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Kommentar Amthors Lobbyismus-Skandal bringt seinen nächsten Karriereschritt in Gefahr

Der smarte CDU-Aufsteiger steckt in einem Sumpf der sogenannten politischen Landschaftspflege fest. Für seine Gegenspieler ist die Affäre ein gefundenes Fressen.
15.06.2020 - 16:04 Uhr 4 Kommentare
Der CDU-Bundestagsabgeordnete ist in einen Lobbyismus-Skandal verwickelt. Quelle: dpa
Philipp Amthor

Der CDU-Bundestagsabgeordnete ist in einen Lobbyismus-Skandal verwickelt.

(Foto: dpa)

Philipp Amthors Versetzung auf den nächst höheren politischen Posten ist schwer gefährdet. Der smarte Aufsteiger aus Ueckermünde war kurz davor in Mecklenburg-Vorpommern für die CDU das politische Feld aufzurollen.

Jetzt steckt er in einem Sumpf der sogenannten politischen Landschaftspflege. Altgediente Parteifreunde aus dem Norden, wie Eckhardt Rehberg warnten schon, dass nun nichts mehr nachkommen darf. Außerdem hat er noch weitere Fragen zu den Luxusreisen. Hinzu kommt: Die Mecklenburger sind eher bodenständig. Sie lieben ihre Kanzlerin, die noch Streuselkuchen backt. Von Champagner und Austern ist da nichts bekannt.

Bislang hat sich die Kanzlerin zum Fall Amthor nicht geäußert. Die Parteivorsitzende auch nicht. Keiner springt Amthor bei, als würden sie noch schlimmeres erwarten. Es gab schon andere aufstrebende Stars, die eine Ehrenrunde einlegten und darauf warten mussten, bis ihre Skandale in der breiten Öffentlichkeit vergessen waren.

Dazu gehört Cem Özdemir, der sich mit dem windigen PR-Berater Moritz Hunzinger einließ. Nach Jahren der Abkühlung unter anderem in Brüssel, wurde Özdemir noch Parteivorsitzender der Grünen und ist heute ein angesehener Bundestagsabgeordneter. 

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    Es gibt aber auch andere Beispiele, wie Karl-Theodor zu Guttenberg, dem halb Deutschland zu Füßen lag, bis sein Kartenhaus aus Plagiaten zusammenbrach. Hier schließt sich der Kreis. Guttenberg ist an der Firma Augustus Intelligence beteiligt,  für die Amthor sich ins Zeug legte. 

    Für seine Gegenspieler ist die Affäre ein gefundenes Fressen. Kevin Kühnert, der in den Corona-Wochen keine politische Rolle spielte, packt jetzt per Twitter die Moralkeule aus. Der Juso-Chef vergisst dabei, dass es reihenweise SPD-Vorsitzende gibt, die ihr politisches Kapital versilbern. Sei es als Lobbyist oder auf gut bezahlten öffentlichen Posten, die sie ohne Ausschreibung bekommen. Das macht Amthors Lobbyismus nicht besser. Aber die Politikerverdrossenheit nimmt zu. 

    Mehr: Ex-Manager von Augustus Intelligence sagen, das Unternehmen habe kein Produkt, keine Kunden und keine Umsätze. Auch die Finanzierung ist unklar.

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    4 Kommentare zu "Kommentar: Amthors Lobbyismus-Skandal bringt seinen nächsten Karriereschritt in Gefahr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Statt auf den Vorwurf überhaupt in der Sache einzugehen und etwa zu beleuchten, für was für Leute Herr Amthor da lobbyiert hat, zieht es der Kommentar vor, stattdessen auf mögliche oder auch nur vermeintliche Fehler anderer zu zeigen. Seine immer wieder gezeigte massive parteipolitische Schlagseite ist einfach ein Ärgernis.

    • Das doch sehr begrenzte Angebot der CDU an Nachwuchspolitikern lässt hoffen ...

    • Einen kleinen, unfreiwilligen Einblick in das Sytem CDU gewährt uns hier der unerfahrene Amthor. Die Granden werden ihn dafür gut zurechtstutzen. Die seltsamen Firmen hinter den Politikern soll doch keiner sehen!

    • Philipp Amthor ist ein junger, aufstrebender, hochintelligenter Politiker, dem man in seinem Alter auch einmal einen Fehler zugestehen muss. Entscheidend wird sein, ob und welche Konsequenzen er aus dieser Episode zieht. Auch die CDU hat hier eine Mitverantwortung, hat sie ihn in der Vergangenheit in so manche Fernseh- und sonstige Diskussion geschickt, auch wenn er vielleicht nicht der geeignetste Kandidat war, so bei der Anne Will Runde um Schwangerschaftsabbrüche. Hier erwarte ich von der Parteivorsitzenden ein klares Statement und damit sollte sie nicht allzu lange warten, um den jungen Mann nicht noch weiter durch die nun entstandene öffentliche Debatte zu beschädigen.

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