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Kommentar Anleger, schaut mehr und intensiver in den Osten!

Oftmals unbeachtet im Westen haben sich im Osten Europas veritable Unternehmen gebildet. Das wird nun mit Europas in diesem Jahr bisher größten Börsengang, dem von Allegro, geadelt.
12.10.2020 - 18:46 Uhr Kommentieren
An Warschaus GPW fand an diesem Montag Europas bisher größter Börsengang des Jahres statt: Der polnische Onlinehändler Allegro startete furios. Quelle: dpa
Börse in Warschau

An Warschaus GPW fand an diesem Montag Europas bisher größter Börsengang des Jahres statt: Der polnische Onlinehändler Allegro startete furios.

(Foto: dpa)

Bisher kommen zumeist schlimme Nachrichten aus den vier Visegradstaaten: Ob Polens umstrittene Justizreform, ein Journalisten-Auftragsmord in der Slowakei, ein tschechischer Ministerpräsident im Strudel von EU-Korruptionsermittlungen oder Viktor Orbans Angriffe auf die Demokratie in Ungarn.

Nun kommt die gute: Mit dem polnischen Onlinehändler Allegro ist dem größten osteuropäischen EU-Staat der bisher größte Börsengang des Jahres gelungen. Während deutsche IPOs ernüchternd verliefen.

So wie es nach der Vereinigung Deutschlands lange gedauert hat, bis einige ostdeutsche Firmen in vordere Reihen rückten, ist es bis heute mit den neuen Mitgliedern der EU. Wer weiß schon, dass Europas größter börsennotierter Spieleentwickler die Firma CD Projekt aus Warschau ist und deren Aktien im Stoxx Europe 600 binnen zehn Jahren um 21.000 Prozent zulegten? Wo hat sich herumgesprochen, dass die vier Visegrad-Staaten einen deutlich größeren Handel mit Deutschland betreiben als die USA oder China?

Noch sind osteuropäische Unternehmen recht klein. Denn der Zusammenbruch des Kommunismus und die Gründung kapitalistischer Unternehmen ist erst 30 Jahre her. Mit  Polens Ölkonzern PKN Orlen rangiert eine Ostfirma erst auf Rang 99 unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen Europas.

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    Blühende Landschaft auch in Sachen Start-ups

    Doch viele Wachstums- und Fusionsgeschichten im Osten werden von den zumeist westeuropäischen und angelsächsischen Fondsmanagern übersehen. Im Schatten sind mit der wichtigsten Bank der osteuropäischen EU-Staaten, OTP aus Ungarn, dem polnischen Versicherer PZU, dem ungarischen Pharmakonzern Gedeon Richter, Tschechiens Versorger CEZ, Budapests Billigflieger Wizz Air oder Europas Kupferriesen, Polens KGHM, veritable Konzerne herangewachsen. Und dass Milliardäre aus dem Osten (nicht nur aus Russland, sondern auch die etwas weniger Reichen aus EU-Oststaaten) inzwischen als Aufkäufer bei Metro oder Vattenfall auftreten, darf niemanden mehr wundern.

    Auch in Sachen Start-ups hat sich im Osten des Kontinents eine blühende Landschaft entwickelt. IT- und Softwareentwickler von Polen über Rumänien bis in die Ukraine sind inzwischen wichtige Innovationstreiber und gern gesehene Partner westlicher Konzerne von Amazon oder Microsoft bis hin zur Lufthansa oder Credit Suisse.

    Immer mehr Technologien kommen aus Europas Osten, der auch viel bereitwilliger ist, neue Technik einzusetzen. Und westliche Kunden lassen in Breslau oder Bukarest immer häufiger ihre Buchhaltung oder Kundenbetreuung erledigen.

    Ein neuer Blick auf den lange als langweilig und bieder fehleingeschätzten Osten lohnt sich – auch für Anleger.

    Mehr: Starkes Debüt für Polens Onlinehändler Allegro


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