Folge schlechten Managements. Dafür stehen BMW, Daimler und VW mit ihrem Fokus auf Benzin, Diesel und hoher Schadstoffbelastung.

    Oder der Hersteller von Aufzügen und Stahl: Thyssen-Krupp zählt zu den ganz großen Trauergeschichten der deutschen Industrie. Erinnert sei an das Management um Gerhard Cromme und Ekkehard Schulz, die ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Stahlbooms vor mehr als einem Jahrzehnt zwölf Milliarden Euro in neue Stahlhütten in Amerika investierten, die im wahrsten Sinne des Wortes auf Sand gebaut waren.

    Seitdem setzen sich bei der Ruhrgebiets-Ikone zweifelhafte Entscheidungen ebenso konsequent fort wie bei der Deutschen Bank. Sie hat mit ihrem teuren Filialsystem und Personalbestand samt veralteter Technologie die Finanzkrise 2008 immer noch nicht hinter sich gelassen.

    Diese Unternehmen sind keineswegs schützenswerter als die vielen exportstarken Firmen der ersten und vor allem zweiten und dritten Reihe, die mit ihren Produkten die Märkte von morgen bedienen. Dazu zählen auch und ganz besonders einige Weltmarktführer in Nischen, wie etwa Dürr, Fuchs oder Rational. Diese leisten ohne Zweifel ihren Beitrag für die Wirtschaft. Obendrein bescheren sie Aktionären auch noch satte Renditen.

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