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Kommentar An Klara Geywitz hängt nun Angela Merkels politisches Schicksal

Bisher dürfte der Name Klara Geywitz nur den wenigsten ein Begriff gewesen sein. Nun stellt sie mit Olaf Scholz das Establishment-Duo im SPD-Bewerberfeld.
20.08.2019 - 15:10 Uhr Kommentieren
SPD: An Klara Geywitz hängt nun Angela Merkels politisches Schicksal Quelle: dpa
Klara Geywitz

Die Brandenburger Landtagsabgeordnete bewirbt sich mit Olaf Scholz um den SPD-Vorsitz.

(Foto: dpa)

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat seine Tandem-Partnerin im Kampf um den SPD-Vorsitz gefunden. Es ist die Potsdamer Landtagsabgeordnete Klara Geywitz. Selbst politisch Interessierte haben wahrscheinlich den Namen erst mal googeln müssen. Viel schlauer als zuvor waren sie danach allerdings auch nicht.

Was man aber jetzt schon sagen kann: Geywitz hat eine lupenreine SPD-Funktionärskarriere hingelegt. Angefangen hat sie als Mitarbeiterin einer Abgeordneten. Später war sie einige Jahre Generalsekretärin der brandenburgischen SPD. Man darf gespannt sein, ob Geywitz eine Partnerin auf politischer Augenhöhe mit Scholz sein wird.

Hier der Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, der als Finanzminister einen Etat von über 300 Milliarden Euro verwaltet. Dort die brandenburgische Politikerin, deren bislang größtes politisches Schlachtfeld eine Kreisgebietsreform war.

Es kommt einem fast so vor, als würde Scholz eine Einzelkandidatur vorantreiben. Da aber die Partei die Doppelspitze offensichtlich favorisiert, musste er sich schnellstmöglich eine Mitkandidatin suchen. Die starken SPD-Frauen Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Franziska Giffey traten aus unterschiedlichsten Gründen nicht an, da kam eben eine Kandidatin aus der dritten Reihe zum Zug.

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    Wie das bei der Basis ankommt, ist noch nicht ausgemacht. Möglicherweise nimmt sie es auch positiv auf. Wenn Klara Geywitz allein oder mit einem anderen Partner kandidiert hätte, würde sie wohl als reine Zählkandidatin gelten. Olaf Scholz holt sie jetzt in den Favoritenkreis. Im Kern bilden die beiden das Establishment-Duo, das für das Verbleiben in der GroKo steht.

    Alle anderen Bewerber mit Ausnahme eines bayerischen Einzelkandidaten wollen raus aus der schwarz-roten Regierung. Sie unterscheiden sich nur in den Härtegraden. Im Endeffekt wird die Entscheidung über den SPD-Vorsitz eine Abstimmung über die GroKo. Das politische Schicksal von Kanzlerin Angela Merkel hängt nun an Geywitz. Das hat sie sich vor einigen Tagen auch noch nicht träumen lassen. 

    Mehr: Die Kandidatur des Vizekanzlers wird auf großen Gegenwind stoßen. Doch gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten wäre er ein Garant für Stabilität.

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