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Kommentar An der Börse kommt es auf die Erwartungen an

Trotz schlechter Quartalsergebnisse der Unternehmen steigen deren Börsenkurse. Die Aktienmärkte haben eben ihre eigene Logik.
09.08.2020 - 10:29 Uhr Kommentieren
Die Märkte reagieren selbst auf schlechte Quartalszahlen bullish. Quelle: Weisflog
Börsensymbole Bulle und Bär

Die Märkte reagieren selbst auf schlechte Quartalszahlen bullish.

(Foto: Weisflog)

Stellen Sie sich vor, Sie wachen in diesen Zeiten eines Morgens mit Husten und Fieber auf. Sofort kommt Ihnen der Gedanke an das Schlimmste. Ihr Arzt kommt zum Hausbesuch. Und stellt fest: „Sie haben eine üble Sommergrippe.“ Das ist keine schöne Diagnose, aber Sie werden sich wahrscheinlich darüber sehr freuen.

So ähnlich geht es Investoren am Aktienmarkt bei vielen Unternehmen, die in diesen Tagen ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Auch ihre Geschäftsergebnisse sind an sich kein Grund zur Freude.

Im Gegenteil: Die Gewinne sind bei den meisten Unternehmen eingebrochen, und das deutlich. Im Schnitt haben die europäischen Konzerne, die bislang ihre Zahlen vorgelegt haben, zwischen April und Juni 60 Prozent weniger verdient als im zweiten Quartal vergangenen Jahres, also in Vor-Corona-Zeiten.

Und was machen die Börsen: Sie steigen weiter. Der Grund: Investoren hatten mit noch größeren Einbrüchen gerechnet – und sind jetzt erleichtert.

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    Siemens und Adidas als Beispiele

    Besonders deutlich zeigt sich das mit Blick auf einzelne Aktien: Siemens zum Beispiel verdiente in den vergangenen drei Monaten 53 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum. Das überraschte selbst den designierten Siemens-Chef Roland Busch. „Unsere Performance ist besser – zum Teil wesentlich besser –, als wir das vor drei Monaten erwartet hätten.“ Die Siemens-Aktie legte daraufhin mehr als 4,7 Prozent zu und nähert sich schon wieder ihrem Jahreshoch von Dezember.

    Ähnlich war es bei Adidas. Der Sportartikelkonzern wurde von den lange Zeit wegen Corona weltweit geschlossenen Geschäften besonders hart getroffen. Die Folge: Ein Nettoverlust von 300 Millionen Euro im zweiten Quartal. Zwischen April und Juni 2019 hatte Adidas noch 462 Millionen Gewinn gemacht.

    Doch selbst hierauf reagierte die Aktie mit einem Freudensprung von mehr als vier Prozent. Das lag auch daran, dass Vorstandschef Kasper Rorstedt sich zuversichtlich mit Blick auf den Rest des Jahres gab.

    Das zeigt: Die Aktienmärkte haben ihre eigene Logik. Die Erwartungen zählen gerade in diesen Zeiten mehr als die tatsächlichen Ergebnisse. Das gilt sowohl für einzelne Unternehmen als auch für den Gesamtmarkt.

    Die Wirtschaft und die Gewinne der Konzerne müssen sich nicht gut entwickeln – es reicht, wenn sie besser ausfallen als befürchtet.

    Mehr: Investments in Corona-Zeiten: So sieht der Rettungsplan für Ihr Vermögen aus

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